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Panther sind schöne Tiere. Tijuana ist laut Manu Chao ein wundervoller Ort. Und die Plattenfirma Innovative Leisure Records – bekannt für Allah-las, Bass Drum of Death oder Nick Waterhouse – hat eine Band mit dem Namen «Tijuana Panthers» im Portfolio. So «musste» ich mir das neuste Album der Band anhören.

TijuanaPanthers

Innovative Leisure Records ist eine Plattenfirma. Einige Musiker, die bei dem Label unter Vertrag stehen, sagen mir sehr zu. Über dieses Label stiess ich auch auf die Band Tijuana Panthers. Ein interessanter Name, wie ich finde. Wenn das mal nicht Grund genug ist, um ihr im Juni 2014 erschienenes Album Wayne Interest anzuhören. Mit etwas zittrigen Fingern schiebe ich die CD in das Laufwerk der Stereoanlage. Bis anhin war alles, was ich von Innovative Leisure kenne, gut. Die Allah-las machen sehr entspannten 60er Jahre Americana-Psychedelic-Rock, Bass Drum of Death machen endgeilen Garage Rock (zumindest das erste Album GB City war super) und Nick Waterhouse… die Kritik auf negativewhite.ch sagt ja alles. Aber zurück zum Album mit dem Abbild von John Wayne vorne drauf. Nervös drücke ich den Play-Knopf.

Das Album beginnt mit dem Song Four Horsemen. Hört es euch am Besten selber an. Es ist schnelle Musik. Und irgendwie gar nicht so, wie ich es erwartet hätte. Der Song vermag meiner Meinung nach nicht so recht zu überzeugen. Die Indie-Gitarre ist zwar schön, aber irgendwie kommt bei mir die Erinnerung an Jay Reatards My Shadow auf, welches im Chorus brutal ähnlich klingt und um einiges besser ist.

Also weiter geht es mit dem zweiten Lied Torpedo. Dieses beginnt mit einem schnellen Trommelwirbel, es folgen Hi-Hat sowie die Instrumente Bass und die Gitarre. Somit ist die dreiköpfige Formation komplett.

Nun ist es an der Zeit für einige Hintergrundinformationen. Wobei diese spärlich sind. Auf der Bandwebsite steht nichts, ebenso auf der Facebooksite. Was aber sicher ist: Die drei Jungs sind aus Amerika. Chad Wachtel spielt Gitarre, Phil Shaheen sitzt hinter den Drums und Dan Michcoff spielt Bass. Und das war es dann. Auf den üblich einschlägigen Websites ist nichts zu finden. Schlimm ist es nicht; so bleibt mehr Platz für die Musik.

Zurück zum Album. Das dritte Lied heisst Cherry Street und beginnt mit einem leicht knarzigen Bass, eine simple Melodie, die gut klingt. Und wieder Gitarre und Drums (viel Hi-Hat). Die Musik ist wieder schnell. Und sie wirkt jugendlich. Dieses Lied hat im Refrain viel Hall in der Stimme und erinnert wieder an Bekanntes. Aber es macht Spass beim Anhören. Wo ich anfangs noch skeptisch war, muss ich sagen, dass das Album einen mit der Zeit einfäng. Und mit verstreichender Hörzeit wird das Album surfiger. Der Klang des Albums lässt sich mit folgenden Stichworten beschreiben: Indie-Garage-Surf-Beach-Punk.

Beim Lied Fired wird der strandliche Einfluss ganz gut hörbar. Es beginnt wieder mit Bass und sofort folgt eine an die 60er Jahre erinnernde, mit guten Vibes aufgeladene, hallende Gitarre, wie sie Bands wie die Beach Fossils so gerne gebrauchen. Und Fired ist wieder ein schnelles Lied. Doch die Stärke der Panther offenbart sich spätestens hier: Die oben genannten Musikstichworte lassen sich nicht auf alle Lieder legen. Mal ist ein Track punkig, mal ist er ganz einfacher Garage Pop oder eben Surf-Rock.

Auf Wayne Interest hat sich auch ein Cover eingeschlichen. Everybody’s Happy Nowadays der wunderbaren britischen Punkband The Buzzcocks. Dieses Cover ist nicht revolutionär, aber eine schöne Anlehnung an eine der vielen Wurzeln der Musik der Tijuana Panthers.

Mit zittrigen Fingern schob ich also die CD in das Laufwerk und nun ist das Zittern abgeklungen. Nach etwas mehr als 40 Minuten ist dann Schluss mit dem Album. Die letzten Lieder sind nochmals anders als der Beginn. Money Jar eignet sich zum Tanzen und klingt weniger surfig, dafür knüpft der Song an den klassischen 2006-Indie an. Das letzte Lied Car Crash zeigt eine andere Seite der Panther auf. Es ist weniger schnell, fast schon ruhig. Und ein fast schon kitschiger Abgang des Albums. Zurück bleiben keine vor Freude zitternden Hände. Für das ist Wayne Interest zu wenig gut, zu wenig neu. Aber muss ein Album immer neu sein?

Die Tijuana Panthers mischen verschiedene Einflüsse zu einem Album, auf dem jeder, der etwas mit Surf und Indie anfangen kann, etwas zum Anhören findet. Es mag kein Album für die Ewigkeit sein, aber ein Album das Spass macht. Und man merkt, dass die Band Spass an ihrer Musik hat. Und je mehr Spass man mit der Musik hat, desto mehr Spass macht das Album. Also genau richtig für eine Fahrt nach Tijuana, wo man vielleicht selber im Rausch die neue Musik findet. Oder mit den Panthern Spass hat, wie es kommt.

Hier noch eine Karte. Damit ihr wisst, wo Tijuana ist.

 

Release
10.06.2014

Label
Innovative Leisure

Tracklist
01 – Four Horsemen
02 – Torpedo
03 – Cherry Street
04 – Dark Matter
05 – Sooner Or Later
06 – Fired
07 – NOBO
08 – Time
09 – 7th Seal
10 – Everybody’s Happy Nowdays
11 – Reaction
12 – Wayne Interest
13 – Money Jar
14 – Car Crash