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…ist das nicht immer gut. So auch diesen Dienstag im Komplex 457, als die Schweden von Meshuggah die Bühne heimsuchten.

Zu bekloppt für den Komplex… Meshuggah (Sacha Saxer)

Zu bekloppt für den Komplex… Meshuggah (Sacha Saxer)

 

sax. Mir kann nun echt niemand mehr vorwerfen, ich würde nur Konzerte von Bands, die ich persönlich gut finde, abdecken. Ich stand tapfer meinen Mann, als Seeed verbal (instrumental fand ich sie ja gar nicht mal so schlecht, nein eher ziemlich kompetent…) über das Publikum her fielen.

Ich erduldete die Belanglosigkeit, die Seether im Kofmehl verbreiteten, nachdem die grossartigen Heaven’s Basement für mächtig Stimmung gesorgt hatten. Als Musikjournalist sehe ich jedes Jahr so viele Konzerte, da sind immer welche dabei, die an der untersten Grenze des Erträglichen kratzen.

Und dann gibt’s noch jene, die offensichtlich tiefer graben wollen. Meshuggah und die beiden Supportacts gehören leider ganz klar zu dieser Kategorie. Die Musik, wenn man sie denn als solche erkennen und bezeichnen konnte, konnte nicht mal hyperaktive Kindergärtner wach halten – entsprechend viele Gäste verliessen denn auch während dem Hauptact den Komplex und nochmals mindestens so viele genossen lieber eine Zigarette im Fumoir als sich den Strobo-Attacken länger auszusetzen. Wenn ich von Zuschauern höre, dass sie eigentlich nur auf den Boden geschaut haben, weil ein Blick auf die Bühne Epilepsie-ähnliche Zustände bei jedem hervor rufen konnte, dann ist für mich klar, dass es sich hier nicht mehr nur um das Gejammer eines blöden Konzertfotografen handelt, der einfach mit den Lichtverhältnissen nicht zurecht kam, sondern es sich um ein allgemeines Problem mit der “Lightshow” der Band handelte.

Abgesehen von der grauenhaften Beleuchtung, konnte man auch über die Akustik keine Lobeshymnen singen, was aber nicht an der Arbeit der Jungs hinter den Reglern lag. Der Gesang war an diesem Abend von der ersten bis zur letzten Band schlicht katastrophal schlecht. Ich hätte gerne eine der 500 limitierten und signierten Vinyl-Scheiben für 45 Franken gekauft, wenn die Band auch nur das Geringste getaugt hätte, aber bei der Leistung konnte ich das schlicht nicht rechtfertigen.

Der Abend war sowohl optisch wie auch akustisch mehr als nebensächlich und wer es nicht geschafft hatte, dabei zu sein, konnte sich glücklich schätzen. Ich versteh ja nun wirklich diverse Growler und Screamer, die für andere Leute nur als Lärmbelästigung gelten, doch an diesem Abend war auch ich mit meinem Latein am Ende. Es waren beim besten Willen keine Lyrics erkennbar, auch ein heiserer Gizzlybär mit Keuchhusten hätte erkennbarere Melodien ins Mikrofon gegrunzt.
Keine der Bands, hatte auch nur ansatzweise die Erwartungen, die ihre Fans in sie gesetzt haben, erfüllt. Stattdessen wurden die Besucher geflasht, was in diesem Zusammenhang nicht positiv zu werten ist, sondern schlicht auf die Tatsache hinweisen sollte, dass die Lightshow nur aus Backlight mit zu viel Strobo bestand – und zwischendurch ein wenig Laser-Action, wegen der niemand auf den Balkon des Komplex durfte – und sonst gar nix. Ein weiteres Meshuggah Konzert kann ich weder Besuchern noch Veranstaltern empfehlen. Das war noch der grössere Reinfall als der bevorstehende Weltuntergang.
Zum Glück ist das gleich wieder vergessen mit dem Auftritt von The Hives am 5. Dezember.