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Als The Subways 2011 das letzte Mal in Zürich spielten, taten sie dies noch in der Halle des Komplex 457. Heuer im Klub zwar von den Räumlichkeiten erheblich komprimiert, tat dies der Energie dieser Band keinerlei Schaden.

War nicht zu bremsen: Hanna Brewer von Purple (Foto: Sacha Saxer)

War nicht zu bremsen: Hanna Brewer von Purple (Foto: Sacha Saxer)

Um kurz vor 20 Uhr sammelten sich die Menschen im Komplex Klub noch nicht etwa vor der Bühne, sondern es wurde wacker an der Garderobe angestanden. Nur sehr gemächlich ging es dort vorwärts. Der Tasche endlich entledigt, gab es dann bereits den zweiten Minuspunkt der Lokalität zu verzeichnen: Der Bier Offenausschank war vorübergehend nicht möglich. Was war denn da los? Das Bier schon alle noch bevor der Abend überhaupt richtig los ging? An die zumeist dürftige Garderoben Situation im Komplex bin ich gewöhnt, die Sache mit dem Bier bleibt besser die Ausnahme.

Auf der Bühne hatte sich mittlerweile die Texanische Band Purple, nicht zu verwächseln mit Deep Purple wie das Trio anmerkte, eingefunden und machten schon mal mächtig Krach. Lautstarker Punk-Rock, mit Lyrics die in einer Art Sprechgesang teilweise aber auch eher gekreischt von Schlagzeugerin Hanna Brewer wiedergegeben wurden. Nicht nur stimmlich zeigte sie, dass sie der lebhafte Mittelpunkt der Band ist. Wenn sie nicht gerade mit, ähm Singen, beschäftigt war, streckte sie die Zunge raus, schleuderte ihr langes blondes Haar durch die Luft, und rekelte sich in ihrem äusserst knappen Glitzer-Oberteil schelmisch hinter dem Schlagzeug. Die überwältigende Spielfreude der jungen Dame überflügelte auch das Spiel ihrer flankierenden Mitmusikern. Während fast 40 Minuten gab das Trio schon mal ordentlich Gas, ohne dabei das Publikum komplett zu überfordern.

Diese Aufgabe wurde schliesslich auch einem anderen Trio zuteil. The Subways sollten beweisen, ob sie immer noch ihre Anhänger zur kollektiven Feierei antreiben konnten. Der Klub war, zwar nicht ganz ausverkauft, mittlerweile voll bis hinten. Kühles Bier floss übrigens auch wieder aus den Zapfhähnen, wenn auch noch immer mit Ladehemmungen. Dann kann die Party ja los gehen, dachten dann auch The Subways und starteten ihr Konzert mit We Don’t Need Money to Have a Good Time. In null Komma nichts war das Publikum bereit für die besungene gute Zeit. Pogo, unzählige Crowdsurfer und trotz beschränktem Platz gab es auch kleinere Walls of Death übers Konzert verteilt. Einen guten Beitrag zur ausgelassenen Stimmung trugen sicher auch die inzwischen beachtlichen Schweizerdeutsch Kenntnisse von Gitarrist Billy Lunn und Bassistin Charlotte Cooper bei. «Merci villmal» /«alli Händ uffe» /«alli abhocke» und die obligatorischen Zeilen in Rock & Roll Queen sassen perfekt. Schön mitanzusehen, wie sich die Band immer wieder die Mühe macht beim Publikum einen guten Eindruck zu hinterlassen. Und umgekehrt wohl auch, so sieht man die Band den ganzen Auftritt über strahlen und Billy betont mehrfach, wie begeistert er vom Feedback der Zuschauer ist. Selbst der Wermutstropfen, dass hinter den Drums der Subways ein Freund der Band sitzt und nicht etwa der eigentliche Schlagzeuger Josh Morgan, der die Tour aufgrund Angstzustände infolge seines Asperger-Syndroms abbrechen musste, lässt sich so verschmerzen.

Der Ersatzmann Ryan Jenkinson machte seinen Job wirklich gut und ein jeder The Subways Fan konnte mit dem Abend zufrieden sein. Gespielt wurde eine durchmischte Setlist, welche in etwa zu einem Drittel aus Songs des aktuellen, selbstbetitelten Albums und zu zwei Dritteln aus den Hits der ersten drei Alben bestand. Dem Konzert fehlte es an nichts. Eine Bühnen- oder spezielle Light-Show brauchen The Subways nicht. Sie erzeugen seit Jahren Stimmung durch ihre sympathische Art und den mitreissenden, energetischen Party Hymnen und das funktioniert heute noch genau so wie schon vor vier Jahren, als sie noch eine Etage höher spielten.

Fotos: Sacha Saxer