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20 Jahre Bandbestehen waren für die Lovebugs ein guter Grund, wieder einmal an der Baloise Session vorbeizuschauen. Doch vor der Jubiläumssause durfte Kyla La Grange die Besucher verzaubern.

 

Heimspiel für Adrian Sieber von den Lovebugs (Sacha Saxer)

Heimspiel für Adrian Sieber von den Lovebugs (Foto: Sacha Saxer)

Der als Britpop angekündigte Act entpuppte sich als erfrischend unschuldig anmutende und doch sehr gefühlvolle Singer/Songwriterin mit einem Quartett vielseitiger Musiker. Wie schon Schmidt am Vortag vermochte Kyla nicht zuletzt dank ihrer wandelbaren Stimme – ob zarte Fee oder verruchter Vamp, die junge Künstlerin schafft es, den Songs ihren eigenen Charakter zu verleihen – und grossartigen Musikern eine wunderbare Stimmung zu erzeugen. Leider, und gleich die nächste Parallele zum Abend zuvor, applaudierte das Publikum zwar brav nach jedem Song, vermochte sich aber nicht zu weiterer Anstrengung aufraffen. Vielleicht sparten aber auch alle die Energie nur für die Lovebugs.
Dies bekümmerte die Musiker auf der Bühne allerdings nicht im geringsten, zu gross war die Freude, endlich wieder einmal live Spielen zu können. Und so kamen die Gäste der BALOISE Session dann auch in den Genuss mehrerer Songs vom nächsten, noch unveröffentlichten Album. Wem das Debütalbum Ashes gefällt, der darf sich auf das Folgealbum freuen. Die Tracks sind ausgereifter, vielfältiger und raffinierter arrangiert.

Writing songs was something I always did because I felt like it was the only way I could release all the noise and cluttered emotions inside my head. It was, and is, an escape. It’s a place where I can be alone and immerse myself in emotions that I don’t really know how to handle in real life.Kyla La Grange

Festivalspräsident Matthias Müller gab vor ihrem Auftritt bekannt, dass sie der erste Act war, den sie für die diesjährige Session gebucht hatten und meinte, dass wir, wenn wir sie gehört haben, wüssten, wieso. Und für einmal hat ein Veranstalter zwar grosse Worte in den Mund genommen, aber dabei immer noch untertrieben. Alleine der Truppe beim Spielen zuzusehen ist eine Freude für sich. Kyla, barfuss, nur in Strümpfen, in einem neckischen Kleidchen, tanzte auf der Bühne herum wie ein Blumenkind aus den 60/70er Jahren und schaffte es, gleichzeitig unschuldig und verrucht zu wirken.

Nach einem kurzen Break stürmten (wortwörtlich, wie aus der Bildstrecke unten ersichtlich) die Basler Lokalmatadoren auf die Bühne. 20 Jahre Erfolgsgeschichte, nicht viele Schweizer Bands können da mithalten. Eines war ab dem ersten Ton klar: Das Publikum war einzig und alleine für die Liebeskäfer gekommen! Und diese liessen sich nicht zweimal bitten und lieferten ein Hitfeuerwerk sondergleichen ab. Kaum einer der Songs, den sie während ihren anderthalb Stunden spielten, war nicht irgendwann ein Hit am Radio. Doch genau dies sorgte bei mir für ein wenig Enttäuschung. Ich hab gehofft, dass eine Band, die immer ihren Weg ging, egal was Plattenbosse sagten, etwas mehr Mut beweisen würden und mehr unbekanntere Titel einstreuen würden. Allerdings kann ich sie auch verstehen, schliesslich kamen die Leute wegen dem, dass sie kennen. Und das kriegten sie geliefert! Das Publikum frass Adrian aus der Hand und zusammen schufen sie eine überwältigende Stimmung, die am Ende wirklich jeden packte. Lovebugs, wir sehen uns spätestens in fünf Jahren zum nächsten Jubiläum wieder.

Beide Bands bewiesen auch Publikumsnähe und waren kurz nach dem Konzert im Foyer bereit, Autogramme für die ungeduldig wartenden Fans zu geben.