Wieso In Extremo gerne in die Schweiz kommen? Das Einhorn hat dies an einem Konzert bei uns mal so begründet: Hier trifft man die hübschesten Frauen an. Dass ihnen das Schweizer Publikum wirklich am Herzen liegt, zeigten sie auch an diesem Mittwochabend im Z7 mit einem feurigen Aufritt.

Vor und über der Bühne konnte man schon erahnen, dass In Extremo eine gewaltige Ladung an Zündstoff mitgebracht hat. Wahrscheinlich haben sich die glorreichen Sieben gedacht, dass sie der Schweiz mal wieder so richtig einheizen müssen; bei diesen kalten Temperaturen auch verständlich. Da haben sie aber die Rechnung ohne die tapferen Helvetier gemacht: Die Eidgenossen waren heiss und hätten wohl eher eine Abkühlung benötigt. Das Z7 war gefüllt und unter den vielen Zuschauern befanden sich eine Horde aus Leuten, welche grosse Lust auf Tanzen, Pogen und Crowdsurfen hatte. Und so kam es, wie es kommen musste. Die Crowdsurfer begaben sich genau bei einem Song auf den Weg nach vorne, als wieder eine riesen Pyroattacke losging. Dem Verantwortlichen fürs Feuer sah man die Aufregung an. Vielleicht war er Vegetarier, alle anderen hätten sich bestimmt über ein zartes Punkfilet gefreut.

Auch das Einhorn, der Sänger musste die wilde Meute etwas zähmen. Die vorderen Ränge würden erdrückt und das sähe nicht schön aus, meinte er besorgt. Als er dann drohte, dass der gutbeleibte Dr. Pymonte sonst runterkommen würde, kam postwendender Jubel zurück. Von der Bühne gestiegen ist leider keiner der sieben, dafür holten sie aber ein Geburtstagskind auf die Bühne. Geburtstag, Weihnachten und Ostern gleichzeitig! Leider fühlte sich das Mädel im Rampenlicht sichtlich unwohl und verschluckte sich dann auch noch, als ihr ein Glas Wasser offeriert wurde. Das Einhorn rettete die Situation: Was, ihr gebt ihr Schnaps? Wir haben Alkohol auf der Bühne?

Musikalisch spielte die Band gewohnt einwandfrei. Die Truppe ist bekannt für ihre speziellen Instrumente, von welchen die meisten Mitglieder gleich mehrere beherrschen. Nicht nur fürs Ohr, auch fürs Auge bot In Extremo eine schöne Harmonie. Die Mittelalterrocker treten zwar immer in gleicher Kleidung auf, aber irgendwie findet man jedes Mal wieder ein anderes Accessoire zum Bestaunen. Neuerdings haben Flex der Biegsame und Yellow Pfeiffer die Frisuren beziehungsweise den Irokese ausgetauscht. Die sympathischen Jungs sind immer für Spässe bereit und Lacher waren auch an diesem Auftritt garantiert.  Etwas mehr Ansagen, wie zu ihren Anfangszeiten, würde ich mir wiedermal wünschen.

Am diesem Mittwochabend setzten sie für ihr geliebtes Schweizer Publikum sogar noch einen drauf und erfüllten den Wunsch aus dem Publikum, welches hochmotiviert den Spielmannsfluch einstimmte nach der ersten Zugabe. Die Fans mussten zwar dann noch auf die Lutter warten, der sich schon aus dem Staub oder wohl eher aufs Klo gemacht hat, aber als der dann von seinem Thron gestiegen ist, war der letzte Song wohl für alle ein krönender Abschluss.

Und wie war der Anfang? Unter einer Band mit Namen Mr. Irish Bastard stellt man sich eine Horde saufender und sich raufender Kerle vor, welche wilde Schunkelmusik machen. In Wahrheit ist die siebenköpfige Truppe aber mit zwei braven Frauen bestückt und die Bandmitglieder befinden sich alle schon in einem fortgeschrittenen Alter. Die deutsche Band lieferte durchschnittlichen Irish Folk, zu dem die Anwesenden etwas schunkeln, tanzen und sogar zweitweise pögen konnten. Vermutlich fehlte ihnen aber der Whiskey im Blut, denn nach zwei bis drei Songs hatte man das ganze Repertoire von ihnen gehört. Ein paar Hey Ho dazu und so gingen die 45 Minuten dann etwas gar langsam über die Bühne.