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Energiegeladene Bands statt schwimmende Plastiktiere. Das Poolbar Festival zeigte sich mit The Bianca Story und Wallis Bird mal von einer anderen Seite. Gespielt wurde vergangenen Freitag nicht in der Halle, sondern im Pool. 

Wallis Bird rockten den Pool (Bild: Steffi Sonderegger)

Wallis Bird rockten den Pool (Bild: Steffi Sonderegger)

Dass das Alte Schwimmbad in Feldkirch früher ein richtiges Schwimmbad war, daran hatte ich nie Zweifel. Dass direkt im Schwimmbecken Konzerte stattfinden, war mir aber nie so richtig bewusst. Bis zu diesem Freitagabend in der zweitletzten Woche des Poolbar Festivals. Gemütlich tranken die Besucher ihr Feierabendbier vor der einladend gestalteten Location, bevor sich die ersten gegen 21 Uhr nach und nach in Richtung Pool aufmachten.

Und ja, es war ein richtiger Pool. Einer, in dem eine ganze Bühne aufgebaut, eine Bar platziert und genug Raum für Zuschauer war. An diesem Abend machte das Poolbar Festival seinem Namen alle Ehre. Nicht nur ich war schwer beeindruckt von dieser Art Konzertlocation.

Tanzwütige Schweizer

Als die Basler von The Bianca Story kurz nach neun Uhr die Bühne betraten, war der Anteil der Konzertbesucher im Schwimmbecken und darum herum noch sehr überschaubar. Doch innert Kürze füllte sich der Raum und dank der unglaublichen Ausstrahlung und Energie seitens des Frontmannes der sechsköpfigen Truppe wurde aus dem flüchtigen Nicken schon bald ein wildes Tanzen. Zumindest bei den meisten. Auch der Applaus wurde mit jedem Song lauter, was nicht weiter verwunderte bei der Kombination aus Elektro und Pop, gepaart mit den wunderbaren Duettstimmen von Anna Gosteli und Elia Rediger. Zum Schluss wollten die Vorarlberger die Schweizer Truppe schon gar nicht mehr gehen lassen. Zu schön war es aber auch; das Eintauchen, das freie Gefühl im Takt der Musik. Doch der Headliner des Tages stand erst noch an: Wallis Bird.

Schuhe und Gitarrensaiten völlig überbewertet

Nach über einer Stunde Umbaupause, technischen Problemen und öffentlichem Soundcheck war es dann endlich soweit: Wallis Bird betrat die Bühne. Gut, sie betrat die Bühne nicht, sie kam eher wie ein Wurfgeschoss reinkatapultiert! Eines, das förmlich explodierte und mit ihr das inzwischen voll gefüllte Poolbecken und der Schwimmbeckenrand. Spätestens jetzt wurde klar, warum bereits vor dem Konzert überall von enorm beeindruckenden Auftritten die Rede war. Wallis Bird ist definitiv eine Wucht! Und vor allem ist sie anders. Etwas unbeschreiblich. Zu sagen bleibt, dass die kleine, schmächtig gebaute Frau gerne auf ihre neongelben Flipflops verzichtete, etliche Gitarrensaiten innerhalb von wenigen Minuten zerhaute und so schnell hin und her wirbelte, dass mein Kamerafokus keine Chance hatte. Die volle Energie! Und diese Energie transportierte die gebürtige Irin an diesem Abend über alle möglichen Wege. Ganz egal ob im Singer-Songwriter-Stil an der Gitarre, im wilden Schlagzeugbattle mit ihrem Drummer oder in experimentellen Spielereien mit ihrer Stimme – die 32-Jährige lebt in ihrer Musik.

So wurde an diesem Abend aus dem Schwimmbecken ein Tanzbecken, bis oben gefüllt mit musikalischen Energiewellen. Danke Poolbar Festival, dass du deinen Namen so wortwörtlich genommen hast und immer wieder mit solchen Abenden auftrumpfst. Ab geht’s in die letzte Woche und wir sagen: bis nächstes Jahr!

Fotos: Stephanie Sonderegger