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Video-Premiere: Pedro Lehmann geben sich in «Agony» der Qual hin

Die Schweizer Band Pedro Lehmann veröffentlicht diesen Freitag ihre neue EP. Heute feiert mit «Agony» die Leadsingle ihre Premiere bei Negative White.

Pedro Lehmann ist keine Person, sondern eine Band. Ein Trio aus dem St. Galler Rheintal, wo mächtige Berge dunkle Schatten werfen. Und die Musik dieser Band klingt, als hätten die Felskolosse und der mächtige Rhein selbst im Studio Hand angelegt: Düster, treibend und unergründlich.

Qual als Konzept

Agony I heisst die EP, die Pedro Lehmann am 25. Mai veröffentlichen. Es wird der erste Akt eines dreiteiligen Epos sein. Ein Konzeptalbum, das dann Agony I-III getauft werden wird.

«Agony» – zu deutsch Qual – ist der dunkelrote Faden, der sich wie eine Blutbahn durch den Sound zieht. Die Qual der Entfremdung, der fehlenden Liebe und der Ungewissheit des Lebens. Entblösst, zurückgeworfen auf die blosse Existenz steht der kreative Kopf der Band, Yannick Gächter, mit durchdringendem Blick vor der Kamera. Mit seinem intensiven Gesang prägt er die Single Agony. Er verzieht das Gesicht, wenn er die Stimme erhebt. Eine Mischung aus Furcht, Wut und Verzweiflung.

Agony ist ein unfassbar direkter Song. Geprägt durch eine zurückhaltende Instrumentierung, erscheint das Stück dennoch auf seltsame Weise überwältigen, beinahe brutal. Die sinistren Lyrics offenbaren die abgründige Welt hinter der menschlichen Fassade.

Neuer Bassist und ein Frankenstein

Pedro Lehmann verstehen es, die Reduktion als Mittel zum Effekt zu nutzen. Sie spielen gelassen, doch mit Präzision und Nachdruck. Agony ist frei von überflüssigen Schnörkeln – ein fassbarer, scharfer Sound, der durch seine Klarheit brilliert wie ein geschliffener Diamant.

Dieses fordernde Klanggewand ist auch dem neuen Bassisten Peer Füglistaller zu verdanken. Er sorgt zusammen mit dem Drummer Sven Wüst für das schimmernde Fundament. Agony scheint wie auf eine schwarze Leinwand gemalt. Tatsächlich hat Gächter nächtelang experimentiert. Die Synthesizer- und Drum-Machine-Demos präsentierte er dann seinen Mitmusikern.

Damit das obskure Gefühl des Sounds bestehen blieb, musste Schlagzeuger Wüst jede Trommel, jedes Becken und jeder Kick einzeln aufnehmen. Diese Samples wurde dann zu neuen Beats zusammengesetzt. Ein musikalischer Frankenstein. Ein faszinierendes Monstrum.

Pedro Lehmann by Peer Flüglistaller

Bild: Peer Füglistaller