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Video-Premiere: Useless beschwören mit «Madcap» eine Urgewalt

Die Winterthurer Band Useless reissen mit ihrer neusten Single «Madcap» Mauern ein. Dieser Sound ist nichts für sanfte Pop-Seelen.

Neglect heisst die EP, die morgen erscheinen wird. Eine fünf Songs starke Ansammlung von purer, roher Kraft. Die Single Madcap hält exakt diese Fahne hoch, fällt mit der Tür ins Haus. Die Winterthurer Band Useless hat für das Stück ein Video im bekannten Albani Music Club gedreht. Von der Sitte treibt sich das Spiel in den Wahn.

Bei Madcap werden Erinnerungen an den Grunge wach. Düster, die Melodie macht keine Luftsprünge. Der Song bohrt sich trotzdem dampfend und stampfend ins Gehör. Da wird gehämmert, da fliegen Funken und fallen Späne. Trotz der melancholischen Note à la Nirvana, sprühen Useless unleugbar voller Energie. Mit Nachdruck werden die Drums bearbeitet und die Saiten malträtiert.

Das Beste an Madcap – beziehungsweise an ihrem Sound an sich – bleibt aber das Lo-Fi-Feeling. Hochglanz ist kein Ersatz für Authentizität, das wissen Useless. Da scheppert es etwas, da verschmelzen die Linien und rauschen die Instrumente. Mit dieser punkigen Attitüde an Gitarren-Musik heranzugehen, ist im blitzblanken Digitalzeitalter ein erfrischender Anachronismus. Doch hört man sich Madcap an, dann bleibt das Gefühl zurück, dass die ungeschliffene Gewalt des Rocks nur so heraufbeschwört werden kann.