Die vier Berner Jungs haben ihr neues Album draussen und das «fätzt» wie gewohnt. Die vier Jungs sind schon etwas länger zu viert unterwegs, fürs neue Album jedoch springt Nick, aka das Büro und die Organisation des Trios, nicht mehr nur mal ein, sondern spielt aktiv bei allen Songs mit. Und er macht das ganz wunderbar.

Die Plattentaufe von Tomazobi ist noch nicht allzu lange her und die Begeisterung der gelungenen Taufe schwingt bei der Band immer noch spürbar mit. Ich durfte die vier bei einem Nachtessen kurz vor ihrem Gig in der ESSE Musicbar in Winterthur treffen und anschliessend wurde ich direkt eingeladen, dem Konzert beizuwohnen. Beim Essen standen sie mir Rede und Antwort auf ein paar brennende Fragen und erzählten auch frei von sich heraus von vergangenen Konzerten und skurrilen Erfahrungen. Sie hatten auch viel zu erzählen, denn die Band gibt es schon seit 1999 und hat schon einiges an Alben und Liveauftritten hinter sich gebracht.

Die wichtigste Frage meinerseits war, woher Tomazobi die Ideen für ihre doch sehr humorvollen und einfallsreichen Texte nimmt. Bier als einer der grössten Einflüsse im wahren Sinne des Wortes trägt massgeblich zur Inspiration der Texte bei. Dabei schreiben die vier unterwegs gemeinsam oder getrennt Ideen und Texte auf, die dann zusammengetragen werden um das Beste davon rauszuholen. Manche Ideen entstehen aus einem einzigen Wortspiel oder manchmal sogar nur wegen eines einzigen Wortes. Andere werden durch schon bestehende Musik abgeleitet und am Ende wird aus dem ganzen Textfluss das Beste zusammengebastelt. Der Termindruck hierbei wird von allen als eher positiv empfunden, da sie sonst ewig an den Texten schreiben würden und sich kaum entscheiden könnten welche Version des Textes, sie schlussendlich spielen wollen.

Auch der Stress bei den vielen Terminen der neuen Tour, dabei sind auch viele private Termine noch dabei, die nicht auf der offiziellen Homepage aufgelistet sind, wird eher locker genommen. Die Band hat über die Jahre gelernt damit gut umzugehen und da ihr neuer Fahrer Padill auch noch für Reflexzonenmassagen, Cocktails und beruhigende SMS an die wartenden Freundinnen – mit Ausnahme von Maze, bei dem nur die wartende Katze beruhigt werden muss – zuständig ist, scheint der Spass an der Musik und den Auftritten, den damit einhergehenden Stress locker auszugleichen.

Bei solchen Antworten und Argumenten, merkt man direkt, dass Tomazobi auch privat einen eigenen Humor haben und diesen äusserst symphytisch rüberbringt. Genau so amüsant sieht es bei der Zukunftsvorstellung und den Wünschen für die Zukunft aus, hier wurde mir prompt geantwortet, dass sich Tomazobi wünscht im Alter von den Rolling Stones auch noch auf der Bühne zu stehen und dabei besser auszusehen. Daraufhin wurde ein wenig drüber gewitzelt, ob man versuchen soll dabei besser auszusehen als die Rolling Stones in dem Alter oder besser auszusehen als Tomazobi es jetzt tut. Dabei dürften Sie sich nicht allzu sehr beschweren können, drei von den vieren sind glücklich vergeben, teilweise sogar schon mit Kindern beschenkt. Und Maze’s Katze scheint diesen auch sehr gut auszuhalten. Ob Maze jedoch schon in festen Händen ist, weiss wohl niemand so recht, am allerwenigsten er selbst.

Zum Glück wurde diese Frage galant übergangen indem ein Ultrafan aus dem Thurgau mit Bananen aufkreuzte. Er plauderte ein wenig mit der Band und machte ihnen Komplimente. Die ganze Szene war ein wenig grotesk aber durchaus «härzig». Der Fan aus dem Thurgau taucht immer wieder bei Konzerten auf und zählt zu den treusten Seelen von Tomazobi. Er sorgt immer wieder für Überraschungen und ist der Band immer wieder ein willkommener Gast.

Nach dieser kleinen Unterbrechung durfte ich die Band noch ein wenig weiter löchern und sie verrieten mir, dass ihr Geheimnis für den Erfolg den sie haben, auch darin liegt, dass sie so natürlich und klein geblieben sind, obwohl ihre Fangemeinschaft von Jahr zu Jahr wächst. Sie haben in Bern ein eigenes kleines Studio in dem die Songs abgemischt werden und sie kümmern sich fast um alles selbst. Auch haben sie sich durch ihren Erfolg nicht verändern lassen und machen so lange weiter wie es ihnen allen Spass macht und das sollte auch die Hauptsache sein! Sie geben gerne zu, dass sie sich über die wachsende Fangemeinschaft freuen und es immer wieder Highlights wie das St.Galler Openair 2006 gab, die sie immer weiter aufsteigen liessen. Aber sie erzählen mir auch, dass sie ganz am Anfang ihrer Karriere teilweise ihre Alben noch selbst gebrannt und publiziert haben und da sie wissen, wie viel schon die ersten 100 verkauften Alben bedeuten, sich über jedes weitere verkaufte Album freuen. Mittlerweile sind sie bei der elften Auflage ihrer CD Chue und wie bereits erwähnt nimmt ihre Fangemeinschaft immer weiter zu.

Trotz der langen Zeit in der Tomazobi schon auf der Bühne stehen gibt es immer noch Momente in denen sie nervös vor Auftritten sind, wie zum Beispiel bei ihrer Plattentaufe im Dachstock, in Bern. Wichtig ist jedoch, dass selbst wenn mal etwas schief läuft, dass man sich nicht darüber ärgert und vor allem nicht vor dem Publikum sich darüber ärgert! Backstage sieht das Ganze dann manchmal noch ein wenig anders aus, jedoch nimmt die Band die meisten Zwischenfälle oder Missgeschicke mit Humor hin und kann darüber lachen. Sie sagen sogar, dass das Aufnehmen der Platten teilweise heikler ist als ein Live-Auftritt bei dem man schlussendlich immer noch mal improvisieren kann.

Damit endete die Unterhaltung mit Tomazobi und es wurde auch allerhöchste Zeit. Die ESSE Musicbar war schon gut gefüllt und das Publikum wartete geduldig auf ihre Lieblinge. Motiviert und gewohnt professionell boten die vier Berner dem Publikum einen Abend, den sie nicht so schnell vergessen würden und hielten einmal mehr ihr Versprechen, jeden Konzertraum in ein Affenhaus zu verwandeln.