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Video-Premiere: Linda Vogel versenkt uns mit «St. James’ Park» in Traurigkeit

Heute feiert überraschende Harfen-Musik bei uns Premiere. Linda Vogel veröffentlicht mit «St. James Park» ein trauriges Liebeslied.

Die Harfe. Ein Instrument, das wir mit fantastischen Thronsälen in Verbindung bringen. Vielleicht noch mit den träumerischen, kitschigen bis abgedrehten Melodien von Andreas Vollenweider.

Auf alle Fälle ist die Harfe nicht per se das Instrument, dem wir puren Rock’n’Roll attestieren. Und im ersten Moment scheint auch die Harfenistin Linda Vogel diese Wahrnehmung nicht infrage zu stellen. Ihre neue Single St. James Park beginnt langsam und schwankend. Die Zürcherin hat eine dunkle, warme Stimme. Das Lied ist erst tieftraurig, schleppend – bis dann die Finger kurz über die hellen Saiten springen.

Dieser kleine Hüpfer ist eine Initialzündung. Der Song gewinnt an Farbe, an Variation und an Tempo. Aus dem undeutlichen Hintergrund tritt Schlagzeuger Vincent Glanzmann. Plötzlich bricht St. James Park aus. Das Stück wird laut, wild und Vogels Stimme resolut und bestimmt.

St. James Park ist kein typischer Song. Er baut auf, bricht zusammen, schwebt dahin und verliert sich in seiner Weite. Das Stück ist komplex wie die Thematik: die Mystik des Zwischenmenschlichen.

Die Single kündigt, nach Prisoner, zum zweiten Mal die EP On an, die am 16. Februar erscheinen wird. In diesen beiden Tracks wird bereits deutlich, dass Linda Vogel sich nicht durch Vorurteile oder Konventionen binden lässt. Mittels Effektgeräten und Spieltechniken erweitert sie die Möglichkeiten der Harfe. So entsteht aus einem scheinbar ziemlich unaufgeregtem Dreigespann – Stimme, Harfe, Schlagzeug – doch eine erstaunlich vielschichtige Klangwelt.

Das Experiment begleitet Linda Vogel – ob es nun die Harfe ist, das facettenreiche Schlagzeug von Kollege Glanzmann oder ihre Stimme, die von schwerem Soul bis zu Spoken Word und Rap reicht. Linda Vogel blickt über den Tellerrand. Deshalb ist auch ihre Musik für Menschen bestimmt, die dasselbe tun.