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Kurz nach dem Einlass in das Hallenstadion wirkte der Konzertsaal noch halb leer. Erst während die Vorband The Vibes spielte, die aus drei Jungs aus Aarau besteht, füllte sich der für 5000 Besucher ausgelegte Raum langsam mit Motörhead-Fans, die sich auf das einzige Schweizer Konzert im Rahmen der «The Wörld Is Yours»Tour freuten.

Bereits The Vibes verbreitete eine gute Stimmung. Der Sound, der ein bisschen wie eine Mischung aus Motörhead, Lynyrd Skynyrd und Aerosmith klingt, passte wunderbar zu dem Anlass. Lautstark und mit rauer Stimme versuchte der Sänger Mojo ihre Botschaft zu verbreiten: Whisky, Sex & Rock’n’Roll!

Neben ein paar Pannen während dem Konzert – wie das Mikrophon, das einfach nicht auf der richtigen Höhe bleiben wollte – gab es jedoch vor allem positive Überraschungen. Die Mundharmonika zum Beispiel, die hervorragen mit dem ansonsten eher härteren Sound harmonierte und zu einer interessanten Mischung führte. Dem Publikum schien es auf jeden Fall zu gefallen, denn von Headbangen bis zu Hörnern, die in die Höhe gestreckt wurden, war alles zu sehen.

Nach genau einer halben Stunde war die Darbietung der Vorband schon zu Ende. Die Stimmung steigerte sich nun in freudige Erwartung. Inzwischen war vor allem der Stehbereich gerammelt voll, die Ränge wirkten im Vergleich dazu jedoch eher leer.

Dann, mit zehn Minuten Verspätung, stiegen endlich das Trio von Motörhead auf die Bühne. Die Menge jubelte vor Begeisterung, und bereits mit nach wenigen Liedern war zu spüren, dass der Auftritt sowohl der Band als auch dem Publikum Spass machte. Recht schnell bildete sich in den vorderen Reihen ein kleiner Moshpit, der dann mit erstaunlicher Ausdauer das ganze Konzert lang erhalten blieb. Unermüdlich hüpften die Fans auf und ab, streckten ihre Fäuste in die Höhe oder sangen lautstark – und manchmal etwas falsch – den Refrain der Lieder mit, den jeder zu kennen schien. Alte Lieder flossen neben den neue Songs in die Setlist ein, dazwischen gab es jedoch kaum Interaktion mit dem Publikum. Das war auch gar nicht nötig, denn Motörhead verstand es auch so, die Stimmung auf den Höhepunkt zu bringen und das Publikum mitzureissen.

Während dem Konzert merkten schliesslich auch diejenigen, die sich darüber noch nicht ganz so sicher waren, dass der Begriff Speedmetal für ihre Musik keineswegs übertrieben war. Auf die Bewegung auf der Bühne konnte man das Speed jedoch nicht beziehen, denn während der Gitarrist zwar häufiger die Seite wechselte, blieb Lemmy eher an Ort und Stelle hinter dem Mikrophon stehen und sang sich dort die Seele aus dem Leib. Zu erwähnen ist sicherlich auch die grossartige Leistung des Drummers Mikkey Dee. Ich habe selten einen Drummer gesehen, der so eine Show abziehen kann! Vor allem das Drums-Solo während Born to Lose war beeindruckend und alleine schon ein Grund, wieder an ein Motörhead-Konzert zu gehen.

Zugaben gab es schlussendlich nur zwei, aber eine davon war Ace of Spades – einer der grossen Hits von Motörhead, welcher natürlich nicht fehlen durfte. Zwischen den Zugaben, kamen auch die berühmten Worte von Lemmy: «We are Motörhead and we play Rock’n’Roll!». Es war ein Abend voller Spass, Bier und lauter Musik – also auch ein Abend, den man durchaus so wiederholen könnte.