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Es ist der grosse Musik-Skandal 2018: Der «Echo» für die deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang – trotz antisemitischer Textpassagen. Nun wollen die Swiss Music Awards Textkontrollen einführen.

Der Musikpreis «Echo» ist Geschichte. Das hat der Vorstand des Bundesverbandes Musikindustrie gestern in einer ausserordentlichen Sitzung beschlossen. Den Preis wird es in der bisherigen Form nicht mehr geben.

Kein Wunder: Die Empörung war gross, als die deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang einen «Echo» absahnten. Und das trotz der als antisemitisch kritisierten Textzeilen. Andere Stars gaben ihre Preise zurück. Der «Echo» stand schon einmal heftig unter Beschuss, als die Südtiroler Deutschrockband Frei.Wild nominiert war.

Dass es aber 2018 soweit kommt, dass der Preis nun praktisch dem Erdboden gleichgemacht wird, ist erstaunlich. Der Verband schreibt, dass der Preis unter keinen Umständen als Kanal für «Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung» wahrgenommen werden solle. Die Marke «Echo» sei so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei.

Konsequenzen für die Schweiz

Der Skandal hatte auch Auswirkungen für die Schweiz. Nach lautstarken Protesten wurde ein Konzert der beiden Rapper in Schaffhausen abgesagt. Dass ein Auftritt aus einem solchen Grund gestrichen wird, ist eine Seltenheit.

Nun haben auch die «Swiss Music Awards», der helvetische Bruder des «Echos», sich Gedanken zur Problematik gemacht. Organisator Oliver Rosa sagte gegenüber Radio 1, dass sie ebenfalls aus den Ereignissen lernen würden: «In Bezug auf Text oder andere künstlerische Interpretationen, die man gesellschaftlich nicht so im Raum stehen lassen will, haben wir Möglichkeiten das Reglement der SMA anzupassen.»

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