Tiny Boys ist ein Vierergespann aus Schweden. Leidenschaftlich verschmelzt die Band Einflüsse des 80er Post Punk mit modernem Indie-Rock. Ohne grosse Arrangements kreieren Tiny Boys nachdenkliche, aber dennoch tanzbare Klänge. Im Oktober ist ihr gleichnamiges, erstes Album erschienen.

 Der Einstieg mit Persian Punk erinnert entfernt an Killing An Arab von The Cure. Zuvor als Single veröffentlicht, bietet der Song einen vorwärtspreschenden Einstieg in das Debutalbum der Schweden. Es dominiert die durchdringende Gitarre, die den Song mit einem orientalischen Melodieboden trägt.
Das fünf Minuten lange Battlefield ist mit seinem Schwermut und der dunklen Tonlage ein krasser Kontrast zu Persian Punk. Tiny Boys zeichnen hier keineswegs ein luftig-frohes Bild. Trabend drängen sich im Refrain zwar die Drums von Jon Olafsson in den Vordergrund, verschaffen eine kurze Verschnaufpause vom bedrückenden Bild, was an der Atmosphäre trotzdem wenig ändert.
Eine ähnlich dunkle Ausstrahlung besitzt Black Gold. Der langsam Takt der Strophen erzeugen einen Trauermarsch, durchbrochen vom Refrain, in dem sich Verzweiflung und Wut mischen.
Steve wird stark durch die Bass-Gitarre bestimmt und lässt so an Joy Division denken. Die Gitarre erschafft währenddessen eine hohe Klangkathedrale, durch die die Stimme von Camilla Karlsson hallt.
Es wird nicht nur den musikalischen Wurzeln in den 80er-Jahren gehuldigt, sondern Aktualität mit den Themen geschafft. Karlssons Stimme ist klar, schwankt für den Post Punk typisch zwischen Höhen und Tiefen schnell hin und her. Grosse Innovation ist nicht zu erwarten, aber Tiny Boys ist ein solides Debutalbum. Gerade Persian Punk könnte sich auf Tanzflächen etablieren.

Tracklist

1. Persian Punk
2. Battlefield
3. Walk Out First
4. 4 Am
5. Black Gold
6. Focus
7. Gonna Get My Gun
8. Sofo Vampire
9. Steve
10. It’s Not My Heart

Erscheinungsdatum: 29. Oktober 2011