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Das 26. Wacken Open Air ist mittlerweile auch wieder Geschichte. Grossartige Bands sorgten dafür, dass das weit weniger grossartige Wetter und die dadurch verursachten Bodenbedingungen schnell in den Hintergrund traten. Ein Rückblick auf vier Tage Metal, Bierseligkeit und Unmengen von Matsch.

Nasser, aber gelungener Start ins nächste Vierteljahrhundert (Foto: Sacha Saxer)

Nasser, aber gelungener Start ins nächste Vierteljahrhundert (Foto: Sacha Saxer)

Schon Tage vor dem Beginn des Festivals hatten die Organisatoren gewarnt, dass es dieses Jahr ziemlich nass werden würde. Mehrere Tage starken Regen (25l/m2) hatten den Boden des Geländes gesättigt und es wurde dazu aufgerufen, vor allem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, um den Boden nicht noch zusätzlich zu strapazieren. Da der Regen auch am Donnerstag noch immer mitmachen wollte, musste zeitweise die Zufahrt für PKWs komplett gesperrt werden, da diese sonst in die Matschmassen schlicht stecken geblieben wären. Das führte zwar zu etwas Unmut, aber wer dann vor Ort war, war froh über diese Entscheidung: Die Hauptwege kamen einem Abenteuerurlaub gleich. 50 Zentimeter tief stand man im Schlamm. Die ohnehin schon langen Wege vom Campingplatz zum Infield wurden dadurch zu einem ausserplanmässigen Fitnesstraining. «Ich geh mal kurz ’ne Band anschauen», gab es dieses Jahr definitiv nicht.

Die miesen Wetterbedingungen hatten aber auch Vorteile: Die Metalheads zeigten eine Solidarität, dass einem der Regen und der Matsch gleich wieder egal war. Ob man jetzt morgens um zwei Uhr jemandem bei strömendem Regen und peitschendem Wind beim Zeltaufbau half, oder seiner Freundin sein Bier in die Hand drückte um zusammen mit drei weiteren Fans einem im Morast steckengebliebenem Rollstuhlfahrer aus der Patsche zu helfen und ihn bis zur Bühne, auf der dessen Lieblingsband spielte, trug oder man freie Plätze im Zelt an diejenigen, die kein Zelt mehr aufstellen konnten, zur Verfügung stellte. Man wurde zu einer einzigen grossen Familie.

Dem Veranstalter muss man an dieser Stelle ein grosses Lob für den Umgang mit der braunen Brühe machen. Rund um die Uhr wurde abgepumpt, mit Paletten, Planken und Holzschnipseln gegen die Wassermassen angekämpft. Klar lief nicht alles perfekt, aber im Rahmen der Möglichkeiten hatten sie alles versucht, das Erlebnis für alle so angenehm wie möglich zu machen. Und spätestens am zweiten Tag, als man am Morgen wieder in die feuchten Klamotten vom Vortag – wozu frische anziehen, die sehen nach zehn Minuten sowieso gleich aus wie die von gestern – und in die schlammverkrusteten Stiefel gestiegen ist, war einem alles egal. Man sass nunmal wortwörtlich im Dreck, sich darüber aufregen brachte nichts, also genoss man einfach die Konzerte. Davon gab es mehr als reichlich, schliesslich standen insgesamt acht Bühnen zur Verfügung, so dass für jeden Metalgeschmack etwas dabei war.

Die Jungs sahen in ihren Superheldenkostümen zwar ziemlich lächerlich aus, aber ein paar Bierchen und die ganze Sache machte Spass.

 

Weil das Gehen auf den (Wasser-)Wegen etwas erschwerlich war, verbrachte ich selber die meiste Zeit im Wackinger Village und im Bullhead Circus und habe mir erst am Samstag die Hauptbühnen näher angesehen. Die noch unbekannteren Bands, die auf diesen kleineren Bühnen spielten, waren für mich allerdings auch schon immer die spannenderen. So auch das neue Projekt vom Anneke van Giersbergen (Ex-The Gathering) und Arjen Anthony Lucassen (Ex-Stream of Passion, Ayreon), The Gentle Storm, mit welchem sie am Mittwoch auf der Wackinger Stage auftraten. Egal in welcher Formation Frau van Giersbergen auftritt, ihre Stimme verursacht immer Gänsehaut. Dass sich im Live-Aufgebot auch noch Stream of Passion Bassist Johan van Stratum und Stream of Passion Sängerin Marcella Bovio als Backing Sängerin gewonnen worden konnte, zeigte, dass sich Lucassen  im Guten von seiner Band getrennt hatte. Am 27. Oktober treten The Gentle Storm im Vorprogramm von Delain im Kofmehl auf. Kann ich nur empfehlen.

Im Bullhead Circus – geschützt vom mal wieder einsetzenden Regen – kämpften die Grailknights mit ihrem «Battlechoir», wie sie ihr Publikum nennen, ihre Superherometal-Schlacht gegen den bösen Dr. Skull. Die Jungs sahen in ihren Superheldenkostümen zwar ziemlich lächerlich aus, aber ein paar Bierchen und die ganze Sache machte Spass. Und ein Dach über Kopf hatte man zum Glück auch noch. War die Truppe 2010 noch als Support von Sabaton im damaligen Rock City in Uster unterwegs, hatten sie mittlerweile eine beachtliche Fangemeinde um sich geschart. Der Auftritt hier am Wacken Open Air hatte bestimmt noch ein paar Dutzend weitere «Sänger» in ihren Chor geholt.

Über das Doppelkonzert von Savatage und Trans-Siberian Orchestra, welche die beiden Hauptbühnen gleichzeitig bespielten, möchte ich keine grossen Worte verlieren. Wer da nicht im Infield stand, hatte ein grossartiges Erlebnis verpasst. Auch die Live-Übertragungen konnten dem in keinster Weise gerecht werden. Ich bin gespannt, wie die Organisatoren dieses Highlight nächstes Jahr zu toppen versuchen werden.

Aber auch auf der kleinen Wasteland Stage ging es mächtig zur Sache, auch wenn beim Gig von MegaBosch zunächst mal gar nichts lief: Wegen des starken Regens ist die gesamte Stromversorgung auf der Bühne zusammen gebrochen und so war’s zappenduster und ungewöhnlich still. Doch wer sich Rockstars der Apokalypse schimpft, lässt sich von solchen Technikpannen nicht unterkriegen. Die Crew schaffte es mit nur wenig Verspätung die Soundanlage in Gang zu kriegen, woraufhin die Band los rockte, als wäre nix geschehen. Beleuchtet wurde die Szenerie dann erstmal mit den Flammenwerfern auf der Bühne. Ein Hoch auf Pyrotechnik!

Dagegen wusste die Piratencrew ein gutes Mittel: Tanzen!

Am Donnerstag stand Piratensound auf dem Programm. Sowohl Ye Banished Privateers als auch Mr. Hurley & Die Pulveraffen – beides mittlerweile fixe Grössen am W:O:A – enterten die Wackinger Stage. Beide Bands sind auch gern gesehen Gäste an diversen Mittelaltermärkten und letztere sind daran, Alestorm Konkurrenz zu machen, was aberwitzige Texte angeht. Und ähnlich wie die Briten verbreitete die Truppe aus Osnabrück schon vor dem ersten Ton mächtig Stimmung unter dem knöcheltief im Matsch stehenden Publikum. Das Stehenbleiben in diesem heimtückischen Schlamm war definitiv keine gute Idee, denn er versuchte einem die Füsse immer tiefer in sich hinein zu saugen – Treibsand Ahoi! (Wär auch ein passender Titel für einen Pulveraffen-Song.) Aber dagegen wusste die Piratencrew ein gutes Mittel: Tanzen! Und zu den folkig rockigen Lieder mit solch aussagekräftigen Titeln wie Alll!, Schrumpfkopf im Rumtopf oder Blau wie das Meer gelang dies auch wunderbar, sehr zum Schrecken von mir, da ich beim Ablichten des Konzerts die ganze Zeit auch noch aufpassen musste, dass mir nichts von dem durchs Rumspringen rumspritzenden Matsch auf der Linse landete.

Ein weiterer Besuch bei der Wasteland Stage bescherte einen Zwischenfallslosen Auftritt von MegaBosch. Offensichtlich hielten die Reparaturen von vergangener Nacht dem weiteren Regen stand. Die Auftritte des schrägen Quartetts lohnen sich immer wieder, aber nie so sehr, wie wenn man sich auf ein Interview mit der Truppe vorbereiten muss. Auch dieses Jahr sorgten die Wasteland Warriors, eine LARP-Truppe aus Deutschland, für das nötige Ambiente. Leider fielen dieses Jahr die Showfahrten mit ihren umgebauten Endzeitvehikeln sprichwörtlich ins Wasser: Es wäre schlicht nicht zu verantworten gewesen, mit den Boliden auf diesem Untergrund und bei so vielen Zuschauern in unmittelbarer Nähe rum zu kurven. Im letztjährigen Wacken-Rückblick gibt es allerdings ein paar Fotos davon, wie das bei gutem Wetter ausgesehen hätte. Doch nicht nur die Fahrzeuge, auch die Kostüme der einzelnen Charaktere waren mit viel Liebe zum Detail umgesetzt worden und deshalb verwunderte es nicht, dass sich MegaBosch mehrere Spieler als «Accessoires» auf die Bühne holten.

Das persönliche Highlight war der Freitag. Nicht nur, dass es langsam wieder schönes Wetter zu geniessen gab, ich durfte mich auch noch mit gleich vier Bands zu Interviews treffen. Also kämpfte ich mich in aller Herrgottsfrühe aus dem Zelt, um mir Zugang zum Fotografen für Epica zu sichern. An Festivals heisst das, man steht um 10 Uhr vor dem Presseeingang, nur um dort bis 10:30 Uhr warten zu dürfen, weil die Medienbetreuer noch nicht vor Ort waren. Für unsere Leser erbringe ich aber gern solche «Opfer».

Nach ein paar eher enttäuschenden Konzerten von Epica zeigten sich die Niederländer dieses Mal wieder von ihrer besten Seite und gerade Frontfrau Simone Simmons strahlte richtiggehend. Es schien fast so, als ob ihr die Mutterschaft gut tun würde (Simone brachte am 2. Oktober 2013 ihr erstes Kind zur Welt). Wie auch schon letztes Jahr bei Arch Enemy sorgte frühe Platzierung in der Running Order für etwas Kopfschütteln bei den Fans, doch die Band lieferte professionell ab und eröffnete den Tag souverän. So konnte der Tag gerne weiter gehen.

Die Jungs sind immer «in Rolle», man spricht also immer mit ihren Alter Egos.

Interviews führt man meistens in einer mehr oder weniger ruhigen Umgebung. Um MegaBosch allerdings den Weg von der Wasteland Stand ins Pressezelt zu ersparen – für welchen man sich gut und gerne 30 Minuten einplanen musste – besuchte ich die Band in ihrem «privaten» Backstage, mit dem Nebeneffekt, dass ich auch gleich auf diversen Fotos mit der Band verewigt wurde. Das Interview gibt’s demnächst hier zu lesen. Nur soviel vorweg: Die Jungs sind immer «in Rolle», man spricht also immer mit ihren Alter Egos.

Die Zürcher Band Stoneman spielte auf der W.E.T. Stage im Bullhead Circus, dessen Boden mittlerweile schön unterspühlt war, so dass bei jedem Schritt über die Bodenplatten das – nicht mehr ganz saubere – Wasser gut einen halben Meter hoch zwischen den Ritzen hoch spritzte. Das W:O:A 2015 bot echt jede Menge Abwechslung, wenn es darum ging, sich einzusauen.
Es ist schon etwas seltsam, wenn man als Zürcher eine Zürcher Band zum ersten Mal in Leipzig live sieht und zum ersten Mal mit ihr in Wacken spricht, und das, obwohl man schon seit über zwei Jahren an jedes Konzert eingeladen wird. Asche über mein Haupt, wenigstens klappte es dieses Jahr endlich. Stoneman konnte dafür sowohl am WGT als auch am W:O:A die Besucher überzeugen, auch wenn an den beiden Festivals eine doch sehr unterschiedliche Besuchergruppe vor Ort war. Dies wohl nicht zuletzt, weil sie eine der wenigen Bands sind, denen der Wechsel von englischen zu deutschen Texten hervorragend gelungen ist. Demnächst gibt es hier auch zu lesen, wo sie ihre Ziele sehen, nachdem sie jetzt schon am Wave Gotik Treffen und am Wacken Open Air spielen durften.

Von Epica und Amorphis wird es ebenfalls noch etwas zu lesen geben, von letzteren neben dem Interview mit Esa Holopainen auch noch die Rezension ihres neuen Albums Under the Red Cloud, welches am 4. September auf den Markt kommt. Mark Jansen erzählte, was er mit Epica gerne noch machen würde und worauf sich die Fans beim nächsten Album freuen dürfen.

Weil wir unseren Lesern gerne Konzertempfehlungen aussprechen, hinter denen wir mit Überzeugung stehen können, sprintete ich todesverachtend – zumindest den Tod der Kameras – durch das gesamte Infield, um rechtzeitig zum Beginn des Samael-Gigs wieder im Bullhead Circus anzukommen. Die Walliser spielten ihr Album Ceremony of Opposites in seiner Gesamtheit und wir sind stolz, unseren Lesern am 26. September zusammen mit Metal Storm die einzige Aufführung in der Deutschschweiz präsentieren zu dürfen. Die Vorfreude auf Metal Storm Vol 3 stieg mit jedem Song der Schweizer. Man hätte es sich aber für die Band gewünscht, dass sie auf einer grösseren Bühne spielen dürften, zumindest auf der Party Stage.

Die erst neunzehnjährige Jennifer Haben nahm die Bühne ein, als hätte sie ihr ganzes Leben nie etwas anderes gemacht.

Der Samstag stand im Zeichen von Amorphis – noch ein letztes Konzert fotografieren und sich dann ganz der Musik hingeben – , Beyond the Black, Rock meets Classic, Sabaton und Judas Priest. Wie auch Samael waren die Finnen mit einem Album-Jubiläum unterwegs. Auch bei ihnen erschien ein bahnbrechendes Album vor 20 Jahren: Tales from a Thousand Lakes. Alleine der gigantische Backdrop war ein Augenschmaus. Tomi Joutsen sang die Lyrics, die zehn Jahre vor seinem Einzug in die Band entstanden wurden, als wären sie ihm auf den Leib geschneidert worden. Man sah jedem einzelnen Mitglied den Stolz auf dieses Album während des ganzen Konzerts an; niemandem mehr als Esa Holopainen und Tomi Koivusaari, den einzigen beiden Musikern, die seit dem Beginn der Gruppe ohne Unterbruch dabei waren.
Die Entdeckung vom letztjährigen W:O:A war sicherlich die Newcomer-Band Beyond the Black. Welche andere Band kann schon von sich behaupten, dass sie ihren allerersten Live-Auftritt am grössten Metal-Festival gemacht hätten. Und Beyond the Black hatten nicht nur einen Auftritt, sondern gleich zwei, drei sogar, wenn man das Showcase für die Medienschaffenden mitzählte. Im Frühjahr kam dann ihr Debütalbum Songs of Love and Death heraus, die Rezension davon ist hier nachzulesen. Nach einem Abstecher ans WGT in Leipzig stand die Truppe schon wieder auf der W.E.T. Stage und konnte zeigen, was sie in diesem Jahr an Bühnenerfahrung sammeln konnten. Die erst neunzehnjährige Jennifer Haben nahm die Bühne ein, als hätte sie ihr ganzes Leben nie etwas anderes gemacht. Noch zwei weitere Alben, damit sie ein genügend grosses Repertoire haben, und die grossen Bühnen gehören ihnen. Dass sie den Organisatoren ganz besonders gut gefallen, zeigte sich darin, dass sie die offizielle Wacken Hymne spielen durften. Und als ob dies noch nicht genug wäre, eröffneten Jennifer und Gitarrist Christo auch gleich noch den Auftritt des Rock meets Classic Ensembles.

Wer noch nie an einem Rock meets Classic-Konzert war, sollte dies bei nächster Gelegenheit unbedingt nachholen. Ein klassisches Orchester, das unterstützt von einigen Rockmusikern und wechselnden Rockgrössen am Mikrofon deren grösste Hits zum Besten gibt. Einer der grössten musikalischen Wow-Momente, die man erleben kann. Obwohl ich sagen muss, dass mich die Atmosphäre im Hallenstadion in diesem Fall besser gedünkt hatte. Ein Rückblick zur exklusiven Schweizer Ausgabe gibt es hier zu lesen.

Als jahrelanger Fan von Sabaton freute ich mich natürlich besonders auf den Auftritt der Schweden. Leider verkam er zum schlechtesten, den ich von ihnen je sehen durfte. Der Sound war dünn, mit vielen technischen Fehlern, wie Effektgeräten, die sich plötzlich einschalteten, obwohl niemand in der Nähe war. Die Show war wie üblich grossartig und alleine der Drumriser in Form eines riesigen Panzers ist der Besuch eines Sabaton-Konzerts wert. Hoffentlich sind die technischen Mängel bis zu den vier Auftritten in der Schweiz nächstes Jahr behoben.

Und dabei ballert der alte Herr noch Screams raus wie ein junger Gott.

Neben der Doppelshow von Javatage und Trans-Siberian Orchestra war dieses Jahr ganz klar eine englische Metal-Legende Headliner. Nein, nicht Motörhead… Judas Priest natürlich. Nachdem sie schon in Hinwil am Rock the Ring (Negative White berichtete.) gezeigt haben, dass sie trotz fortgeschrittenem Alters noch längst nicht zum alten Eisen gehören, legten sie hier noch eine Schippe drauf. Wer möchte mit 63 Jahren nicht auch noch so fit sein wie Rob Halford? Alleine der Gedanke daran, in solche schwerer Lederkluft unter diesen dutzenden von Scheinwerfern über die Bühne zu tigern, lässt einen in Schweiss ausbrechen. Und dabei ballert der alte Herr noch Screams raus wie ein junger Gott. Das Erscheinungsbild mag unter der Last der Zeit gelitten haben, nicht aber die Wucht ihrer Musik. Was für ein Headliner. Was danach kam, was nur noch Zuckerguss.

Mittlerweile ist natürlich auch das Wacken Open Air 2016 schon wieder ausverkauft. Aber bitte, bitte, ignoriert alle überteuerten Angebote auf Ebay und sonstigen Anbietern. Wenn ihr unbedingt hinwollt, aber noch kein Ticket habt, bleibt cool. Metal Train hat meistens noch Tickets übrig und kurz vor dem Festival merken jeweils viele, dass sie aus was für Gründen auch immer, doch nicht hingehen können und ihre Tickets dann panikartig noch loswerden möchten.
Die bis jetzt angekündigten Bands sind auf jeden Fall schon mal die Reise in den Norden wert. Für Schweizer besonders erwähnenswert ist natürlich der erste Auftritt von Eluveitie am Wacken. Wenn’s wer verdient hat, dann Chrigel und seine Truppe. Aber auch Therion wird mit seiner Klangwelt verzaubern und Legion of the Damned… nun ja, wer am Metal Storm 2 war, weiss, wieso es sich lohnen wird (Negative White berichtete).

Das komplette Billing gibt es auf der offiziellen W:O:A-Seite zu finden.

Dieses Jahr kam, nach dem Sandsturmgeplagten W:O:A 2014 eine Staubschutzmaske in den Full Metal Bag, jene Tragtasche, die jeder Besucher erhält. Wenn dieses Beispiel Schule macht, befindet sich nächstes Jahr ein paar Fischerstiefel darin und es wird kein Tropfen Wasser vom Himmel fallen.

Von den oftmals beklagten Festivaltouristen war in diesem Jahr übrigens relativ wenig zu sehen. Das Summer Breeze hat hier dem W:O:A schon längst den Rang abgelaufen, trotz nur halber Grösse. Und auch in Sachen Kommerz spielt die «kleine» Konkurrenz in Dinkelsbühl schon längst auf einer grösseren Bühne. Kritik ist immer gut und recht, aber sie sollte objektiv bleiben. Nur weil es Mode geworden ist, auf das grösste Metal-Festival einzudreschen, heisst das noch lange nicht, dass die ganzen ach so hochgelobten Festivals auch nur einen Deut besser geblieben sind.

«Rain or Shine, Wacken will rock on…»