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Die bereits zweijährige Tournee mit dem Namen «Erdwärts» von Megaherz ist abgeschlossen. Der zweitletzte Halt war in Aarburg in der Schweiz. Die Show kam nicht ganz an die letztjährige in Pratteln ran, war aber doch sehr überzeugend und für manche sogar lehrreich.

Den Abend eröffnet haben Sündenrausch, eine Dark-Rock-Band aus Hamburg mit einer bühnenuntauglichen Frontfrau. Die schöne Dame im noch schöneren Outfit mag zwar eine Augenweide sein, aber nichts für die Ohren. Und ihre Ansagen zwischen den Liedern waren auch eher peinlich, weil sie irgendwie sehr unbeholfen wirkten. Die Band war gemäss ihr das erste Mal in der Schweiz und darum prostete sie mit Wasser dem Publikum zu. Von dort schallte es zurück: «In der Schweiz trinkt man Bier.» Als sie ankündigte, dass nun der letzte Song gespielt werde, jubelte aus einigen Teilen des Publikums und aus den anderen kam aber doch Applaus.

Musigburg Aarburg: eine feine Sache

Mehr überzeugt war ich hingegen von der Bar in der Musigburg. Ich war noch nie in dieser Location in Aarburg und ich muss sagen, der Schuppen ist doch ganz nett. Faire Preise, eine schöne Auswahl an Getränken für jeden Geschmack und freundliches Personal – von der Garderobe bis zum Security-Mann vor der Bühne, welcher sogar hilft, am Merchandise-Stand gekaufte Krawatten anständig zu binden. Zudem hat man einen guten Blick auf die Bühne und kommt den Stars sehr nahe.

Megaherz unverändert genial

Und auch Megaherz konnte mich wieder überzeugen. Ich hatte zwar ein wenig den Eindruck, dass sie gegenüber der letzten Show in Pratteln 2016 etwas weniger Energie und Elan mitbrachten. Aber so direkt nach den Feiertagen und nach einer zweijährigen Tournee sei ihnen verziehen. Ich fand die Band auch so noch immer genial.

Der Auftritt hat sich – abgesehen von ein paar kleinen Unterschieden in der Setliste – nicht verändert: Allesamt waren mit stark geschminkten Gesichter auf der Bühne am Abrocken und Lex war wiederum mit seinem Baseballschläger-Mikrofon ausgestattet. Frontmann Lex ist ein genialer Poser und hat das Bühnentreiben voll im Griff. Schon nach kurzer Zeit hatte ich wegen seiner genialen Stimme vom kleinen Zeh bis mindestens in beide Ohren Hühnerhaut.

Manche Konzertbesucher – oder zumindest einer – hatte nicht nur viel Spass, sondern auch gerade noch etwas fürs Leben gelernt. Ein Neues Deutsche Härte-Konzert eignet sich nämlich wunderbar als Deutschkurs. Mit so viel Begeisterung, wie Megaherz auslösen können, lernt man bestimmt extrem schnell – vor allem, wenn man versucht mitzusingen und dabei das Handy mit den Lyrics zur Hilfe nimmt. So was vergisst man wohl nicht so schnell wieder.