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«Ich habe alles eingepackt. Komm‘ lass uns gehen», hat sie gesagt. Wohin es gehen sollte, wusste ich nicht, aber Marina hatte immer tolle Ideen, also ging ich einfach mit.

Die Fahrt dauerte etwas, trotzdem hatte ich kein Bedürfnis zu wissen, wo wir genau hinfahren. Das Restaurant vor dem wir parkten schien geschlossen. Ihr bestimmter Schritt in Richtung Eingangstüre zeugte allerdings von solcher Sicherheit, dass ich einfach hinterher ging. Fünf Euro verlangte die knapp bekleidete Dame am Empfang. Mit einem Zwinkern fügte sie an: «Weil ihr zwei Ladies seid.»

Noch nicht mal da schien mein Hirn zu realisieren, auf welches Abenteuer ich mich gerade eingelassen hatte. In der Umkleide packte ich die eigens für mich eingepackten Dessous aus. Bevor ich nochmals richtig Luft holen konnte, stand ich dann da. In Strapsen, Negligée und viel zu hohen Schuhen.

Ein unangenehmes Gefühl überkam mich. «Oh mein Gott, oh mein Gott», schoss es mir durch den Kopf. Mein Kopf-Kino generierte schreckliche Bilder von Massenorgien in stockfinsteren Räumen und schmuddeligen Sitzgelegenheiten. Sabbernde Männer, die sich in den Schritt fassen, und Frauen, die sich ängstlich in eine Ecke drängen. Nichts dergleichen geschah.

Nein, die Atmosphäre war einladend, die Luft knisterte leicht. Ein gepflegtes Ambiente. An jeder Ecke waren frische Tücher zu finden, Kondome standen in allen Varianten in grossen Gläsern bereit. Dennoch stieg meine Nervosität ins Unendliche. Der rettende Gang an die Bar war einfach. Einmal Sex on the Beach, noch einmal und ja, den Prosecco habe ich mir auch noch genehmigt. Alles inklusive – weil wir Ladies sind.

Marina hatte sich bereits in die oberen Stockwerke verabschiedet, ich und mein Freund Prosecco blieben noch einen Moment an der Bar. Schnell gesellte sich ein Pärchen dazu, welches offensichtlich das Gespräch suchte. So tun als ob ich nicht da bin? Shit, aufs Handy schauen geht nicht, weil es in der Kabine ist – lächeln. Sie lächelten zurück, fragten ob sie sich setzen dürfen. Ungezwungener Smalltalk, noch ein Prosecco. Der weibliche Part des Pärchens verabschiedete sich nun auch in andere Räumlichkeiten, der Mann fand mich und Prosecco anziehend. Ich musste nicht viel sagen, es war klar, dass ich das erste Mal da war, denn auch ein Prosecco muss nicht so krampfhaft gehalten werden, dass die Fingerknöchel weiss hervor treten.

Also lud mich Martin ein, mir das Haus zu zeigen. Wir stiegen die Treppen empor und landeten als erstes unter dem Dach. Pornöses Gestöhne drang aus dem Giebelzimmer. «Magst Du schauen gehen?», fragte er grinsend. Klar doch! Anderen Menschen beim Sex zuzusehen, nur deswegen bin ich hier!

Aber mich packte die Neugierde tatsächlich. Das «Folterzimmer» schien mit allem ausgerüstet was es wohl so brauchte. Auf dem Gynäkologenstuhl war ein Pärchen zugange, welches es sichtlich genoss beobachtet zu werden, was sie mit einem Nicken in meine Richtung kundtaten. Prosecco und ich fanden das prima. Martin fand es lustig und zog mich weiter durch alle Räume, erklärte mir was das Personal tut und wie man sich bemerkbar macht, sollte etwas passieren, was man nicht möchte.

Ich überlegte derweil was man denn tun muss, wenn man denn möchte. Da Prosecco seinen Teil zu diesem Abend beigetragen hatte, tat ich das dann auch einfach. Wieder lachte Martin und stellte mein Glas weg. «Möchtest du denn?», fragte er lächelnd und mein Mut war grösser als die Bedenken, die ich hatte. So fanden wir uns wieder auf einer überdimensionalen frisch bezogenen Matratze. Mein Herzschlag war bis in die Haarspitzen fühlbar. Aber Martin machte nichts mit mir. Nein, sein weiblicher Part Irina betrat den Raum und liess mir keine Zeit für Fragen. Lediglich ihr fragender Blick, gefolgt von einem Nicken meinerseits besiegelten die Geschehnisse der nächsten Stunde. Die russische Schönheit liess sich viel Zeit meinen Körper so ausgiebig und gefühlvoll zu befriedigen, dass ich alles um mich herum vergass.

«Hier seid ihr», erklang Marinas Stimme im Raum. Lächelnd gesellte sie sich dazu und liess es sich nicht nehmen dem Spiel beizuwohnen. Martin hingegen genoss das Schauspiel auf seine Weise und überliess uns Frauen ganz uns selbst.

Betrunken von diesem Abentuer, mit feuchten Strähnen im Gesicht sassen wir alle auf der Matratze und kamen wieder zu Atem. Martin war stand auf, murmelte seiner Irina etwas ins Ohr und verschwand nach ihrem Nicken lautlos aus dem Raum. Ein Mitarbeiter des Etablissements machte sich bereits daran unsere Laken auszutauschen und wir begaben uns zurück an die Bar.

Der Barkeeper, der auch nur sehr knapp bekleidet war, hielt schon wieder Prosecco für uns bereit und übergab Marina einen Schlüssel. Sie schaute ihn ungläubig an, er nickte ihr lediglich zu. Mir war das zu viel Genicke an diesem Abend, ich wollte duschen und mich dann zurückziehen. Dies war aber nicht nötig, denn der Schlüssel führte uns durch einen schmalen, dunklen Flur in ein kleines Paradies. Ein komplett verspiegelter Raum lag vor uns. Der Boden eine einzige Spielwiese. Eingelassen in den Boden, inmitten des grossen Raumes sprudelte ein Whirlpool in allen Farben vor sich hin. Der Sternenhimmel aus Lichtern über unseren Köpfen funkelte angenehm. Hinter uns betraten Martin und Irina den Raum und schlossen hinter sich die Türe. «Es war nicht einfach das Prunkstück zu buchen, aber ich hab’s geschafft», beantwortete Martin unsere fragenden Gesichter. Lachend und Prosecco trinkend beschlossen wir den Abend zu viert in diesem herrlichen Whirlpool. Ob Martin auch noch auf seine Kosten kam? Das bleibt unser Geheimnis.