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Die Zürcher «Alterna’Core»-Band Expellow spielte am 30. August im Aardorfer Club AA-Jam. Eine mehr als familiäre Location, gutes Publikum. Kurzum ein vollends gelungener Abend.

Das AA-Jam in thurgauischen Aadorf ist ein kleines, aber freundliches Lokal, das ein- bis zweimal seine Bühne lokalen und unbekannten Bands zur Verfügung stellt. Der Eintritt ist dabei definitiv für jeden erschwinglich –Gästelistenschnorrer braucht’s dort garantiert nicht! – nämlich frei.

Aber nicht nur beim Eintritt, auch bei den Getränken braucht der Besucher nicht tief in die Tasche zu greifen. Somit waren die Gegebenheiten für einen spassigen Abend eigentlich schon gegeben, bevor auch nur der erste Ton gespielt wurde. Besonders herrlich war auch schon  die Begrüssung durch den Resident-Rastafari – Berührungsängste mit den «harten» Metallern gibt es hier nicht!

Angekündigt als Vorband für die Lokalmatadoren (Deaddrunk, Anm. d. Red.) zeigte die Zürcher-Kombo Expellow schon ab dem ersten Ton: «Wir sind hier nicht nur Besucher!» Die jungen Musiker rockten die Bühne und das Publikum, das sich auch bei weniger als 50 Personen zu einem ausgewachsenen Moshpit animieren liess, und auch selber versuchte gerade Sängerin Mik immer wieder den Druck der Songs ins Publikum zu bringen.

Wenn auch Expellow noch nicht wirklich bekannt sind, so vermochten sie es doch mit versiertem Spiel und kraftvollem Gesang, der zwischen derben Growls, fordernden Shouts und tragenden Clear-Vocals dafür sorgte, dass man die kleine Sängerin ernst nehmen musste.

Wer sich auch ein gemütliches Geplänkel als Einstimmung für den Abend gewünscht hatte, wurde mächtig enttäuscht. Expellow überzeugten von der ersten Minute an und zeigten, dass auch kleine, lokale Bands durchaus Potential haben. Veranstalter von Metalcore-Konzerten tun gut daran, sich diese Truppe vorzumerken, zumal sie in den kommenden Monaten an ihrem neuen Album arbeiten, das irgendwann zwischen Frühling und Sommer rauskommen sollte. Das letzte Album The Silent Days Are Over bot schon einige kraftvolle Songs und zeigte das Potential der Band, doch die neuen Songs, die sie erst live anbieten können, lassen auf noch mehr Power hoffen.

Es bleibt zu hoffen, dass das Quintett auch bei einsetzendem Erfolg noch genauso spielfreudig bleiben wird, denn Erfolg haben sie verdient und wie viel Spass sie an ihren Auftritten haben, sieht man hoffentlich auch in der Fotostrecke. Ich durfte Expellow schon an der ersten Ausgaben von «Necro’s Hideout presents» – einer etwa halbjährlichen Konzertreihe der Sonntagabend-Metalbar im Dynamo Zürich – erleben und wusste deshalb, dass ich den Weg nach Aadorf nicht umsonst angetreten habe, doch dass auch schon ein paar neue Songs präsentiert wurden, erfreute mich natürlich noch viel mehr.