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Musikalische Abwechslung, eine gute Portion Kitsch und viel gute Laune: Arch Enemy liessen das Z7 erzittern.

 

Wenn sich an einem Mittwochabend die Warteschlange vor dem Eingang des Z7-Areals bis fast zur Strasse hinauf zieht, dann steht fest, dass wieder einmal mehr eine gestandene Band der Konzerthalle in Pratteln einen Besuch abstattet. Am 21. September war dies Arch Enemy, die – obschon sie mit War Eternal nun schon die ganze Welt mehrmals besucht hatten – einmal mehr ihre Fans auch unter der Woche in die nordwestliche Ecke der Schweiz lockten.

Den Abend eröffneten Asenblut aus Göttingen. Die Viking Metalband mit starken Einflüssen aus Black und Death Metal brannte ein schönes Feuerwerk mit Songs aus all ihren Alben ab. Wer auf übertriebene Klischees der Nordischen Mythologie steht, wird hier ordentlich bedient. Leider meinte es der Tontechniker nicht sonderlich gut mit ihnen. Der Gesang von Tetzel wurde derart massakriert, dass man, wenn man die Band nicht schon kannte, erst erkannte ,dass er eigentlich Deutsch singt, als er einen Song ankündigte. Dadurch konnten die Deutschen an ihrem ersten Gig in der Schweiz leider nicht so brillieren, wie sie es sich wohl gewünscht hätten. In ihrem offiziellen Video zu Berserkerzorn kann man allerdings hören, dass Tetzel durchaus verständlich singen könnte.

Der Name des zweiten Supportacts liess eigentlich eine Metal Coreband vermuten: And Then She Came. Zum grossen Glück für die Ohren war dies jedoch nicht der Fall. Stattdessen stand ein Quartett, dass sich nicht wirklich in eine Schublade stecken liess. Die quirlige Sängerin Ji-In Cho stellte gesanglich einen wunderbaren Kontrast zu Alissa White-Gluz dar und bei ihrer Bühnenshow hatte man zwischendurch das Gefühl in einem Aerobic-Studio zu sein. Die Songs waren allesamt sehr eingänglich und groovten wunderbar. Sowas passt perfekt an jedes Rock- und Metal-Open Air. Dass die Truppe aus Deutschland mit auf der Arch Enemy-Tour ist, kommt nicht von ungefähr: Alissa singt auf dem Opener Five Billion Lies des Debütalbums And Then She Came mit.

Mit Arch Enemy wurde es danach nochmals richtig laut. Das Dezibelmeter zeigte selten unter 102 dB an, erst recht nicht, wenn Alissa ihre Stimmgewalt demonstrierte. Obschon sie nun schon das dritte Jahr auf ihrer War Eternal Tour unterwegs waren, spielten sie mit der gleichen Hingabe wie beim ersten Auftritt mit der Scheibe. Trotz neuer Show kam natürlich der Wunsch nach neuen Songs immer wieder hoch und dass auch die kanadische Frontfrau ähnlich dachte, zeigte auch ihr jüngst angekündigtes Solo-Projekt sowie die zahlreichen Gastauftritte bei verschiedensten Bands wie Delain, Tarja oder wie schon erwähnt And Then She Came. Nichts desto Trotz raubte einem die Performance stellenweise den Atem.

Leider gab es auch ein paar Akustikprobleme: Besonders bei War Eternal war der Bass stellenweise zu dominant. Der Sound bei Asenblut war generell nicht sehr ausgewogen abgemischt und And Then She Came hätten mehr Präsenz von Ji-In Chos Stimme gut getan. Die Lautstärke war leider durchs Band zu hoch, ohne Ohrstöpsel waren die Konzerte kaum zu ertragen. Doch diese Details konnten den Spassfakter an diesem Abend nicht ansatzweise trüben. Genau wegen solchen Auftritten besucht man Livekonzerte.

Bilder: Christoph Gurtner