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«Bei einer Songidee höre ich schon die Gitarren klingen»

Wir haben die Schweizer Rockband Wilcox getroffen. Ein Gespräch in einem etwas anderen Proberaum über einen Goa-DJ und die Liebe zur Natur.

Sie stammen aus Hausen am Albis und Brig. Die Band Wilcox befindet sich auf der Zielgeraden. Die Plattentaufe rückt immer näher. Am 20. April ist es so weit und das Werk Painting In Grey wird im Zuger Galvanik getauft – zusammen mit mit den Gästen Last Avenue, Slop und DJ Johnny B Pluess.

Kurz vor dem Endspurt nutzen Wilcox den Ostermontag noch mal für eine Probe. Negative White wurde eingeladen, vor Ort ihre Klänge mitzuhören, bevor die Musik richtig unter die Leute gebracht wird.

Timo von Wilcox im Proberaum

Viel Holz im Proberaum – Timo ist gelernter Schreiner. Bild: Natascha Dittli

Der Proberaum ist dominiert von schön verarbeitetem Holz. Sänger Timo ist gelernter Schreiner, hat viel zum Ausbau beigetragen. Der Raum passt zur Band und zu ihrem Sound. Die Mikrofone und ein Schlagzeug stehen schon bereit. An einen Schreinertisch beginnt das Gespräch. Timo genehmigt sich ein «Goldmandli Bier» und ein Apfelkompott. Matthias und Simon setzten sich dazu. Ein Schwatz über Fondue, die letzte Skiabfahrt, aber auch über die nächsten Gigs…

Mikrophone im Proberaum von Wilcox

Die Mikrophone stehen bereit. Bild: Natascha Dittli

Wie kamt ihr auf die Idee in Los Angeles mit der Musik anzufangen?

Timo: Der Hauptgrund war, dass ich eine Musikschule besuchen wollte. Das Reisefieber hat mich gepackt. Ich wollte die Welt sehen und erleben. Drei Monate später war ich in Amerika. Dort lernte ich den Gitarristen Sandro kennen. Wir waren ein ganzes Jahr in Hollywood, zogen durch die Bars, waren in der Schule und musizierten. Das ganze Jahr durch war die Musik im Vordergrund. 

Wie ist eure Verbindung zur Natur? Ich habe gelesen das euer Album nach frischem Holz riechen soll. 

Matthias: Wir sind halt Landeier waren viel draussen und fühlen uns wohl in der Natur. Ich arbeite selber im Wald.

Wilcox im Proberaum

Schlagzeuger Timo in seinem Element. Bild: Natascha Dittli

Wilcox im Proberaum

Die neuen Songs von «Painting In Grey» werden eingeschliffen. Bild: Natascha Dittli

Das erste Album erschien 2014. Nun folgt mit Painting In Grey die zweite Platte. Was ist anders?

Simon: Das erste Album war nur eine EP. Jetzt haben wir eine grössere Produktion, das ist sicher ein Unterschied.

Matthias: Wir haben uns vor allem auch musikalisch weiterentwickelt, aber es ist immer noch Wilcox.

Timo: Wir spielen grundsätzlich Rockmusik, doch wenn wir eine Idee haben, die wir gut finden, setzen wir sie um. Früher hat man die unterschiedlichen Ansätze noch besser herausgehört. Heute sind wir gut eingespielt, alles ist viel flüssiger. Es ist ein einheitlicher Sound.

Simon: Das Zusammenspiel hat sich gefestigt. Wir haben viele Konzerte gespielt, die uns sicherer gemacht haben.

Wilcox im Proberaum

Vorfreude und Vorbereitung – Gigs gehören für Wilcox einfach dazu. Bild: Natascha Dittli

Worauf freut ihr euch am meisten?

Timo: Auf die Gigs.

Matthias: Natürlich auf die Taufe.

Timo: Das ist auch ein Gig… (lacht)

Matthias: Die Leute fragen schon nach der CD und möchten wissen, wie das Produkt herausgekommen ist. Wir sind schon sehr gespannt auf den Abend. Besonders auf die fertige Platte. Es wird Zeit, dass wir sie endlich in den Händen halten können.

 

 

Eure Single Leave It All ist ein richtiger Ohrwurm. Merkt ihr, dass sich mehr Leute für eure Musik interessieren?

Matthias: Wir haben viele Rückmeldungen bekommen von Leuten, von denen wir das nicht erwartet hätten. Zum Beispiel war auch ein Goa-DJ dabei. Er fand unsere Single super. Das war für uns eine neu und erstaunliche Erfahrung. Er kommt ja aus einer ganz anderen Ecke. Dass er sich unsere Musik überhaupt angehört hat, freut uns sehr.

Wie habt ihr euren eigenen Stil gefunden?

Timo: Durch viel spielen! (lacht)

Matthias: Wir ergänzen uns und kreieren etwas zusammen. Alle haben Mitspracherecht und jeder bringt seine eigene Note mit hinzu. Klar, jemand muss mal einen Impuls geben, aber mit vielen Ideen kann man gut arbeiten.

Timo: Wenn ich einen Song schreibe, hab ich den Sound des Gitarristen schon im Kopf. Das ist ein echtes Privileg mit solchen Musikern zu spielen. 

Wo wollt ihr unbedingt auftreten: Mehr in der Schweiz oder im Ausland?

Simon: Wenn wir Möglichkeiten bekommen, werden wir sicher alles in Betracht ziehen und schauen, wo wir hinkommen. Es wird spannend.

Timo: Sicher möchten wir uns in der Schweiz einen Namen machen und den Kreis etwas vergrössen. 

Ein paar abschliessende Worte?

Alle: Kommt zu unserer Plattentaufe, es ist der einzige Anlass an diesem Tag. (Alle lachen verschmitzt)

Wilcox im Proberaum

Bassist Matthias und Sänger Timo proben für die Plattentaufe. Bild: Natascha Dittli