Eigentlich bevorzuge ich eine andere Art von Musik: möglichst brutal, heftige und tiefe Bässe, wütende Growls. Der perfekte Sound für mich ist Melodic Death Metal. Wieso also sollte ich Lambchop, eine Country-Rock-Band, am 31. Oktober im Aarauer KiFF ablichten?

Kurt Wagner von Lambchop (Foto: zvg)

Ja, Lambchop könnte kein grösseres Gegenteil von meiner bevorzugten Musikrichtung sein: langsam und ruhig. Fast schon – und Lambchop-Fans werden mich jetzt hassen – schläfrig und langweilig empfinde ich die Songs aus Lambchops neuem Album Mr. M. Ob es daran liegt, dass mir diese Art von Musik praktisch gänzlich unbekannt war? Das lässt sich ausschliessen wenn man von Lambchop ältere Stücke hört, wie zum Beispiel der Titelsong des hochgelobten Album Is a Women aus dem Jahre 2002. Es ist unberechenbar und mit plötzlichen Einflüssen eines verstörenden Reaggae-Beats.
Interessanter ist da schon die Entstehungsgeschichte des neusten Albums, welche stark durch den Freitod von Vic Chesnutt, einem engen Freund und Mentor von Mastermind Frank Wagner, beeinflusst wurde. Wagner selbst beschreibt Mr. M als eine Art Psycho-Sinatra-Sound mit offenen und komplexen Streichersound und anderen Klängen.

Die bis zu 18-köpfige Formation aus Nashville machte einst die Countrymusik mit Einflüssen aus Jazz und Indie-Rock salonfähig. Nach dem Is a Woman scheinen sie das aber vergessen zu haben und und spielen einen Zeitlupen-Soul ohne markante Melodie.
Die Anhänger der Band bezeichnen dies gerne als „sanfte Eleganz“. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und noch muss jeder selber entscheiden, was er mag und was nicht. Trotzdem scheint die Musik des „Lammkoteletts“ Anklang zu finden, begeisterte Mr. M doch die Kritiker und Fans. Wer Lampchop im März verpasst hat, hat nun aber die Gelegenheit, die Band im Aarauer KiFF am 31. Oktober 2012 live zu sehen.

Und wieso fotografiere ich nun eigentlich Lambchop? Man soll immer offen für Neues sein. Zudem hatte ich beim Namen Lambchop mit etwas Rockigem gerechnet, doch nach ein paar Songs muss ich zugeben, dass der Sound eben doch beruhigt – auf eine schöne und angenehme Weise. Vielleicht werde ich nach dem Konzert noch zum Fan?

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kiff.ch