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Der Ire Joey Ryan präsentiert heute seine Single «Violet» bei uns. Wir hören schon das Knistern und Knacken des Kaminfeuers.

Joey Ryan ist ein Ire aus dem Bilderbuch. Ein Mann mit Statur und Bart – und ernstem Blick. Doch die Härte des Äusseren täuscht. Denn man erwartet alles von Ryan: röhrende Rock-Riffs, grollender Donner und brachialer Krach.

Aber das alles macht Ryan nicht. Er ist sanft, entspannt, gemütlich. Ja, man ist beinahe versucht, das Wort «kuschelig» in den Mund zu nehmen. Das wäre allerdings zu viel des Guten.

Denn Joey Ryan, ein in Berlin lebender Exil-Ire, macht Musik, die das Herz erwärmt. Violet vom letzten Album Fall Through the Night ist wie eine Wolldecke an kalten Herbsttagen. Ein Song, der einen einlullt. Es ist, als hörte man schon das Knistern und Knacken des Kaminfeuers.

Zusammen mit dem «Kopperkollectiv» und der schwedischen Choreographin Siri Elmqvist hat der Musiker nun ein Video erschaffen, das wir dir heute präsentieren dürfen:

Es gibt eigentlich nur etwas, das Joey Ryan zum Verhängnis werden könnte: Die Welt hat genug von Singer-Songwriter. Niemand wartet auf einen weiteren Mann mit Gitarre.

Andererseits zeigt sich in Violet auch, dass Ryan eben kein typischer Vertreter des Genres ist: Die Single verzichtet auf das ewig gleiche Indie-Folk-Geklimper. Dafür unterfüttert Ryan den Song mit viel Soul. Die satten Chor-Passagen unterstreichen die warmen Klänge zusätzlich. Violet orientiert sich zwar hier und da auch am Folk, doch dann eher im traditionellen Sinne. Dazu gesellen sich die Sehnsucht des Countrys und die leichte Melancholie aus Blues.

Ryan verwischt diese Einflüsse so gekonnt, dass Violet nicht zum offensichtlichen Flickenteppich verkommt. Der Sound klingt organisch, aus einem Guss. Das verdient Hochachtung.