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Video-Premiere: The Night Is Still Young fliegt mit dir nach «Lisboa»

Hinter The Night Is Still Young steht der Basler Marco Naef. Ein umtriebiger Musiker, der mit der Single «Lisboa» die Befreiung zelebriert.

Navel, Don’t Kill The Beast oder Tranqualizer. Das Line-Up liest sich wie ein Who-is-Who der Basler Rockszene. Und überall hatte er die Finger im Spiel: Marco Naef. Zehn Jahre lang spielte er für andere.

Doch nebenbei werkelte der Musiker an seiner eigenen Klangkonstruktion. The Night Is Still Young – oder kurz TNISY – heisst sein Bauwerk. Unter diesem Pseudonym veröffentlichte er eine EP, aber das grosse Werk war noch nicht reif: Ein ganzes Jahrzehnt tüftelte er am Debütalbum King Of The Bees, das nun bald den Bienenstock verlassen wird. Am 23. März erscheint die Platte.

Eine Hymne der Vergebung

Dass sich in dieser langen Zeit Hochs und Tiefs die Hand gaben, scheint offensichtlich. Die Hürden, die Naef zu bewältigen hatte, brachten ihn an den Rande des Abgrunds. Er beschreibt diese Hindernisse als Bienenschwarm im Kopf – wild, chaotisch, gefährlich. Aber letztlich auch zähmbar. Nun ist Naef der König seiner Bienen.

Morgen veröffentlicht The Night Is Still Young eine Vorabsingle Lisboa. Der Song wurde inspiriert durch eine Reise nach Portugal. Ein Trip, der für Naef einer Befreiung gleichkam. Und so wird Lisboa zur Hymne für das Überleben von harten Zeiten, für Vergebung und Versöhnung.

Lisboa ist gleichzeitig der erste Eindruck, den wir vom besänftigten Bienenschwarm gewinnen. Der Vorhang geht auf und das Licht fällt auf die markante Gitarren-Melodie. Alles andere verblasst in sanfter Bescheidenheit hinter dieser Dominanz. Glasklar und hell schneiden die Saiten durch das Arrangement. Selbst die weiche Schlafzimmer-Stimme vermag keine echte Konkurrenz zu sein.

Ewiges Lissabon

Im ersten Moment scheint Lisboa einen Anflug von Melancholie anzuhaften. Aber je öfter man die Single hört, desto mehr öffnet sich der Song. Der Optimismus schimmert durch. Doch das ist nicht die grösste Aussergewöhnlichkeit, die The Night Is Still Young fertigbringt: Lisboa scheint aus der Zeit gefallen. Die Gitarre klingt zwar leicht nach Wave, nach Indie. Aber sie könnte auch den 70ern entspringen. Oder dem Surf-Rock der 60ies? Es ist unmöglich, Lisboa auf einer Zeitachse zu fixieren.

Wer sich eine Dekade nimmt um an der Musik zu arbeiten, muss ein Perfektionist sein. Marco Naef hat sich mit The Night Is Still Young ins tiefste Innere gebohrt – auf der Suche nach der Essenz. Lisboa scheint dem Geheimnis der Ewigkeit sehr nah gekommen zu sein. Ein Rocksong, der Jahre später noch unverbraucht klingen wird.

Marco Naef (mitte) und seine Mitmusikerinnen und Mitmusiker. Bild: Philipp Bögle/zvg