Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Die Handvoll Hardcore-Fans von The Used konnte man an einer Hand abzählen, der Konzertsaal nur halbvoll. Ob es daran lag, dass am gleichen Abend das Zürich Openair gestartet ist? Man weiss es nicht. Vielleicht waren sie seit ihrem letzten Auftritt auch einfach zu wenig oft in der Schweiz, das letzte Mal gastierten sie vor acht Jahren in Zürich.

Der Opener des Abends waren Useless. Wer jetzt schmunzelt und denkt «Das könnte man jetzt aber auch anders verstehen» soll weiterschmunzeln. Ich sage nur: Obacht bei der Wahl des Bandnamens. Wenn er Programm werden soll und man seinem Namen alle Ehre machen will, sollte dieser nicht «Useless» lauten.

Useless
Useless
Bild: Michelle Brügger
Useless
Useless
Bild: Michelle Brügger
Useless
Useless
Bild: Michelle Brügger
Useless
Useless
Bild: Michelle Brügger
Useless
Useless
Bild: Michelle Brügger
Useless
Useless
Bild: Michelle Brügger
Useless
Useless
Bild: Michelle Brügger
Useless
Useless
Bild: Michelle Brügger
Useless
Useless
Bild: Michelle Brügger
Useless
Useless
Bild: Michelle Brügger

Es spielte den jungen Winterthurern nicht grade in die übernervösen Hände, dass der Saal zu Beginn beinahe leer war. Bei so wenigen Zuhörern hätten sie mit jedem einzelnen interagieren können, denn sie gaben mehr oder minder ein Privatkonzert. Sie brachten jedoch ihr deutlich sichtbares Lampenfieber nicht unter Kontrolle. Dies spiegelte sich leider auch in der Performance wider. Wann immer möglich drehten sie dem Publikum den Rücken zu und liessen lieber nur ihre Musik sprechen, statt ein paar Worte an die Konzertbesucher zu richten.

Wenn die Vorfreude nicht anhält

Das pure Gegenteil waren die routinierten The Used, die schon seit 2001 im Geschäft sind. Ich hatte die Band noch nie live gesehen und hatte mir ob all der Geschichten die man so hört und liest ehrlich gesagt mehr von der Show erwartet. Ja, Bert McCracken hüpfte und sprang sehr viel auf der Bühne herum. Aber das machen Aerobic-Instruktoren auch. Einverstanden, Dan Whitesides warf vermutlich über ein Dutzend Drumsticks ins Publikum.

The Used (Bild: Michelle Brügger)

Dan Whitesides von The Used. Bild: Michelle Brügger

John Fred Young (Bild: Michelle Brügger)

John Fred Young von Black Stone Cherry. Bild: Michelle Brügger

Aber wenn ich das mit der Leidenschaft und Energie eines John Fred Young von Black Stone Cherry vergleiche, ist und bleibt mir John als «The Animal» in Erinnerung und an Dan erinnere ich mich vermutlich nur, weil ich im Graben einen seiner Drumsticks an den Kopf bekam. Ich kam nicht umhin mich zu fragen, ob ihr Auftritt anders verlaufen wäre, wäre der Saal brechend voll gewesen. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Musik als Heilmittel

Das neuste Album The Canyon beinhaltet eine Menge Schmerz und überwältigende Gefühle. Es soll anderen helfen, mit Musik ihre verletzten Seelen zu heilen und Depressionen zu überwinden und im Idealfall ihr Leben zu retten, so Bert McCracken. Vielleicht rühren seine eindringlichen Blicke daher, die mir teilweise richtige Schauer über den Rücken jagten. Nur leider keine positiven. Jemand in meinem Umfeld verglich seine Mimik mit Jack Nicholson und dem legendären Film «Einer flog übers Kukucksnest», wobei wohl «Shining» für seinen vorherrschenden Gesichtsausdruck der passendere Filmvergleich gewesen wäre.

 

Bert McCracken. Bild: Michelle Brügger

Zwischen den einzelnen Songs richtete Bert das Wort ans Publikum und zitierte einige Male aus Shakespeares Hamlet. Scheinbar interessierte das nicht alle im Saal, weshalb die Gespräche einmal mehr den Künstler auf der Bühne zu übertönen vermochten. Bert forderte allerdings die volle Aufmerksamkeit des Publikums, als er mitten im Zitat innehielt und ruhig, aber sehr deutlich ein «Shut the fuck up» von sich gab und dies ein zweites Mal eindringlicher «Shuuuut the fuuuck uuuuuuuup» wiederholte. Schlagartig wurde es ruhig im Dynamo und er fuhr mit seiner Performance fort.

Nebst dem viel zu heftigen Bass empfand ich den eingesetzten Stimmverzerrer, der seinen Gesang oft sehr dumpf klingen liess, sehr unpassend. Wie er wohl rüberkommt, wenn man diesen unnötigen Effekt weglassen würde? Weniger distanziert, altmodisch? Mir drängte sich die Frage auf, weshalb sie den Saal nur zur Hälfte zu füllen vermochten. Lag es am letzten heissen Sommerabend, den man lieber draussen verbringen wollte? Dass das Zürich Openair gestartet hatte oder am sich deutlich veränderten Musikstil seit ihrer Gründungszeit? Oder ist ihre Zeit einfach vorbei und The Used sind nach 16 Jahren zu verbraucht für Zürich?

The Used
The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Jeph Howard, The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Justin Shekoski, The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Jeph Howard, The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Justin Shekoski, The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Bert McCracken, The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Bert McCracken, The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Justin Shekoski, The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Bert McCracken, The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Bert McCracken, The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Jeph Howard, The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Bert McCracken, The Used
Bild: Michelle Brügger
The Used
Dan Whideside, The Used
Bild: Michelle Brügger