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Nicht einmal, nein, gleich zweimal traten Adam Green und Binki Shapiro am Osterwochenende in der Schweiz auf. Die ideale Alternative für alle, die keine Lust auf Eiersuche und Schokohasen hatten und stattdessen einen ausgelassenen Abend mit liebreizender Livemusik vorzogen. 

Adam Green & Binki Shapiro begeisterten im Mascotte

Adam Green & Binki Shapiro begeisterten im Mascotte (Sacha Saxer)

ds. Am Ostersonntag öffnete das Mascotte in Zürich bereits früh seine Türen und hiess das zahlreich erschienene Publikum willkommen. Innen angekommen, begann alsbald der Singer-Songwriter Kieran Leonard sein Set. Oder sollte man ihn besser als Storyteller mit akustischer Untermalung bezeichnen? Seine Lieder waren eher ruhig, selten eingängig, dafür recht textbasiert und handelten zum Beispiel von einem Fantasiefreund, den er als als kleiner Junge hatte. Das anfängliche Interesse des Publikums schien teilweise zu schwinden und es wurde hie und da über das bisherige Osterwochenende gequatscht oder schon mal geplant wo man denn nach dem Konzert noch feiern gehen will. Mit einer Spielzeit von fast 40 Minuten und danach weiteren 40 Minuten Wartezeit verlief der Abend bis dahin eher statisch.

Auch als Adam Green, Binki Shapiro und Liveband die Bühne betraten und die ersten Songs ihres gemeinsamen Albums spielten, taute das Publikum nur sehr langsam auf. Obwohl sich besonders Adam gewohnt viel Mühe gab mit den Konzertbesuchern zu interagieren, scheiterte er wohl teilweise daran, dass er zu viele Scherze machte, die wohl nur er und die Band verstanden. Zum Beispiel dass Binki Shapiro und der Gitarrist es auf die Titelseite des «Alp Magazine» schafften – erst einen Tag später lud er dann dieses Kunstwerk hoch. Gut, macht jetzt doch Sinn.

Als mit Buddy Bradley ein erstes Adam Green Lied angestimmt wurde und Adam dazu kauzig auf der Bühne… ähm… tanzte, schien der Funken endlich auch auf die Zuseher überzuspringen und als kurz darauf mit Friends Of Mine bereits der wohl bekannteste Song Greens gespielt wurde, konnte ein erster Höhepunkt verzeichnet werden. Obwohl natürlich die meisten Besucher eindeutig wegen Adam Green hier waren, spielten sie auch ein Stück von Binkis früherer Band Little Joy.
In den darauffolgenden Liedern, welche wieder vom Duett-Album waren, gab es dann gleich zweimal kürzere Ausfälle der E-Gitarre, welche Adam mit einem gewollt patzigen «This is showbusiness, this happens all the time.» kommentierte. Man liess sich dadurch nicht die gute Laune verderben, denn nun wurde es auch schon Zeit für ein weiteres Highlight des Abends. Dance With Me, eine schmissige Nummer von Adams Debütalbum wurde gespielt und wer bereits zuvor an einem Adam Green-Konzert war, konnte erahnen was nun folgte. Kurz abgecheckt wo in den vorderen Reihen die kräftig Aussehenden standen und schwupps, sprang er auch schon in die Menge und liess sich über ihre Köpfe bis nach hinten zur Bar und wieder nach vorne auf die Bühne transportieren. Danach gab es noch eine Zugabe bestehend aus dem nur von Adam und Binki vorgetragenem Getting Led, dem Adam Green-Hit Gemstones und zu guter Letzt mit Collage ein Cover der 60’s Rockband James Gang.

Nach dem Konzert konnte man noch beim Merchandise Stand vorbeischauen und sich die frisch gekauften Goodies direkt von Adam, Binki oder äquivalent von Support Kieran Leonard unterschreiben lassen, mit ihnen ein kurzes Schwätzchen halten oder einfach Adam Green dabei beobachten, wie er es fertig brachte, sein Bier gleich zwei Mal über den Verkaufstisch zu verschütten. Aber hey, immerhin sind die zum Verkauf angebotenen Shirts saugfähig, so lässt sich der Schaden in Grenzen halten.

Am nächsten Tag ging es dann sowohl für Hauptact als auch für den Support weiter nach Solothurn, denn es galt die Raumbar im Kofmehl zu bespielen. Keine Angst, ich werde mich nun wesentlich kürzer fassen und nur die Dinge hervorheben, die merklich anders als am Abend davor waren.
Da wären zum einen die technischen Problemchen, die es in Zürich zu überstehen gab und in Solothurn nicht vorhanden waren. Und zum anderen der Fakt, dass Adam Green nach dem eigentlichen Auftritt, es wurden übrigens die gleichen Lieder gespielt, nochmals auf die Bühne trat und dann unplugged und ohne Mikrofon Bluebirds spielte. Das Publikum wusste wohl nicht so recht, ob sie mitsingen oder doch besser ruhig bleiben sollten, damit man ihn weiter hinten wenigstens auch noch hörte, so wurde zum Teil ganz leise mitgesungen. Während das Publikum sich danach weitere Lieder zu wünschen versuchte, kam auch Binki nochmals kurz auf die Bühne und meinte, die Fans bitten immer um Adam Green-Songs wenn sie zusammen auftreten, aber nun wünsche sie sich eins und er soll es dann spielen. Gesagt. Getan. Sie wünschte sich Her Father And Her und er spielte es. Danach war das Konzert dann auch in Solothurn zu Ende, und somit auch die kleine Schweizer Tournee vorbei.

Fotos: Sacha Saxer