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Am Freitagabend hiess es im Zürcher X-Tra: Bühne frei für 20 lange Jahre Guano Apes. Der Tourauftakt hätte gemäss Band kaum besser sein können.

Schon mal was von der Alex Mofa Gang gehört? Wer gerne deutschen Punk Rock hört, sollte definitiv mal reinhören. Die Berliner Band, welche im 2012 gegründet wurde, legte als Einheizer eine richtig solide Show hin und das Publikum ging darum auch sehr schnell mit. Schade, dass man die Lyrics nicht immer ganz so deutlich verstand, aber das ist mit ein Grund, mir die Songs zu Hause nochmals zu Gemüte zu führen.

Nostalgie bei den Guano Apes

Nach geschlagenen 45 Minuten ging es dann endlich weiter mit Guano Apes.

Erstaunlicherweise startete das Konzert nicht mit einem Knaller, sondern mit einer ruhigen Version des Songs Maria. Dies sei, gemäss der Band, ihr erster Song überhaupt, den sie vor genau 20 Jahren gespielt hätten. Auch das Bühnenbild, welches aus Ziegelsteinmauern und einem müffeligen Sofa bestand, erinnerte nostalgisch an ihren ersten kleinen Proberaum.

Ich weiss nicht genau wieso, aber ich bekam umgehend Hühnerhaut, als sie den ersten Song einspielten. War es die unglaublich kräftige, warme, kratzige, zarte – in einem Wort vielseitige – Stimme von Sandra Nasic oder die Erinnerung an die Teenie-Zeit, als Guano Apes neben drei, vier anderen Bands mir die Türe zu Rock, Metal und Punk eröffneten.

Wie es dann ab und an bei solchen Bands passiert, merkte ich, dass ich die Lyrics von manchen Songs überhaupt nicht richtig drin habe. Kennt ihr das? Als Kind oder Teenie hat man die englischen Texte mitgesungen, obwohl man die Sprache noch nicht konnte und das Kauderwelsch bis heute im Hirn genauso abgespeichert.

Wenn man den Blick nur auf Frontfrau Sandra geworfen hat, hätte man meinen können, die Zeit sei etwas stehen geblieben. Irgendwie hat sie immer noch den gleichen Look und das gleiche Aussehen wie damals. Das nette, unkomplizierte Mädchen von nebenan, das mit T-Shirt auf der Bühne erscheint, ohne Schnickschnack und einfach eine geile Party und Show schmeissen möchte. Wenn man den männlichen Rest der Band ansah, merkte man jedoch, dass ein paar Jahre verstrichen sind.

Dies tat aber der Akustik nichts ab. Die Band spielte gewohnt souverän und energiegeladen. Ein bisschen hätte ich mir an diesem Abend die 90er zurück gewünscht. Wisst ihr noch – so ganz ohne Smartphones? Es war unglaublich, wie viele Leute ständig an ihrem Handy herumdrückten und Filme machten. Da zahlen sie einen schon eher stolzen Preis von über 70 Franken für die Show und dann sind sie nur halb mit dabei.

Immerhin empfanden es die Guano Apes als wenig tragisch, denn sie bedankten sich mit den Worten: «Besser hätte es kaum sein können. Wir könnten nach diesem Auftakt die Tour ja auch gleich wieder beenden.»