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Die Laufstege der Fashion Weeks sind schon wieder wund getrippelt von den unzähligen Models auf  Stelzen, die die Trends für den Frühling und Sommer 2014 präsentierten. Dieser Artikel berichtet nicht von Mustern, Pastelltönen, Knallfarben und Spitze, sondern von dem, was wirklich dahinter steckt. 

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Chanel (Foto via vogue.com)

Karl Lagerfeld zeigte knallbunte Karos auf einem mindestens genauso ausgefallenen Laufsteg. Dior setzt auf aufregende Akzente und Hugo Boss bleibt bei sportlich-chic. Die Modehäuser haben es auch dieses Jahr in ihren Spring/Summer-Kollektionen so richtig krachen lassen. Fast so zahlreich wie die Schönheitsoperationen von Donatella Versace, sind die gezeigten Looks an den Modeschauen. Dem Modetrend 2014 auf der Spur, durchforstete ich sämtliche Reviews der Shows. Etwa von der Fashion Week in New York:

http://www.youtube.com/watch?v=RmffB9yYJ_Q

Von solchen Aufnahmen kann ich nicht genug bekommen. Hätte ich mir alle Auffälligkeiten notiert, wäre ich wohl aber nächstes Jahr noch dran. Während ich also fasziniert die Kollektionen abgraste und mich über geniale Entwürfe fast genauso wie über Nippelfreiheit und skurille Ideen freute, stellte ich mir selbst die Frage, was mir Trends bedeuten und dachte:

Wofür eigentlich?

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Hugo Boss (Foto via amazonaws.com)

Ist mir doch im Grunde genommen egal! Wenn sich nicht einmal die Designer untereinander einig sind, wie soll ich mich dann entscheiden, was man neuerdings tragen muss und was «out» ist? Während Lena Hoschek zuckersüsse Vintage-Looks zeigt, setzt Valentino auf Ethno und Kaviar Gauche auf den Klassiker in Schwarz-Weiss. Im Bestreben, etwas möglichst neues auf den Markt zu bringen und sich von der Konkurrenz abzuheben, ergänzen sich die grossen Modeschöpfer immer wieder zu einer breiten Palette, die Jahre der Modegeschichte zusammenfasst und mich zufrieden lächeln lässt.

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Vivienne Westwood (Foto via raredelights.com)

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Michael Bastian (Foto via gq.com)

Was macht man sich eigentlich mit diesen sogenannten Trends verrückt? Irgendwie bleibt doch immer alles modern. Was letzte Saison getragen wurde, ist bald wieder retro und eine verrückte Idee eben futuristisch oder ein Street-Style. Die Freude an Mode muss man nicht benennen, sondern ausleben und das kann man, wie man will, wie die Fashion Week ja eigentlich deutlich zeigt. Trends sollen uns inspirieren oder erinnern, sie sollen Wegweiser sein von kreativen Leuten, die sich intensiv mit Mode auseinandersetzen und manchmal auch einfach nur beweisen: So kann man das machen! Niemals aber sollten sie ein Zwang darstellen oder andere Kleidung verbieten. Ähnlich ist es mit den Modeschauen. Es sind Shows und keine Dokumentarfilme. Die Models präsentieren Kleidung, präsentieren sich selbst, wie ein Kunstwerk. Der Designer ist in erster Linie eben Künstler und an einer Vernissage dürfen die Bilder auch einmal schräg oder unverständlich sein. Mode ist eine Art sich auszudrücken und ist somit höchst individuell. Was man schlussendlich trägt, entscheidet jeder selbst.

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Valentino (Foto via outrageousfortunes)

Das Modejahr 2014 wird also wie das Jahr 1963 oder 2034: Ein bunter Haufen von Einfällen, eine Kombination von Persönlichkeiten und vor allem eine ordentliche Portion Spass. Ich für meinen Teil, wühle gerne rum, bin gespannt, was ich noch alles finden werde und greife ganz bestimmt auch mal daneben. Was soll’s!

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Alexandra Kiesel (Foto via kalinkakalinka.de)

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Dawid Tomaszewski (Foto via superior-mag.com)