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Video-Premiere: Soybomb – «Tried To Warn You»

Mit «Tried To Warn You» zeigen Soybomb ihre melancholische Seite mit aufbegehrender Überzeugung.

In Part Of Me Is You haben die Zürcher von Soybomb noch den hippen Sommer zelebriert. Mit Tried To Warn You überrascht die junge Band: Voller Melancholie schraubt sich die neue Single zu einem pompösen Rock-Orchester empor. Musikalisch und visuell mit den Armen ringend, versuchen sie die Welt zu umarmen oder sich festzuhalten. Sind es Arme, die nach dem rettenden Ast in der Flut des Lebens greifen? Oder Glieder, die alles an sich reissen und erleben wollen?

Tried To Warn You beginnt spartanisch; Gitarre und Stimme, mehr braucht der Song nicht, um eine warme und doch zweifelnde Intimität zu schaffen. Dann – mit gewaltigen Schlägen – entflieht das Arrangement aus seiner Einfachheit, findet Zuflucht in der ausufernden Komplexität. Was für eine Grossartigkeit, was für eine Seltenheit! Dass eine Rockband ihrem Spiel den Platz einräumt, den es verdient. Denn spielen können Soybomb – spätestens jetzt bestehen keine Zweifel mehr.

Vielleicht neigt Tried To Warn You zum pompösen Pathos des 70er-Jahre-Rocks von Led Zeppelin oder Pink Floyd. Die Ähnlichkeit der sich aufstauenden und tosend explodierenden Eskapaden ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen. Umso überraschender also, dass Soybomb nicht wie eine billige Kopie der legendären Altherren klingt, sondern wie ein Gegenpol zur zum Pop verkommenden Rockmusik. Ein moderner Anachronismus. Eine Erfrischung.