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Ausverkaufter Tanztempel am Samstag im Zürcher Plaza: Die britischen Indie-Rock-Klangkünstler Glass Animals heizten mit ihrem neuen Album sowie früheren Hymnen dem Publikum ordentlich ein und entlockten selbst dem hinterletzten Rhythmus-Muffel mindestens ein Mitwippen.

Bei den frostigen Temperaturen am Wochenende hielt es keinen lange draussen an der doch mehr als nur frischen Luft. Umso willkommener wurde Indie-Rock-Fans, Szene-Gängern, Nachteulen, Traumtänzern, Frühabend-Ravern und Musikliebhabern – wobei sich all dies natürlich auch in verschiedensten Kombinationen wiederfindet – mit dem Konzert der Glass Animals im Plaza Club Zürich ein buntes Aufwärmprogramm geboten.

Hot and Cold

Dass die Herren aus Oxford live ordentlich abliefern und nicht nur selber bis zur Ekstase herumwirbeln, ist längst bekannt. Bekannt, wohl gesagt im Rahmen der hochheiligen Indie-Rock-Szene, wo man sich teils schwer tut seine Lieblingsbands und Entdeckungen zu teilen. Sollen dann ja doch nicht zu gross rauskommen, weil sonst Mainstream, weil nicht cool.

Alles andere als cool war aber die Stimmung im pumpenvollen Plaza: Richtig brennend heiss war die Stimmung. Glückliche Gesichter und bunte Aufmachungen zierten die Ränge dieser schönen Räumlichkeit, wo sich sonst am «Nachtseminar» Studenten mit ordentlich Drinks und umso weniger Hemmungen für ein paar Stunden das harte Uni-Leben aus dem Gedächtnis trinken.

Bild: David Schneider

Glass Animals im ausverkauften Plaza. Bild: David Schneider

Mit den Klängen der Glass Animals erübrigte sich jedoch jeglicher überhöhter Alkoholkonsum, denn getanzt und mitgesungen wurde dank bester Stimmung so oder so. Die im Spotlight platzierte Ananas auf der Bühne wirkte als passendes Symbolbild für das Dargebotene: Fruchtig frische Songs zwischen Jungle-Disco und Indie-Schmetterer mit Hip-Hop-Einschlag durchströmten das wie auf Vitamin Musik schwebende Publikum. Neue Stücke wie Life Itself und Youth von Glass Animals zweitem Album How To Be A Human Being wechselten sich ab mit Hymnen wie Black Mamboo oder Gooey des glamourösen Debütalbum ZABA von 2014.

Zumba meets Hipster

Sänger und gleichzeitig auch Gesamt-Entertainer Dave Bayley mit seinem herzlichen Lachen und seinen schier schlangenartigen Bewegungen stets auf seiner Seite. Ob wippend mit Gitarre, wild herumhüpfend mit Shaker oder Rassel, dem Publikum tanzend nahe oder bei seinem Abstecher auf die Bartheke: Bayley und seine Truppe lieferten das Feuerwerk, welches die hippen und musikhungrigen Konzertgänger erwartet haben.

Die gut 500 Leute im ausverkauften Plaza dankten dem Einsatz der gesamten Band mit genauso fleissig schweissigem Körpereinsatz im Takt dieser urbanen, mal frohlockend hellen und doch manchmal auch betörend dunklen Klängen.

 

 

Bild: David Schneider

Sänger Dave Bayley geht auf Tuchfühlung. Bild: David Schneider

Es war das letzte Konzert ihrer dreimonatigen und grossteils ausverkauften Tour durch die USA, Kanada, England und ganz Europa. Aber Herrgott hatten die glasigen Tiere eine Energie und Ausstrahlung auf der Bühne. Jeder Zumbakurs für Fortgeschrittene sah dagegen aus wie das Muki-Turnen von anno dazumal, obwohl Zumba wie auch Muki-Turnen zu Tracks wie Pork Soda oder Walla Walla durchaus kompatibel wäre.

Der Abend, welcher übrigens von den genauso zu beachtenden Pumarosa um Sängerin Isabel aus London eröffnet wurde, bleibt trotz der Tatsache, dass sich einige mit Glass Animals zweiten Album schwer tun, in guter Erinnerung. Schliesslich war er mindestens so bunt wie Bayleys Pullover – und schon allein dieser wurde von einem glücklichen Lachen geziert.