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Ein lauer Donnerstagabend in Zürich, niemand denkt sich was böses. Ein unscheinbarer Club, der den Namen Underground noch verdient, lädt zu einem Konzertabend der härteren Sorte ein. Wir folgten der Einladung…

Days We Are Even als Support für Absolva im Hey Club (Foto: Sacha Saxer)

Days We Are Even als Support für Absolva im Hey Club (Foto: Sacha Saxer)

Zur Türöffnung waren ausser den Bands und dem Techniker gerade mal 3 Personen anwesend und die paar Nasen, die sich dazugesellten, waren Mitglieder der Vorbands. Die Vorzeichen standen schon mal auf Sturm, respektive Untergang.

Bei der ersten Truppe – Final Crusade aus Brugg – befanden sich gerade mal 5 zahlende Gäste im Raum. Eine Zahl, die sich bis zum Hauptact auf ein stolzes Dutzend erhöhen sollte, die aber die Spielfreude aller drei Bands nicht zu beeinflussen schien.Schon dafür an dieser Stelle ein grosses Lob an die Bands. Jede einzelne hätte locker 50 Besucher verdient, womit der Hey Club zwar noch nicht voll, aber zumindest so ausgelastet gewesen wäre, dass es für die Bands wie Sold-Out ausgesehen hätte.

Final Crusade merkte man eine gewisse Nervosität an, besonders Kevin Waltert an der Rhythmusgitarre wirkte etwas verloren auf der Bühne und auch Sänger Marco Wernli konnte ihn nicht so richtig aus der Reserve locken. Dafür liess Bassist Marius Tengler die Rampensau raus und warf sich in Pose, wo er nur konnte. Ein paar Auftritte mehr, um etwas mehr Abgebrühtheit anzutrainieren und dann steht auch grösseren Gigs nichts mehr im Wege. Schnellen Power Metal spielen können die fünf Jungs nämlich jetzt schon.

Aufwärmen für die Releaseshow

Mit Days We Are Even folgte ein echtes Highlight. Der von CANCER dazu gestossene Gitarrist Sven ergänzt das ehemalige Trio Jo (Bass/Gesang), Muzzi (Gitarre) und York (Drums) grossartig. Wunderbares Songwriting, harte Riffs und eingängige Melodien, dazu dreckiger Gesang und solide Bühnenpräsenz. Days We Are Even klangen an jenem Abend wie Nirvana gekreuzt mit Green Day, auch wenn sie eher eine Prise Stone Sour in ihrem Sound hören, wie sie nach dem Gig in einem Gespräch verlauten liessen.

Doch davon kann man sich am Freitag, den 17. Oktober im Kinski am besten gleich selber überzeugen. Days We Are Even taufen dann nämlich ihr zweites Album Head Into The Fire. Nach dem Konzert legen neben DJ Huevotron auch noch die DWAE-DJ Crew auf und sorgen dafür, dass bis in den Morgen weitergefeiert werden kann.

We don’t care if it’s 500 people or 50 or only 5 in front of the stage. We’re always giving them 110%.Chris Appleton

Der Headliner Absolva hatte einen etwas weiteren Anreiseweg als die beiden Supportacts und waren sich ganz bestimmt grössere Besucherzahlen gewohnt. Zur Zeit befinden sie sich gerade auf Europatournee und machten am Donnerstag zum Glück auch einen Halt in der Schweiz.

Absolva spielen grundehrlichen Heavy Metal mit einigen modernen Anleihen und entstand 2012 aus Fury UK, als sich Luke Appleton entschied, bei Iced Earth einzusteigen. Das hielt seinen Bruder Chris und Martin McNee jedoch nicht auf und zusammen mit Bassist Dan Bate und Tom Atkinson an der zweiten Gitarre waren sie bereit, als Absolva die Bühnen zu rocken. Tom sprang allerdings schon früh wieder ab und nachdem Luke Appleton die restlichen Shows der Tour 2013 als Ersatz einsprang, wurde aus Absolva ein Trio. Leider musste sich Dan im August dieses Jahres klar machen, dass er nicht mehr 100% für die Band da sein konnte. Luke sprang deshalb kurzerhand für ihn ein und zupfte die Saiten des Absolva-Bass für die aktuelle Tour. Blut ist bei den Appletons scheinbar noch dicker als Wasser. Albsolva haben seit September wieder einen festen Bassisten – Karl Schramm.

Das knappe Dutzend im Hey Club kam somit in den besonderen Genuss, Absolva nochmals mit Luke Appleton am Bass geniessen zu können. So nah wie hier kommt man ihm an einem Iced Earth Gig bestimmt nicht. Wie auch Legion of the Damned mögen Absolva den Kontakt zu den Fans und so waren sie nach dem Konzert auch am Merch-Stand, signierten CDs und Shirts und waren auch für ein Schwätzchen zu haben.

Das Konzert war im übrigen eine wahre Freude, nicht zu letzt wegen Netos Einsatz am Mischpult und der Tatsache, dass die paar Nasen jeweils Stimmung für 10 zu machen versuchten. So ziemlich jeder Sang mit, liess die Mähne kreisen und versuchte den Jungs auf der Bühne zu zeigen, dass sie nicht umsonst nach Zürich gekommen sind.

Auch die Besucher kamen voll auf ihre Kosten. Alleine Chris Appleton’s Gitarrenspiel war den Besuch wert…

Fotos: Sacha Saxer