Es gibt kaum einen andere Band in der Gothic-Szene, die so kontrovers ist wie Lacrimosa. Der Wahlschweizer Tilo Wolff hat 1990 mit Lacrimosa eine Band gegründet, die zwar damals noch wenig Beachtung erfuhr, sich aber in den nächsten Jahren als einer der Eckpfeiler des Gothic-Rock etablieren sollte. 2012 sind Lacrimosa mit dem neuen Album „Revolution“ zurück und statten am 7. Oktober der Schweiz einen Besuch ab.

Tilo Wolff und Anne Nurmi sind Lacrimosa (zVg)

 

sax. Die Musik von Lacrimosa war schon immer zwiespältig und schaffte es auch, in der kleinen Gothic-Szene Anfang der 90er, diese zu spalten. Man mag die Musik von Tilo Wolff einfach – oder man findet sie eben grottenschlecht. Dem sei, wie es will, wer sind wir schon, den Musikgeschmack unserer Leser zu werten. Wer sich aber auf die Klangwelt, die sich einem eröffnet, wenn man sich nur etwas mit der Musik von Lacrimosa auseinander setzt, einlässt, der wird sich unweigerlich in eine Welt voller tiefgründiger Texte und atmosphärischen Arrangements hineingezogen werden. Lacrimosa spielten noch nie Musik für die Masse…  nein, sie standen schon seit je her an der Grenze zwischen E- und U-Musik.

Das aktuelle Album Revolution ist das mit Abstand rockigste Werk von Tilo Wolf und auch das frechste Werk seiner Karriere. Während frühere Werke sich mehr mit vergänglichen Themen befassten, geht die neue Scheibe vor allem mit aktuellen Problemen ins Gericht. Schon beim (wenn auch mit einem Augenzwinkern gedachten) Song Irgendein Arsch ist immer unterwegs wird über die Ewig-Besseren Gericht gehalten, wenn auch in nicht sehr eloquenter Weise.
Allgemein hört sich das neue Album sehr viel rockiger an als alle Lacrimosa-Alben zuvor. Der Titel Revolution lässt auch auf grosse Neuerungen hoffen und zumindest auf dem Silberling befindet sich keine Enttäuschung, wenn auch manche Entfremdung. Tilo hat Lacrimosa neu erfunden und wenn auch das neue Album ein paar Durchgänge benötigen wird, um von den Leuten akzeptiert zu werden, bedenkt nur folgendes: Welches Pink Floyd-Album war beim ersten Reinhören schon ein Hit? Wir brauchten damals unsere Zeit, die Genialität der Band zu erkennen… mit Lacrimosa ist es nicht anders.

Was das Konzert am 7. Oktober allerdings speziell machen könnte, ist die Tatsache, dass sie ohne Vorband auftreten werden, dafür mit einem langen Set, welches in zwei Teilen gespielt wird. In der Pause soll’s eine Überraschung geben. Man darf gespannt sein.

Weitere Informationen zur Veranstaltung:

Z7