Fast 140 Bands, über 80’000 Besucher, über 270 Fussballfelder Festivalfläche und die Metalszene spielt verrückt. Schon lange vor dem offiziellen Start reisten die Fans aus aller Welt an. Die Campingplätze waren schon am Dienstag ordentlich besetzt und wurden im Verlauf der nächsten Tage immer voller. Die Stimmung war ausgelassen und natürlich durfte das Bier auf einem deutschen Festival nicht fehlen, wovon diverse Besucher schon vor Festivalstart ein paar zu viel tranken.

Überblick

Das Motto des Wacken Open Air Festivals ergibt erst Sinn, wenn man das Festival einmal selbst erlebt hat. «Rain or Shine» sollte man hier sehr wörtlich nehmen. Entweder war es so heiss, dass man Oberkörperfrei bzw. nur im Bikini schon fast einen Hitzeschlag erlitt oder es regnete in Strömen, so dass man aufpassen musste, dass einem das Zelt nicht weggeweht wurde oder in einer der Schlammpfützen versank. Regenstiefel waren unabdingbar, wenn man durch den fast knietiefen Schlamm noch irgendwie zum Infield wollte. Trotzdem strömten die Massen auf den Hauptwegen dahin und wieder zurück.

Für die Lieblingsbands nimmt man eben schon so einiges auf sich. Die Bands würdigten das jeweils mit herzlichen Ansprachen, welche die Treue und die Standhaftigkeit der Fans hochlobten. Fast in keiner anderen Szene findet man so viele sympathische und am Boden gebliebene Bands wie bei den Metallern. Selbst die Headliner bedankten sich mehrmals dafür, dass sie vor so einem Publikum spielen durften und boten eine fantastische Show für die Besucher.

Anfahrt & Zeltplätze

Grundsätzlich gab es zwei Möglichkeiten ans Wacken Open Air zu fahren: Entweder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (inkl. dem berühmten Metaltrain) oder mit dem Auto. Beides klappte dieses Jahr hervorragend. Mit dem Auto wurde man in die möglichen Parkareale eingewiesen und wer wollte, konnte auch gleich neben dem Zelt parken. Hierbei gab es aber keine Versicherung, dass man wieder vom Gelände kam und nach den ersten Regengüssen sah es für manche Autos eher schlecht aus, dass sie aus eigener Kraft nochmals aus dem Schlamm rauskommen würden. Notfalls konnte man sich jedoch bei den Veranstaltern  melden und wurde dann mit speziellen Fahrzeugen aus dem Schlamm gezogen.

Die Zeltplätze waren von A-Z durchbuchstabiert und konnten mit einem Lageplan relativ einfach gefunden werden. Wer das Pech hatte direkt an den Hauptwegen zu zelten, durfte sich spätestens nach dem ersten offiziellen Festivaltag eine neue Bleibe suchen. Die Zelte direkt an den Hauptwegen waren innert weniger Stunden entweder im Schlamm versunken, von Betrunkenen umgeworfen oder von einem vorbeifahrenden Auto zerstückelt. Leider scheint dadurch einer der Fans aus Süddeutschland auf die Idee gekommen zu sein in seinem Anhänger zu übernachten. Damit er nicht friert hat er diesen mit einer Plane zugedeckt. Unglücklicherweise stand ein Stromgenerator daneben, der giftige Gase unter die Plane blies, woran der Mann dann leider erstickte.

3 Tage gute Musik und viel Bier

Obwohl schon am Mittwoch ein paar Bands spielten ging das eigentliche Festival erst am Donnerstag richtig los. Trotz Regen und Schlamm funktionierten die technischen Geräte alle einwandfrei. Es kam zu keiner Verzögerung und auch die Running Order war gut durchdacht, so dass sich keine Headliner kreuzten. Um die Bühnen zu wechseln hatte man in der Regel eine Viertelstunde Zeit und das reichte meistens auch grade noch so, vor allem weil die beiden Hauptbühnen direkt nebeneinander standen. Auf dem Gelände konnte man sich dann auch ausreichend mit Bier und kleinen Mahlzeiten versorgen, wobei die Preise für Pizza und belegte Brote sogar ganz passabel waren. Getränke waren schon eher teuer und man merkte, dass die Veranstalter hier ordentlich Profit rausschlagen konnten.

Ausserdem konnte man sich auch in Wacken selbst mit dem nötigsten Versorgen. Die Hauptstrasse war gesäumt mit allerlei Läden, die ihre Ware feilboten. Man fand fast alles: Regenstiefel, Regencapes, T-Shirts, Esswaren, Getränke (alkoholische und nicht alkoholische), Zelte, Campingkocher und was man sonst noch alles auf einem Festival gebrauchen konnte.

Wie auf jedem Festival spielten die Hauptacts meist spät abends, so dass die Festivalbesucher genug Zeit hatten sich vorerst schön auszuschlafen, etwas zu essen, die ersten paar Bierchen zu trinken und sich dann auf den Weg zum Infield zu machen. Wer vorher schon ein paar der kleineren Bands sich ansehen wollte, der musste sich überwinden früh aufzustehen, was jedoch bei dem Lärm auf den Zeltplätzen – verursacht durch die Stromgeneratoren und die mitgebrachten Musikanlagen – nicht weiter schwer war.

Gute Laune war vorprogrammiert und selbst der schlimmste Regen konnte daran nichts ändern. Die Bands sorgten dafür, dass den Metalheads ordentlich eingeheizt wurde und die Stimmung war so fantastisch, dass man selbst den Regen mit der Zeit ausblenden konnte.

Fazit

Beim Wacken Open Air gibt es soviel zu sehen und zu beschreiben, das Worte kaum ausreichen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Es herrscht jedes Mal wieder eine ganz besondere Stimmung und die Bands geben jedes Jahr aufs Neue ihr Bestes. Langeweile kommt auf diesem Festival garantiert nie auf, denn neben den Konzerten gab es noch haufenweise kleinere Aktivitäten und Orte, die man besuchen konnte, so zum Beispiel den Metalmarkt. Das Wacken Open Air trägt zu Recht den Titel des grössten Metal Festivals Deutschlands. Schade nur, dass es nun wieder ein Jahr dauert…

Das Wacken Open Air 2013 findet vom 1. – 3. August 2013 statt. Weitere Informationen dazu findet man auf der offiziellen Seite des W:O:A.