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Blutrote Lippen, Porzellan-Teint, Leder und Nieten, weite Gewänder und farbige Haare. Fiona alias Traumwanderin, hat tausend Gesichter; nicht zuletzt durch ihre Fertigkeiten als Maskenbildnerin. Doch was steckt hinter Begriffen wie Batcave und Steampunk und wie können Gothic und Punk auch noch aussehen? Fiona führt uns in ihre ganz eigene Welt der Träume.

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Mittelalterliche Ästhetik (Bild: Lunar Storm)

 

kl. Bei Fiona reicht es nicht, sich mit einem Outfit auseinander zu setzten. Denn ein Outfit allein, würde niemals genügen um ihren Stil zu beschreiben. Die Frau mit den eisblauen Augen ist nämlich so vielfältig was ihren Kleiderstil betrifft, wie es ihre Haarfarbe ist. Ob Gothic oder Victorindustrial, Blau oder Orange, hängt dabei schlicht und einfach von ihrer Laune ab. Wandelbar ist hier das Stichwort, Langeweile ein unbekannter Begriff. «Verkleiden» ist aber die falsche Bezeichnung für ihre Wandelbarkeit.

«Ich stelle nur allen meinen Seiten ihre eigene Garderobe zur Verfügung.»

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(Bild: moonlightart.ch)

Sie bewege sich in den Bereichen Goth, Batcave, Metal und Rock mit Einflüssen aus dem Steampunk und dem Victorindustrial. So manch einem schwirrt der Kopf bei so vielen, eher selten anzutreffenden Begriffen der Schwarzen Szene. Beim Batcave, also eigentlich dem «Fledermaushöhlen-Stil», handelt es sich um einen Unterbegriff des Gothic. Der Begriff ist auf einen Londoner Nachtclub zurückzuführen, der zwsichen 1982 und 1985 Knotenpunkt der britischen Gothic-Szene darstellte. Für die meisten Leute, ist der Batcave-Stil wohl kaum von dem typischen Goth-Look in düsteren Tönen, mit viel Metall und aufwändigem Styling unterscheidbar. Allgemein kann man sagen, dass die schwarze Modeszene, sowie auch die Musikszene extrem vielfältig und komplex ist. Nur echte Profis kennen die genauen Unterschiede. Für mich wirkt der Batcave-Stil etwas punkiger und knalliger. Es wird mit Neonfarben und Leoprint experimentiert. Bei den Frauen setzt man auf Tüllunterröcke und Ringelstrümpfe. Das Ganze wirkt dann etwas verspielter und frecher, wobei der Gothic-Look in seiner vollen Pracht, gerade auf Festivals oder speziellen Treffen sehr elegant und distanziert wirkt.

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(Bild: moonlightart.ch)

Natürlich hängt schlussendlich aber immer alles vom Träger ab. Fiona wirkt faszinierend. Irgendwie unnahbar, wie aus einer anderen Zeit. Damit kommen wir zum Steampunk. Einer der wohl spannendsten Stilrichtungen. Sie ist eine Art Science-Fiction der Vergangenheit. Eine Verherrlichung einer so nie dagewesenen Technik. Anhänger dieser Subkultur verbinden künstlerisch-futuristische und viktorianische Elemente zu einem fremdartigen Gesamtbild. Man schlüpft in die Rolle eines Erfinders oder eines Zeitreisenden Piloten. Dabei werden möglichst aussergewöhnliche, vorzugsweise metallene Accessoires getragen, wie sie in einigen Bildern in der Galerie sichtbar sind. Zwei Must-Haves für jeden Steampunk sind womöglich eine Taschenuhr und «goggles», eine runde Schutzbrille, die aber oft auch auf der Stirn getragen wird. Tatsächlich ist dieser Stil genau durch diese speziellen Einzelstücke aber so aufwendig (fast alles ist Handarbeit!), dass er selten im Alltag getragen wird und auch kaum käuflich erwerblich ist. (Zum Glück doch nur kaum: steampunk.de)

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Steampunk (Bild: artedelcambiamento.wordpress.com)

Fiona wird in Brockenstuben und Secondhand-Shops fündig, «weil die Sachen da Geschichte haben». Viel Geld gibt sie nicht für Mode aus und ihr absolutes Lieblingsteil ist ein Geschenk der Mutter: Emily the Strange Chucks. Tatsächlich passt die Marke zu unserer Traumwanderin. Emily the Strange, mit ihrem langen, glatten Haar und ihrer liebenswürdigen Eigenheit. Eine siebenjährige Freundschaft verbindet Fiona mit diesen Schuhen, die eine gefühlte Million Löcher haben. Doch hergeben, würde sie sie niemals, immerhin haben sie Katzen auf der Innenseite. Und bei einem ist sich Fiona sicher:

«Die Macht einer Katze sollte niemals unterschätzt werden.»

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