Das Gerücht, dass Gruftis nicht lachen würden, wurde letzten Sonntag an der Nach(t)brand dank dem Dark Kasperle Theater von Lola Angst widerlegt. Allerdings stimmt es, dass sie zum Lachen in den Keller gehen. Besser gesagt in die Katakomben des Dynamo, auch als Werk21 bekannt.

sax.Die Schwarze Szene wird oft als melancholisch oder gar depressiv angesehen: unfähig, ihre Mundwinkel auch nur ansatzweise über die Horizontale zu bewegen. Nun ja, wer dieses Vorurteil glaubte, der wurde am 15. April definitiv eines Besseren belehrt. Lola Angst gastierte an der Nach(t)brand und zeigte, wie viel Spass man haben kann, wenn man sich getraut, alle nur erdenklichen Persönlichkeiten aus der Grufti-Subkultur aufs Korn zu nehmen. Es soll ja tatsächlich noch Leute geben, die noch nie was vom „Dark Kasperle Theater“ gehört haben. Unglaublich, aber wahr. Nun denn, Negative White nimmt hiermit edukative Pflichten wahr und stellt diese kulturelle Errungenschaft kurz vor, ohne jedoch zuviel Preis zu geben.

Das Dark Kasperle Theater erzählt Geschichten aus dem Gothenland; einem Land, das von seltsam vertraut anmutenden Wesen bevölkert wird und sich zur Zeit in einem Kriegszustand befindet. Da treffen sich das ASPerle und der Graf Mumu im Wald von Gothon, während sich die Popo-Prinzessin Chrissy von Pohlen sich mit der Schantze streitet und sich Ronan der Barbar auf den Krieg mit Andonien rüstet. Das sich hinter all diesen Figuren mehr oder minder bekannte Personen aus der Schwarzen Szene befinden, hat wohl mittlerweile jeder rausgefunden. Alexander Goldmann persifliert gekonnt die sich selbst ach so tolerant schimpfende Schwarze Szene und bietet ein Feuerwerk von unterhaltsamen Gags und Seitenhieben. Von VNV Nation über Blutengel und Project Pitchfork bis ASP ist ihm definitiv nichts (Un)heilig.

Die einzelnen Episoden werden durch Gesangseinlagen von Alexander Goldmann, die allerdings nicht weniger ironisch sind, aufgelockert. Für Kenner der Szene ein Hochgenuss, für Neulinge ein Wurf ins eiskalte Wasser. Wer die Chance hat, sich die Vorstellung anzusehen, sollte sie sich definitiv nicht entgehen lassen. Denn eines ist klar: Gruftis können lachen… gerade auch über sich selbst. Auch wenn sie dafür in den Keller gehen.

Weitere Infos zum schrägen Theater:

Lola Angst

Bilder: Sacha Saxer

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