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Von wummernden Gitarren, fliegenden Mähnen und verschwitzten Körpern. Das Aarauer KiFF lud am 17. Mai zum Thrash Metal-Abend mit Sepultura, Hammercult und Angry Bastard ein.

Artikel 2013-05-19 - Sepultura - Artikelbild

Ausdrucksstark in Musik und Gestik (Foto: Franco Tancredi)

Bereits um 20.15 Uhr versammelten sich die Thrash Metal-Fans auf dem Vorplatz des KiFFs. Vernünftige hatten ihr Ticket schon im Vorverkauf ergattert. Weniger Vernünftige wurden an der Abendkasse enttäuscht, denn das Konzert war seit einigen Tagen ausverkauft. Was bei einem Ticketpreis von 35.- für drei Bands – darunter eine lebende Legende – nicht verwundert. Nach einem Abstecher an die Bar ging es auch schon los. Angry Bastard durften das Publikum eine knappe halbe Stunde beschallen und dabei ihre neue Platte Break out taufen. Aufgrund der kurzen Spielzeit verzichtete die Band auf lange Ansagen, um sich länger dem Kernthema – ihrer Musik – widmen zu können. Der Saal war auch schon gut gefüllt und die vordersten Reihen liessen sich sofort von der Musik mitreissen. Schnell wurde klar, die Jungs hatten nicht zu viel versprochen. Eingängige Riffs und eine kleine aber feine Lichtshow machten Lust auf mehr. Nach der kurzen Spielzeit war es also fast schon etwas schade, dass Angry Bastard bereits die Bühne räumten.

Nach einer kurzen Verschnaufpause legten sich Hammercult ins Zeug. Die schönen Männer mit den obligaten Haarprachten (bis auf den Shouter und den Drummer, die ihre Haare kurz tragen) schwangen ihre Mähnen synchron durch die Luft. Zeitweise sah dies echt lustig aus: Drei Haarkreisel mit einem Shouter dazwischen. Der wilde Gesang von Yakir Shochat, welcher ständig zwischen hohen und tiefen Passagen wechselt, bringt eine gelungene Abwechslung in ihre Musik. Während der ebenfalls knappen halben Stunde Spielzeit wurde das Publikum immer lockerer und die Vorfreude auf Sepultura stieg ins Unermessliche.

Dann war es endlich soweit. Das Intro erklang und die Jungs von Sepultura erschienen auf der Bühne. Zuletzt Shouter Derrick Green, der, trotz seiner grossen Erscheinung, wie ein Teddybär wirkt: Sympathisch und so gar nicht böse. Die Band legte sofort los und das Publikum ging ab wie eine Rakete. Eingefleischte Fans schüttelten ihre Mähnen wie in Trance, in ihrer eigenen Welt tanzend, ohne sich gegenseitig anzurempeln. So konnte das Konzert sogar in der vordersten Reihe genossen werden, ohne einen Ellbogen oder dergleichen ins Gesicht geschlagen zu bekommen. Die Security verteilte Wasser an die Durstigen und griff in brenzligen Situationen ein, wirkte aber nicht als Spassbremse. Sepultura interagierte mit dem Publikum und machte ihren Auftritt so zu einem spassigen Erlebnis. Am Ende des Konzerts wurden Handschläge mit den Fans ausgetauscht und Plektren verteilt. Nach ihrer 90-minütigen Spielzeit waren alle verschwitzt und – trotz des tollen Auftritts – froh über eine wohlverdiente Erfrischung an der Bar.