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Vergangenen Freitag hat die Jägerhalle in Basel nach einer längeren Pause und einem schönheitschirurgischen Eingriff – man kann auch sagen: Umbau – wieder ihre Pforten geöffnet. Wir waren vor Ort und haben uns umgeschaut.

2015-08_Jaegerhalle

Full House in der Jägerhalle (Foto: zvg)

Die Wiedereröffnung hatte offenbar einige Sprengkraft im Leben der Nachtgänger, denn neben den zahlreichen Menschen, die sich vor der Jägerhalle eingefunden hatten, muss sich der Event auch im Königreich der Tiere rumgesprochen haben. Niemand Geringeres als eine Gottesanbeterin, ein ansonsten äusserst seltener Anblick im Basler Nachtleben und überhaupt in Mitteleuropa, hatte der Jägerhalle ihre Aufwartung gemacht und das bunte Treiben der Zweibeiner von einem gemütlichen Rollladenplatz vor dem Fenster des Lokals aus beobachtet.

Schön, wenn es solche Orte der Begegnung gibt. Orte, an denen nicht nur unterschiedliche Kulturen, Musikrichtungen und Kunstformen, sondern auch Menschen und äusserst exotisch aussehende Insekten aus der Ordnung der wenig bekannten Fangschrecken aufeinander treffen. Schon allein deswegen lohnt sich ein Besuch des Lokals im Gebiet des ehemals vom Nachtleben pulsierenden NT-Areals.

Vor der Jägerhalle steht übrigens die riesige Skulptur eines Indianerhäuptlings, was nun, nach der Umstrukturierung des NT-Areals eine umso grössere Symbolkraft hat, weil sie eine der wenigen Lokalitäten ist, die nach der massenhaften Schliessung anderer Einrichtungen in diesem einst brodelnden Gebiet des kulturellen Lebens, noch steht.

Ich muss noch erwähnen, dass sich die anwesende Gottesanbeterin ganz ohne Alkohol in der Jägerhalle amüsiert hat. Keinen einzigen Tropfen hat das langbeinige Fluginsekt gebraucht, um eine gute Zeit zu haben. Ich werte diesen Umstand als ein Kompliment für das Lokal. Natürlich kann es auch daran liegen, dass es keine christliche Gottesanbeterin war und ihre Religion ihr den Konsum alkoholhaltiger Getränke verbietet – aber das sind alles Mutmassungen.

Keine Mutmassung hingegen ist, dass die Jägerhalle ihren Gästen durch das breitgefächerte Angebot auch in Zukunft erlebnisreiche Ausgänge bieten wird. Darauf ein lautes «Waidmanns Heil»!