Der deutsche Singer-Songwriter Olli Schulz trat letzten Dienstag im Zürcher Plaza auf und präsentierte dem Publikum sein neuestes Werk Feelings aus der Asche. Der Alleinunterhalter, vielen bekannt aus Fernsehen und Radio, wechselte gekonnt zwischen Spass und Seriosität.

Olli Schulz im ausverkauften Plaza. (Foto: Marie Gfeller)

Olli Schulz im ausverkauften Plaza. (Foto: Marie Gfeller)

Kurz nach halb neun abends betritt der 41-jährige gebürtige Hamburger mit seiner Band die Bühne. Auf seiner Tour mit dabei sind bekannte Gesichter, so der Kollege Gisbert zu Knyphausen am Bass und die australische Sängerin Kat Frankie, die an der Klampfe und mit Hintergrundgesang einige Lieder ausschmückt. Gewohnt gewitzt steigt Olli Schulz ein, schwingt sein Mikrofon einige Male, erzählt Anekdoten zu seinem neuen Album. Die Stimmung ist ausgelassen, Jung und Alt begegnen sich im Saal, ein sehr durchmischtes Publikum in diffusem Licht. Das Plaza ist eine kleine Konzertlokalität, auf der diesjährigen Tour für Olli Schulz wohl die kleinste. Allerdings passt der Alleinunterhalter ganz gut in diesen kleinen Rahmen, und er schien es ebenfalls zu geniessen. Man ist dem Publikum näher, die familiäre Atmosphäre begünstigt Gespräche mit den Zuhörern. Die Klamotten machen ihn jung, die Sneakers und die lockeren Hosen. Und trotzdem spürt man: Dieser Mann ist ein ernst zu nehmender, talentierter Musiker. Er wirkt, im Gegensatz zu seinen Halligalli-Auftritten im Fernsehen, direkt seriös.

Der schwadronierende Spassvogel

Doch dieser seriöse Schein wird durchbrochen durch seine natürliche, humorvolle Art. Zwischen jedem Lied werden Witze gerissen, manchmal können die auch fünf Minuten dauern. Konfettikanonen dürfen auch nicht fehlen. Die Mundwinkel der Gesichter im Publikum sind mehrheitlich nach oben gezogen, der Alleinunterhalter weiss, wie man die Herzen der Zuhörer für sich gewinnt. Nach einigen Liedern verschwindet die Band von der Bühne, Olli Schulz nimmt sich einen Stuhl heran und performt eine gute halbe Stunde allein. Er greift tief in die Liederkiste, nimmt viele ältere Stücke hervor und gibt sie zum Besten. Diese werden angereichert, verfremdet, kombiniert mit berühmten Medleys anderer Bands. Das visuelle Artwork bestand aus witzigen Bildmetaphern, Fotos aus Ollis Jugendzeit und Nordsee-Möwen-Videos.
Nach der Einzelperformance betritt erneut die Band das Parkett und heizt dem Publikum noch einmal richtig ein, unter anderem mit riesigen Ballons, die umhergeworfen werden. Eine jüngere Dame wurde von Olli Schulz noch zum Tanz aufgefordert und sie singen zusammen den Refrain von Ray Charles‘ Hit The Road Jack. Kurz vor elf Uhr ist das Konzert zu Ende. Ein gelungener Abend, der mit beglückter Stimmung und Rührung in Erinnerung bleibt.