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Die Zürcher Düsterkombo Koraktor und ASP luden am Mittwoch ins Z7 und trotz eher unglücklichem Wochentag war die Halle gut gefüllt und die Stimmung ungruftig heiter.

Ob mit oder ohne Maske, ASP ist eine Klasse für sich (Sacha Saxer)

Ob mit oder ohne Maske, ASP ist eine Klasse für sich. ( Foto: Sacha Saxer)

 

Kaum eine Band vermag die Schwarze Szene so zu spalten wie ASP. Geliebt und vergöttert oder verhasst bis in den Tod – einen Mittelweg scheint es nicht zu geben. Die Kombination auf der Bühne war schon im Vorfeld sehr interessant, sind doch die Musikstile der beiden Bands ziemlich unterschiedlich.

Die Zürcher warteten mit ihrem sehr düsteren Sound auf und waren für einmal gezwungen, auf ihre schon fast legendäre «Unlicht»-Show mit Nebeleinsatz, der die Sisters of Mercy wie blutige Anfänger aussehen lässt, zu verzichten. (Um so mehr fluchte ich, als ich feststellte, dass mein Objektiv nicht mehr fokussieren wollte… Da hab‘ ich einmal die Chance, die Jungs vernünftig zu fotografieren, und dann macht mir die Technik einen Strich durch die Rechnung. Besten Dank an dieser Stelle an Roland Schenker, der mir für ASP ein Ersatzobjektiv zur Verfügung gestellt hatte.) Leider war das Publikum grösstenteils wohl etwas überfordert mit der morbiden Musik von Koraktor und kam erst beim letzten Song langsam in die Gänge. Aber mit «Züri brännt!» rennt man in der Region Basel natürlich offene Türen ein. Trotz verhaltener Publikumsreaktion war es ein sehr solider Auftritt des Trios, der sicherlich den einen oder andern neuen Fan erzeugt hat.

Umbaupause, Zeit, sich mit Kollegen zu unterhalten, neue Getränke zu bestellen und alte zu entsorgen. Nach zwei grandiosen Festivalkonzerten in diesem Jahr waren meine Erwartungen entsprechend hoch und ich war gespannt, ob die Album-Tour sie erfüllen würde. Waren die beiden Shows am Wacken Open Air und am M’Era Luna noch fast identisch (mit der Ausnahme des grenzgenialen Gastauftritts von Ally The Fiddle in Hildesheim, an welchem sie die bis dato wohl beste Darbietung von Werben bot), so überraschte ASP mit gleich zu Beginn mit einem zum Opener Maskenhaft sehr passenden Auftritt samt Maske, die entfernt an das Filmmonster Predator erinnerte.
Die Zusammenstellung der Setlist beinhaltete allerdings keine wirklichen Überraschungen, alle grossen Hits wie Schwarzes Blut, Und Wir Tanzten und natürlich Ich Will Brennen fehlten nicht. Wieso auch? Songs, die eine Band definieren sollen gespielt werden – sie sind absolute Stimmungsgaranten. Wenn sie dann auch noch so gut wie Und Wir Tanzten sind, das Publikum von sehnsüchtigem Schwelgen bis zur Ekstase treiben können, was kann man als Musiker und als Besucher mehr erhoffen?
Alles in allem ein gelungener Auftritt, für den ich gerne auch an einem Mittwochabend quer durch die Schweiz reiste und mir sicher bin, dass ich dies jederzeit wieder tun würde. ASP ist eine der wenigen Bands, die ich schon über ein Dutzend mal live gesehen habe und nie enttäuscht wurde. Trotzdem hab ich Ally vermisst, denn sie hat den Gig am M’Era Luna unvergesslich gemacht.