Ein zum Bersten gefülltes Moods, eine schwach beleuchtete Bühne, ein Piano umzingelt von akustischen Instrumenten. Diese Tatsachen sind noch nichts Aussergewöhnliches. Dass The Beauty of Gemina in diesem Umfeld über zwei Stunden ein Erlebnis boten, welches wohl jedem der Anwesenden mehr als unter die Haut ging, allerdings schon. Der CD-Release von The Myrrh Sessions war ein Riesenerfolg!

Stimmungsvolle CD-Taufe im Moors (Matthias Hoffmann)

Stimmungsvolle CD-Taufe im Moods (Foto: Matthias Hoffmann)

Als Michael Sele an diesem Abend unprätentiös die Bühne betrat, ahnte noch niemand was die folgenden Stunden an Überraschungen bereit halten werden. Der Virtuose liess sich ganz im Fluss von Narcotica gehen, bevor der Rest von The Beauty Of Gemina die Bühne einnahm. Zu Beginn noch etwas ruhig, fast etwas verhalten, klangen die Stücke Voices of Winter und Golden Age ins Publikum. Das instrumentale Können der Männer um Michael Sele riss das Publikum, welches das Konzert ganz ungewohnt im Sitzen geniessen durfte, in einen Bann, der etwas ganz spezielles an sich hatte.

Neben Marco Gassner an der akustischen Gitarre begleiteten Rachel M Wieser an der Violine und Andrea Sutter am Cello dieses – in meinen Augen und Ohren – monumentale Werk. Mit Stairs liessen sie die Zuhörer träumen. Die Streichinstrumente bildeten eine perfekte Ingredienz. Wir erlebten einen Michael Sele der vor Freude strahlte, völlig ungezwungen mit dem Publikum sprach und noch mehr als sonst, einfach Musiker war, der es schaffte sein Sentiment auf die Zuhörer zu transferieren.

Pure und ehrliche Musik, die ganz ohne elektronische Beats auskam. Gänsehaut, hier und da ein verträumtes Lächeln, staunende Gesichter, dies alles zauberten die Jungs aus dem Ärmel. Ein dröhnendes Schlagzeugsolo von Mac Vinzens, das Basssolo von David Vetsch, wundervolle Soloklänge seitens Marco Gassner, die Eindrücke überschlugen sich, je länger das Konzert dauerte. Viel über die Bandgeschichte gab Michael Sele preis. Unter anderem widmete er das vermeintlich letzte Stück, Last Night Home, Jürgen Grau, der ihm in früheren Zeiten ein treuer Wegbegleiter war und eine starke Bindung zum Moods hatte.

Natürlich liessen uns tBoG nicht ohne Zugabe sitzen. Ganze sechs Stücke, unter anderem eine Neu-Interpretation von The Lonesome Death of a Goth DJ, (die elektronischen Beats wurden von Mac Vinzens am Schlagzeug imitiert) fanden ihren Weg in die Herzen der Zuschauer. Das musikalische Handwerk war perfekt. Die Ecken und Kanten der Musik konnten trotz konsequenter Akustik vollends integriert werden, was mir persönlich besonders gefiel. Mit Colours Of Mind war ich dann auch durchweg bedient und kann guten Gewissens sagen: Das war das beste The Beauty Of Gemina-Konzert, welches ich bis jetzt erleben durfte!

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