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Zauberhaft süsse und inspirierend poetische Indie-Songs. Das ist es grob gesagt, was das Genfer Duo Transistor Girl uns auf ihrem Debüt liefert. Vor knapp einem Monat wurde es veröffentlich und Negative White hat für euch ganz genau hingehört.

Transistor Girl - Treading On Flames

 

Transistor Girl. Kein Mädchen, das elektrische Signale verstärkt, aber zwei junge Genfer, die zusammen Musik machen. Gegründet vor noch nicht sehr langer Zeit, dank einer unangenehmen und ereignisreichen Autofahrt quer durch die Schweiz. (Die ganze Geschichte gibt’s auf ihrer Website (Es lohnt sich, sie zu lesen!). Am letzten Tag des ersten Monats 2014 erschien das Album Treading on Flames. Ein Album, das anders als der Titel vermuten lässt, keine Flammen erstickt, aber einige kleine, musikalische Fackeln hochhält in dunkler Winterzeit.

Das Album beginnt gleich mitreissend. Falling Pearls. Der Song zum Album-Trailer. Die Gitarrenbegleitung treibt an. Den ganzen Song hindurch ist sie die Konstante, die immer weiterrennt, auch wenn die Stimme darüber noch so ruhig bleibt. Und sie bleibt ruhig und melancholisch. In jedem Refrain kommt ein weiteres Perkussions-Element hinzu, was dem Song Dynamik verleiht. «Angles fly alone in the darkness high. Angels cry, they cry the raindrops in the sky.» Der Text ist traurig. Sehr. Und trotzdem erinnert er einen daran, dass der Sommer irgendwann wieder kommen wird. Ganz sicher. «The time will come, when the sun reaches you and me.»

Danach Treading On Flames und BabeZwei Songs, die langsam anfangen und langsam bleiben. Schleppend. Wie ein langer, heisser, einsamer Sommernachmittag.  Ein heisser Sommernachmittag, an dem man an Liebe denkt. Einmal an eine unmögliche Liebe, die nicht funktionieren kann. Die man wieder austreten muss. Wie Flammen. «You won’t know ‚cause I never tell you. Oh, I love you and I try so hard not to show you.»
Oder von einer Liebe, die man sich einbildet, aber an der man festhält, weil sie so wunderschön und perfekt wäre. «I never even met you and I probably never will.» Voller Sehnsucht nach dieser einzigartigen Person, die einem alles geben könnte, die aber vielleicht nicht einmal existiert. Seelenschmerz, der tief geht und den die meisten wohl irgendwann erleben mussten.

Transistor Girl

Transistor Girl (Foto: zvg)

 

Die zweite Hälfte des Albums vermag leider nicht mehr so zu überzeugen. Die Songs sind weniger originell. Schön sind sie zwar noch immer, aber  die Musik plätschert an einem vorbei, ist nicht mehr so packend wie zuvor. Musik zum nebenbei hören.
Potenzial bringt das Genfer Duo sicher mit. Sie klingen nicht im Geringsten nach Schweiz und noch weniger nach Westschweiz. Klang und Songtexte erinnern teilweise an einen ganz bestimmten, uns allen bekannten Briten. Man darf hoffen, dass Transistor Girl noch mehr eigenen Stil einbringen. Ich bin überzeugt, dass sie das schaffen werden.

Release
31. Januar 2014