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Am Sonntagabend besuchten We Are Scientists und Ash gemeinsam für eine Doppel-Headliner-Show den Zürcher Klub Plaza. Im Rahmen ihrer «Masters of the Euroverse Tour» soll ermittelt werden, welche Band die europäische Vorherrschaft des Indie-Rocks innehat. Zeit für den Showdown.

 

We Are Scientists (Foto: Sacha Saxer)

We Are Scientists (Foto: Sacha Saxer)

Punktgenau zur angegebenen Anfangszeit im Plaza eintrudelnd, war ich zunächst froh, hatte ich noch nichts verpasst. Ob denn Ash oder We Are Scientists den Abend eröffnen würden, war mir vorgängig auch nicht ganz klar. Abwarten und Tee trinken, heisst die hier passende Redensart, und dazu blieb mir dann auch noch mehr Zeit, als mir eigentlich lieb war. Aus mir keinem ersichtlichen Grund startete der Konzertabend nämlich eine ganze dreiviertel Stunde später als proklamiert.

Letztendlich war Ash die Band, die das wartende Publikum dann erlöste. Aus ihrem riesigen Fundus an Liedern konnten sie sich eine hübsche Setlist zusammenbasteln, in der Songs vom aktuellen Album Kablammo gleichermassen Platz fanden wie auch Stücke, die beinahe schon 20 Jahre überstanden hatten. Mit Girl From Mars beendeten Ash vorläufig den 45-minütigen Querschnitt ihres Schaffens, welchen sie routiniert aber spielfreudig den Zusehern entgegen schmetterten. Diese wiederum dankten es ihnen mit artigem Applaus, Kopfnicken und Fuss im Takt wippen. Ja, stimmungsmässig war da noch viel Luft nach oben.

Vielleicht können We Are Scientists (WAS) das Publikum knacken. Das US-Duo ist für seinen Humor bekannt, und wenn Witze auch nichts nützten, haben sie zusammen mit Live-Drummer Keith Carne ja ebenfalls eine beachtliche Anzahl Indie-Smash-Hits vorzuweisen. Fast schon ironisch, wie sie ihr ebenfalls rund 45 Minuten dauerndes Set mit This Scene Is Dead eröffneten, während der Szenerie doch langsam Leben eingehaucht wurde. Mit dem relativ früh gespielten Nobody Move, Nobody Get Hurt setzten WAS den musikalischen Höhepunkt ihres Auftritts, blieben aber weiterhin bemüht die Meute gut zu unterhalten. So machte Sänger Keith Murray auch Mal einen Spaziergang durch die Menge zur Bar, wo er sich auf der Theke singend eine Blume aus der Vase klaubte.

And the winner is…

Nach den beiden ordentlichen Auftritten von Ash und We Are Scientists, war aber immer noch nicht klar, an wen der Titel Masters of the Euroverse nun geht. An WAS weil sie hier mit einem knappen Punkte-Vorsprung siegen konnten oder doch etwa an Ash, die das Vorrecht als erstgeborene, verzeiht, ich meine natürlich erstgegründete Band hat?

Die beiden Gruppen beantworteten die Frage in dem sie zum Showdown alle die Bühne betraten, sich mit ihren Instrumenten bewaffneten… und gemeinsam den Thin Lizzy Song The Boys Are Back In Town anstimmten. Aus WAS und Ash wurde kurzerhand die Supergroup W*A*S*H. In ihren Bandshirts einheitlich gekleidet, performten sie nun mit einem Schlagzeug, zwei Bässen, drei Gitarren und unzähligmal mehr Power. Bis sich der Bass von Chris Cain ins Nirvana verabschiedete. Während dieser also ausgewechselt werden musste, improvisierte der Rest der Supergroup mit einem Jam und witzelte sich charmant aus der Affäre.

Neben dem Thin Lizzy-Cover und jeweils zwei WAS und Ash Songs coverten W*A*S*H zum krönenden Abschluss den The Smiths Klassiker There Is A Light That Never Goes Out mit Keith Murry singend und Tim Wheeler Gitarre spielend mitten im Publikum. Hach, ein grandioser, herrlicher Schlusspunkt der jeden klar werden liess, wer die wahren Masters of the Euroverse sind: The Smiths! Kleiner Scherz, ich wollte natürlich W*A*S*H schreiben, jaja.