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Tucson Songs Tour – Was tönt wie einige dröge Country-Veranstaltung entpuppt sich als wahres Juwel amerikanischer Soundvielfalt. Am 27. April macht der Tross aus vier Künstlern in der Chollerhalle Zug Halt. Eine Vorschau.

Andrew Collberg, zVg

jt.Vier grosse Namen aus der Stadt Tucson in Arizona geben sich die Ehre. Eingerahmt wird der Abend von Sergio Mendoza Y La Orkesta. Dabei ist Mendoza nicht nur als Act auf der Bühne, seine Big-Band fungiert auch als musikalische Unterstützung. Der südliche Sound vereint Salsa, Jazz, Cumbia und Western mit heissem Latin-Fieber und würzt das Ganze mit einer rassigen Prise Schnelligkeit. Es entsteht rasante und tanzbare Musik mit garantiertem Urlaubsgefühl. Das Temparament von Sergio Mendoza Y La Orkesta vertreibt das trübselige Aprilwetter und lässt die mexikanische Sonne scheinen.

Der 28-jährige Brian Lopez sammelte erste Bühnenerfahrung in einer Rockband. Sein erstes Solo-Album Ultra ist jedoch meilenweit vom klassischen Rock entfernt. Lopez zeigt sich ruhig, verträumt, sehr perfektionistisch. Der Musiker mit spanischen und mexikanischen Wurzeln nahm Gesangsunterricht, ist gelernter Pianist und Gitarrist. Seinen Stil zu beschreiben ist gerade deshalb so schwer. Lopez selbst bezeichnet ihn als „retro-psychedelischen Kammerpop – mit etwas Klapperschlange“ – Und ja, da ist durchaus Wahres dran.

Für die nötige Weiblichkeit sorgt Chanteuse Marianne Dissard. Ungwöhnlich, dass gerade aus den USA französische Klänge kommen. Doch Dissard spielt gekonnt mit Country-Elementen, Einflüssen aus dem Indie-Pop und der hohen Kunst frankophoner Poesie. Die einfachen Arrangements sind leichtfüssig und frech. Auf der Songs Tour präsentiert die selbstbewusste Sängerin ihr neues Album L’abandon.

Der heimliche Star des Abends ist jedoch Andrew Collberg, geboren im schwedischen Lund. Gerade mal 21 Jahre jung ist der wohl vielversprechendste Songwriter, den Tucson – vielleicht die USA – zu bieten hat. Seine harmonischen, organischen Lieder zeugen bereits jetzt von einer Zeitlosigkeit, dass ihn die Kritiker als nächsten Bob Dylan handeln. Das frische, unverbrauchte Talent zieht sich durch alle seine Werke. Collberg liefert einen grundsoliden Pop-Rock auf der sehnsüchtigen, gemächlichen Seite. Die Jugend sprüht aus den eingängigen Melodien von Garbage Day oder dem Banjo-geprägten On The Wreath. Collberg arbeitet geschickt mit der akustischen Gitarre, die jedem Song ein natürliches Fundament im Stil alter Folksongs giesst. In perfekter Einheit geben sich die anderen Instrumente und der Sound wird durch die Stimme abgerundet, die den Hörer zu einem Abenteuer einlädt, auf welches man sich bloss noch einlassen muss.

Negative White verlost 1×2 Tickets für die Tucson Songs Tour in der Chollerhalle Zug. Schreibe einfach eine Mail mit deiner Adresse an wettbewerb@negativewhite.ch.
Teilnahmeschluss ist der 25. April 2012.

Weitere Infos zur Veranstaltung:

chollerhalle.ch

andrewcollberg.com
brianlopezmusic.com
mariannedissard.com
myspace.com/ylaorkesta