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TV Noir bedeutet Musikfernsehen in schwarz-weiss. TV Noir Konzerte hingegen bedeuten feinste handgemachte Musik in Farbe. Für die 11. Ausgabe dieser Konzertreihen holte sich TV Noir Cäthe und Jonathan Kluth ins Boot und überzeugten damit nicht nur in Stuttgart.

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Stimmgewaltig – Cäthe (Foto: Steffi Sonderegger)

 

ss. Zuerst nur im Internet präsent, seit drei Jahren aber auch immer wieder im Fernsehen zu sehen: das Musikformat TV Noir. Was es damit auf sich hat, ist schnell erklärt: im Heimathafen Berlin werden in regelmässigen Abständen zwei Musiker eingeladen, meistens ein unbekannterer Künstler und ein bereits etablierter. Sie setzten sich zu Moderator Tex auf’s Sofa, sprechen über Gott und die Welt und machen nebenbei Musik. Und zwar richtig gute Musik. So zumindest zeigt es die Erfolgsquote. Der Clou an der Sache? – Die ganze Sendung wird in schwarz-weiss aufgezeichnet. TV Noir eben!

Warum die lange Erklärung? – Ja, sie hat seinen Grund! Und der ist gut. Sehr sogar. Den TV Noir möchte guten Musiker weiter in die Welt raus tragen. Über den Berliner Tellerrand hinaus, auf die Bühnen Deutschlands. So kam es, dass vergangenen Samstag die 11. TV Noir Konzertreihe auch in Stuttgart Halt machte. Mit dabei: Cäthe und Jonathan Kluth.

Cäthe, 31 Jahre alt, wohnhaft in Hamburg vermochte es in den letzten zwei Jahren mehrfach auf sich aufmerksam zu machen. Nicht nur durch ihre Auftritte bei Ina’s Nacht oder Harald Schmidt, nein, vor allem durch ihre starke Livepräsenz. Künstler wie die Scorpions holten sie für ihre MTV Unplugged Show ins Boot, mit Thomas D (Die Fantastischen Vier) entstand eine gemeinsame Single, mit Pohlmann ging’s auf eine gemeinsame Tour.

Jonathan Kluth, 25 Jahre alt, wohnhaft in Berlin überrascht vor allem mit seinen Energie geladenen Songs, die stets einen Hauch an Ben Howard erinnern, und dennoch die Kraft eines Rocksongs versprühen. Als Support durfte er bereits Shows für Ronan Keating eröffnen, tourte quer durch Deutschland, bespielte mehrfach die Schweiz und war natürlich auch bei TV Noir zu Gast.

Cäthe und Jonathan. Eine gute Mischung. Sie überzeugt mit kraftvoll deutschen Texten, er mit lauten und leisen Klängen in Englisch. Und das abwechslungsweise: während Jonathan und seine zwei Bandkollegen das Publikum für drei Songs in seinen Bann zieht, sitzen Cäthe und deren Jungs im Bühnenwohnzimmer. Richtig gehört: auf der Bühne gibt es ein Sofa, eine ulkige Retrolampe und sogar ein Gemälde. Das Bühnenwohnzimmer. Ist Jonathan mit drei Songs durch, begeistert Cäthe mit ihrer Energie und rauchigen Stimmgewalt das inzwischen überwältigte Publikum. Der mehrfache Wechsel bringt nicht nur Abwechslung, sondern auch ein gegenseitiges Gefühl von Wertschätzung. Wertschätzung für handgemachte Musik, die an diesem Abend in Stuttgart ebenso für Furore sorgte, wie in all den anderen Städten, die bereits in den Genuss eines solchen Konzertes kommen durften. Am Schluss unterstützen die beiden Künstler sich gegenseitig in ihren letzten Takten. Das Publikum steht, die Künstler strahlen. Und ein erfolgreiches Konzept geht in die nächste Runde! Danke, TV Noir!

Fotos: Steffi Sonderegger