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What’s up, what’s up? This is Vale Tudo 2016. Ten years strong and not tired at all. Listen up! When we started this gig, it was a joke. I never thought that we would make it this far. But we’re still here, still doing our thing.

Artikel 2016-06-10 Vale-Tudo_Stone-Cold-Heart Artikelbild

Die Einleitung zum Geburtstagssong Still Anything Goes, der gleichzeitig eine Hommage an ihr Debütalbum Anything Goes ist, sagt eigentlich schon alles. Vale Tudo ballern nun schon seit einem Jahrzehnt ihren kompromisslosen Hard Core «Züri Style» aus den Boxen. Mit Stone Cold Heart stellen sie nun ihren neusten Longplayer vor. Und kein Titel könnte gleichzeitig passender für ihre Musik und unpassender für das Wesen der Band selber sein. Mit ihren Texten prangern sie soziale Ungerechtigkeiten an und fordern dazu auf, selber etwas dagegen zu unternehmen und gehen dem ganzen mit grossem Beispiel voran. So haben sie zuletzt Unterstützung für die Marokkanische Hard Core-Szene gesammelt und auf ihrer letzten Tour 2014 dort einen Dokumentarfilm gedreht, um auf die Situation dort aufmerksam zu machen.

Stone Cold Heart setzt ihren Kreuzzug gegen die Ungerechtigkeit fort und die Ereignisse der letzten Jahre haben dem Sextett massig neuen Zündstoff geliefert.

Als Kontrapunkt zu den andauernden deprimierenden Nachrichten steigen Vale Tudo mit einem aufbauenden Song ins Album ein. Nicht, dass Rise Like A Phoenix jetzt ein Befruchtungswalzer wäre, im Gegenteil. Das Stück knallt gleich richtig rein und fordert einen dazu auf, alle Hindernisse zu überkommen. «Rise like a phoenix, keep your head up high. No more excuses, this is your chance to defy.» Ein Aufruf zum Widerstand, aber auch zur Selbsteinsicht.

Mit Black Gold prangern sie die Situation im nahen Osten an. Sowohl die islamistischen Terroristen wie auch die westlichen Streitkräfte werden gleichermassen als Aggressoren verurteilt. «This is no holy war, this is a power struggle» Es geht nicht um einen Jihad, es geht um Selbstbestimmung in der Region. Beide Seiten scheinen das nicht verstehen zu wollen und füttern so eine Spirale der Gewalt. Der Song kann leider nur ein Versuch bleiben, diese Idiotie aufzuzeichnen, aber es ist wichtig, dies in den Köpfen der Menschen zu verankern, da sonst nie eine Lösung für den Konflikt gefunden werden wird.

Dead Inside geht mit uns allen ins Gericht und hält uns vor, dass wir der Ungerechtigkeit in der Welt gegenüber gleichgültig geworden sind. Wenn es nicht mein Problem ist, ist es kein Problem. Diese Mentalität, die nicht zuletzt aus der Geiz ist Geil Einstellung entsprungen ist, stellt eine aktuell grassierende Volkskrankheit dar, die nahezu jeden infiziert hat. Viel zu wenige Menschen besitzen noch genügend Mitgefühl um anderen zu helfen.

Die Zürcher Combo nimmt kein Blatt vor den Mund und schlägt einem ihre Sicht der Dinge gnadenlos um die Ohren. Und gerade in der jetzigen Zeit braucht es für viele Leute eine solche Ohrfeige; brauchen die Leute einen Spiegel vorgesetzt bekommen, um mal wieder unsere Position und unser Handeln in der Welt nachzudenken.

Ein hammerhartes Hard Core Album, dass in keiner Sammlung fehlen darf. Brachiale Musik, knallharte und kompromisslose Texte; genau was man sich von Vale Tudo wünscht.

Release:
1. April 2016

Label:
Subversive Records

Tracklist:
01 – Rise Like A Phoenix
02 – Dead Inside
03 – Time Bomb
04 – The Business Of Fear
05 – Still Anything Goes
06 – Warzone
07 – Intermission
08 – Black Gold
09 – Fuck You! Part 3
10 – Now Or Never
11 – My Therapy
12 – Cruel World
13 – The Virus