Die Schweizer Rockgruppe Tribal veröffentlichen mit I-Dentity ein weiteres Studioalbum mit einem Hauch von schwerem Metal. Dabei ist die Scheibe ein kompaktes Stück Musik, aus hartem Granit gemeisselt.

jt.Tribal haben mit dem 2009 erschienen Corner Of A Circle ihre eigne Version von heftigem und dunklem Rock entwickelt. Hier und da ein Schuss Melancholie, eine kleine, mystische Attitüde dort. Auf I-Dentity wird der Sound fortgesetzt; und der ist in den vergangenen drei Jahren gereift.
Die Instrumente bilden einen dichten Klangvorhang, während wie zum Beispiel bei On A Silken Thread spährische Electro-Elemente scheu hervor blicken. Trotz den teils Metal-artigen Gitarrenriffs, die brachial durch die Songs brettern, verkommt Sänger Greg Baileys leicht näselnde Stimme nie zur Nebensächlichkeit, sondern steht unerschrocken gegen die hohen Instrumentalwellen an.
Die meisten Songs treiben im hardrockigen Galopp vorwärts. My Identity, Hardcore oder Odd Nativity dürften sich zu echten Konzerthighlights von Tribal mausern. Etwas zu irritieren vermag der einzige deutsche Track Die Kraft Ist In Dir. Die Ballade an der Grenze zum Pop-Rock klingt in den Strophen fast wie aus der Hand Herbert Grönemeyers. Im Refrain zeigt der Song dann aber Mitsing-Qualitäten: „Ich will dich wieder leben sehen/ Es wird schon weitergeh’n“ – Wie der aus dem Rahmen fallende Track bei den Hörern ankommen wird?
I-Dentity klingt vertraut und doch kann man es nicht einem Namen zuordnen, ausser eben Tribal. Unverfrohren bedient sich die Band verschiedener Einflüsse und kreiert sich den eigenen Stil. Das Album ist zwar kein Kaufzwang, doch die Eigenständigkeit verleiht dem den Songs und der Band die Existenzberechtigung und Relevanz in einer vielschichten, modernen Rockmusik.

VÖ: 2012
Label: BLENT

Tracklist:

01. Eleven
02. My Identity
03. On A Silken Thread
04. Die Kraft ist in Dir
05. Spiral Of Insanity
06. Liberation
07. Metamorph
08. Hardcore
09. Believe
10. Distant Memories
11. Odd Nativity
12. Blame
13. Past – Present – Future

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