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Am vergangenen Freitag traten die beiden Rapper Weekend und Pimf im vollen Werk21 in Zürich. Die Stimmung im Keller kochte.

Freitagabend. Das Werk21 füllt sich allmählich, viele Leute passen nicht hinein, aber irgendwie gibt einem das Werk21 immer eine Underground-Kellerband-Stimmung, egal wer auftritt. Ich fühle mich zurückversetzt in meine Jugendzeit, als ich die Videobattleturnier-Runden (VBT) gesuchtet habe und irgendwie auf gewissen deutschen Rappern hängen geblieben bin. Weekend gehört definitiv dazu. Doch seit dem VBT 2012 hat sich der Rapper massiv weiterentwickelt. Genau wie Pimf. Die zwei so hautnahe zu erleben, war auf jeden Fall ein Highlight!

Auftakt Pimf

Pimf, oder besser Jonas, hatte ebenfalls am VBT teilgenommen. Doch genau wie bei Weekend hat sich bei dem Jungen seither viel getan. Er hat sich textlich weiterentwickelt, ist stilsicherer und hat nur noch minimale Flowfehler.

Eins hat er sich jedoch erhalten: Den Spass an der Musik. Er macht das alles aus Leidenschaft, aus Liebe zum Rap. Dabei nimmt er sich selbst nicht zu ernst, feiert die Fans und seinen Support und rappt über Themen, die ihn selbst ausmachen und beschäftigen. Er muss nicht irgendetwas Melodramatisches erfinden oder auf überkrassen Gangster ohne Inhalt machen, sondern bleibt sich selbst treu und das macht ihn auf der Bühne authentisch.

Bild: Michelle Brügger

Knapp eine halbe Stunde heizt er das Publikum ein und die Stimmung war besser als auf den meisten mittelgrossen oder gar grossen Konzerten, bis nach ganz hinten wurde mitgerappt, geklatscht und im Takt mit den Händen mitgewippt.

Weekends Inneneinrichtung

Mit Pimf war es ja schon mal ein guter Einstieg, doch der Abend wurde je länger je unterhaltsamer. Weekend stellte uns unter anderem sein DJ Rolf vor, dem er einen eigenen Song gewidmet hat. Als dieser ausklang, nahm Weekend eine ihm entgegengestreckte ID aus dem Publikum entgegen. Rolf hatte endlich ein Kumpan gefunden, einen Namensvetter, der liess es sich nicht nehmen daraufhin die Bühne zu stürmen und fleissig Nummern auszutauschen.

Nebenbei lernte das Publikum auch Weekends Inneneinrichtung kennen, so zum Beispiel sein Sofa. Eine Dame aus dem Publikum durfte es sogar anfassen, setzte sich dann stinkfrech drauf und wurde von Weekend gespielt empört wieder runtergejagt.

Als Wiedergutmachung gab es später eine fantastische Lichtershow, von der hauseigenen Stehlampe. Sie beherrschte drei Modi: «An», «Aus» und bei schnellem Knopfdrücken «Blinken». Bleibt nur die Frage, ob die arme Freundin von Weekend nun ganz im Dunkeln auf dem Boden sitzen muss, so ohne Sofa und ohne Licht. Aber das kümmert den Rapper nicht, schliesslich bekommt er Fanpost von Gott.

Bild: Michelle Brügger

Am Ende gibt der Rapper auch noch unter tosendem Beifall eine fast viertelstündige Zugabe und spielt endlich Schatz, du Arschloch. Das seine Texte auch tiefgründiger sein können beweist er dann noch mit Die Rede für den Preis den ich nie kriegen werde, laut eigener Aussage seinem besten Song. Zufrieden und ausgepowert kann das Publikum kurz nach 22 Uhr nach Hause gehen.