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Attention! Hier kommt ein zarter Hauch französische Eleganz, gepaart mit einem kräftigen Schuss Leichtigkeit, einer Prise Verspieltheit und viel Lebensfreude. 

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Ein bodenlanger, fein gestreifter und anliegender Stoffrock, der bis zum Bauchnabel hinauf reicht. Ein schwarzes, bauchfreies Top, ein mattsilberner Armreif und lange Ohrringe mit ebenfalls silbernen Kugeln an den Enden. An den Füssen niedliche Samtschühchen. Mit diesen fünf Teilen, die alle an sich nicht einmal speziell auffällig sind, kreiert Michelle Stutz ein Outfit, das leise «Bonjour Mademoiselle» ruft.
Leicht und zart, aber trotzdem selbstbewusst und feminin wirkt Michelle. Sie ist unheimlich fotogen und scheint irgendwie von einer stillen, doch hell leuchtenden Aura umgeben zu sein. Immer wieder lacht sie oder verstrubelt ihre tollen Haare. Erst kürzlich hat sie diese so kurz abgeschnitten. Sie machen ihren Look perfekt. Ihr schöner Hals kommt toll zur Geltung und wird von den Kugeln an den Ohrringen kokett umspielt. Diese Verspieltheit findet sich im ganzen Outfit und besonders in Michelles Ausstrahlung.

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«Für mich ist es wichtig, mich frei bewegen zu können,aber dennoch elegant und verspielt zu sein.», meint sie im Interview. Womöglich ist es genau diese Mischung aus Einfachheit und Chic, die ihr die edle, aber nicht arrogante Haltung verleihen, die mich auf sie aufmerksam gemacht haben. Fast immer trägt sie bodenlange, oft auch weite Teile, wie zum Beispiel eine schwarze Stoffhose im Marlene-Dietrich-Stil. Ich frage sie, ob sie französischer Herkunft sei, einfach nur durch ihr Auftreten, dass mich total an französische Schönheiten und Stilikonen, wie Audrey Tautou erinnert: Die grossen, braunen Rehaugen, der freche, etwas jungenhafte Kurzhaarschnitt und der Vintage-Look. Sie verneint, bestätigt aber meinen Eindruck: «Ich liebe Frankreich für ihre einfache Eleganz und finde, dass sich dort sehr viele Frauen gut anziehen.»

Fast schon selbstverständlich erscheint es, dass Gabrielle Chasnel, alias Coco Chanel ihr grösstes Modevorbild ist. «Sie war diejenige, die die Frauen aus Korsetts befreit hat und Eleganz auch tragbar machte. Ich denke, dass ist etwas vom wichtigsten an der Mode, dass man sich frei fühlt und sich selbst sein kann.», meint Michelle. Coco Chanel steht für Zeitlosigkeit und eine neue Art der Weiblichkeit. Michelle macht ihr alle Ehren. So wie Coco, reduziert auch sie Kleidung auf ihr Wesentliches. «Weniger ist mehr.», erklärt Michelle dieses Mottos treffend.

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Doch auch Schlichtheit muss gut durchdacht sein, um trotzdem interessant zu wirken. «Für mich ist alles wichtig. Von den Farben, über den Schnitt, bis hin zu den Mustern und den Materialien.» Ich muss lächeln, als mir Michelle erzählt, dass auch sie sich meistens bereits am Abend zuvor überlege, was sie am nächsten Tag anziehen könnte, um dann vielleicht am nächsten Tag zu merken, dass ihre Kopf-Kombination gar nicht so aussieht, wie sie sich das vorgestellt hat oder das Wetter nicht mitspielt.

Am liebsten trägt Michelle Stücke mit Geschichte. So stöbert sie gern im Estrich in Erbstücken von den Grosseltern oder der Mutter und findet dabei Teile, die durch ihre Vergangenheit einzigartig sind . «Ich überlege mir oft, wer die Kleider wohl getragen hat und was sie für Menschen waren.» Vielleicht sind es diese Geschichten, die Michelle wie aus einer anderen Zeit wirken lassen. Neben dem Estrich besucht sie gerne Flohmärkte und Secondhand-Stores und nicht zu vergessen: den Schrank ihrer Mutter und den ihrer Schwester. Sie habe fast schon ein schlechtes Gewissen, dass sie sich öfters einmal ein Teil «unter den Nagel reisse».

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Michelles Kleidungsstil ist wohl selbst ein Stück Geschichte und gleichzeitig wunderbar modern. Sie entführt uns, macht uns nostalgisch, träumerisch. In Karo-Muster oder Marine-Look sehe ich sie in Gedanken in den Pariser Restaurants Kaffee trinken und auf dem Markt in Büchern stöbern. Ich sehe sie bei Nacht durch die alten Gassen schreiten, unbeschwert lächelnd, vielleicht singend, und sage:

«Bonsoir Mademoiselle.»

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