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Vor einer Woche spielten The Beauty of Gemina in Mels ein unglaublich gutes Konzert. War das eine einmalige Sache? Das wollten wir am Tourabschluss in der Grabenhalle herausfinden.

Als The Beauty of Gemina im Alten Kino Mels auftraten, schien irgendein Schalter umgelegt worden zu sein: Die Band spielte befreit, mutig und wild. Eine astreine Rockshow. Besonders aufgefallen ist dabei der Frontmann Michael Sele, der seine Fesseln gesprengt hatte und auf der Bühne regelrecht umher tigerte.

War das ein einmaliger Ausrutscher? Oder dürfen wir uns künftig auf einer agilere Performance der Band freuen? Der Tourabschluss in der Grabenhalle in St. Gallen soll die Frage beantworten.


Die Setlist blieb im Vergleich zu Mels beinahe unverändert. Der Vergleich ist also durchaus repräsentativ. Die Grabenhalle war gut gefüllt, lockere Stimmung und Marihuana-Geruch in der Luft.

Als das Konzert mit dem klassischen Intro und End begann, war klar: Die Show in Mels war der Urknall für eine neue Art der Performance. Sogar noch mehr bewegte sich Michael Sele über die Bühne, hin und her, das Publikum stets im Blick und seine Reaktion prüfend.

Seles Gestus hat sich verändert – vom Pastor auf der Kanzel zum Entertainer auf der Bühne. Hin und wieder an der Grenze zur Übertreibung, muss er seine neue Darbietung noch etwas justieren, seine Rolle wieder finden. Jedoch spürt und sieht man, dass sich die Band nun mehr von der Musik mitreissen lässt.

Dass The Beauty of Gemina dieses Mitreissenlassen gestatten, tut ihren Konzerten ausgesprochen gut: Die Kraft ihrer Songs ist unbestritten, wird aber durch eine neue Freiheit in der Performance zusätzlich verstärkt. Noch nie zuvor sah ich jemanden bei einem ihrer Konzerte headbangen gesehen. Passend oder nicht, es zeigt, dass die Wucht sich exponentiell gesteigert hat.