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Ein wenig verrückt ist er schon, dieser Thees Uhlmann. Verrückt nach Fussball und Politik, vor allem aber verrückt nach guter Musik. Das bewies er vergangenen Samstag auch im Komplex Klub.

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Thees Uhlmann begeisterte (Foto: Steffi Sonderegger)

ss. Zwei Konzerte in einer Location? Jawohl, im Komplex 457 geht das. Jedenfalls mit geringen Einschränkungen. So spielten Chart-Stürmer Passenger an diesem Abend in der grossen Halle, während bereits kurz vor 19 Uhr Thees Uhlmanns Supportact im Komplex Klub auf der Bühne stand: Rob Lynch hiess der. Mit britischem Akzent, einer Gitarre, breitem Grinsen und einer hochmotivierten Band eröffnete der charmante Sänger den Abend vor noch nicht ganz so vollem Haus.
«Seit zwei Wochen sind wir auf Tour mit Thees Uhlmann, aber das ist definitiv die kleinste Show. Hier fühlen wir uns wie zuhause!», erklärte er der stetig wachsenden Menge. Diese dankte es ihm mit artigem Mitsingen und Kopf-im-Takt-nicken. Ein guter Opener, einer, der vielleicht auch einfach gut sein musste, wenn der eigene Labelchef  und -gründer Thees Uhlmann heisst.

Dieser wiederum betrat unter grossem Jubel von so einigen eingefleischten und nicht wenigen deutschen Fans kurz vor acht Uhr die Bühne. Ein Showtalent – das wurde innert kürzester Zeit klar. Einer, der gerne mal zwischen den Songs «sabbelte» – wie man es in seiner norddeutschen Heimat nennt. So wurden an diesem Abend Anekdoten aus seiner Zeit mit seiner früheren Schweizer Freundin erzählt, oder eben einfach mal kurz einen Ausflug zum Thema Fussball gemacht (St. Pauli hat es ihm doch sehr angetan). Kein Wunder also erntete er schnell Symphatiepunkte, war die Durchschnittsrate an Männern doch geringfügig höher als die der Frauen.

Doch die Musik, die vergass der als Tomte bekannt gewordene Leadsänger natürlich auch nicht. Er spielte. Und wie er spielte: ob mit Mundharmonika oder Gitarre: Herr Uhlmann liebt und lebt seine Musik. Und das schon immer. Mit seiner Band Tomte brachte der inzwischen 39-Jährige fünf ziemlich erfolgreiche Alben raus, als Solokünstler kletterte er 2011 mit seinem selbstbetitelten Debutalbum ganz weit hoch in den Charts. Sein eigenes Label Grand Hotel van Cleef gründete er bereits 2002 zusammen mit zwei Kettcar-Mitgliedern. Und heute? Heute spielt er solo seine Konzerte, symphatisch und charmant, vor allem aber mit viel Herz – auch für seine Fans.

So unterbrach er an diesem Abend kurz sein Programm, um einem ihm bereits bekannten Fan seinen Backstagepass zu überreichen mit der Begründung: «Du kommst ab jetzt auf jedes Konzert kostenlos, unter einer Bedingung: du machst nicht dauernd Fotos und Filme. Denn der wahre Rock’n’Roll spielt sich vor deiner Kamera ab!» – Recht hat er, der Herr Uhlmann aus Norddeutschland.

Fotos: Steffi Sonderegger