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Schaffhausen begeisterte mit dem Stars in Town vom 9. bis 13. August wieder rund 30 000 Menschen. Die aussergewöhnliche Gastfreundschaft der Schaffhauser liess keine Wünsche offen. Die Piazza Grande der Deutschschweiz hat sich einmal mehr als Perle in der Festivallandschaft Schweiz bewiesen.

Sechzehn grosse, mit Top Acts bestückte Konzerte liessen die Fans und Zuschauer auf den Herrenacker in Schaffhausen pilgern. Begrüsst wurden die Besucher mit Herzblut und einem unwahrscheinlichen Engagement. Fünfhundert freiwillige Helferinnen und Helfer trugen zu einem reibungslosen Ablauf bei.

Die Fakten

Der Herrenacker im Herzen der Altstadt Schaffhausens wurde für die Festivaltage in ein gediegenes Gewand gehüllt. Lichteffekte und ein sinnvoller Aufbau, der jedes Jahr verbessert wird, trugen dazu bei, dass man die Orientierung nie verlor. Einheitliche Beschriftungen unterstrichen das Konzept der Organisatoren und unterstützen die Besucher dabei, sich stets zurechtzufinden.

Ein grosses Plus dieses Jahr: Das Toi-Toi «Dörfchen» wurde vom Platz verbannt, was dem Geruchssinn sehr zuträglich war. Auch die Situation im Parkhaus war optimiert in dem direkt an der Einfahrt die Ausfahrtstickets zu einem Pauschalpreis von zehn Franken und somit einem fairen Preis verkauft wurden. Langes Anstehen oder früheres Gehen nach dem Konzert wurde somit verhindert, was eine absolute Verbesserung darstellt.

Auch dieses Jahr wurde sehr darauf geachtet, die Umwelt nicht zu sehr zu belasten. Die Teller und das Besteck der Stände waren recyclebar und überall fand man genügend Möglichkeiten PET und Alu umweltgerecht zu entsorgen.

Schaffhausen präsentierte sich von seiner besten Seite. Alle Anbieter von Speisen und Getränken waren lokale Gastgeber, die ihre Köstlichkeiten an den Mann und die Frau brachten. Auch hier war eine deutliche Qualitätssteigerung spürbar, auf die wohl sehr grossen Wert gelegt wurde.

Acts die begeisterten

Natürlich standen auch dieses Jahr wieder grosse Namen auf der Bühne. Mit Texas kam der erste grosse Headliner auf die Bühne. Mit viel Energie gab Sharleen Spiteri alles um das Publikum zu begeistern. Faithless muss man mögen – wer nur gekommen ist, um den Welthit I can’t get no sleep (Insomnia) zu hören, könnte unter Umständen enttäuscht worden sein. Maxwell Fraser hatte aber mehr zu bieten und kreierte echte Partystimmung.

Zu den absoluten Party-Machern darf man zu meinem Erstaunen auch Bligg zählen. Er wickelte das Publikum in Windeseile um den Finger und hatte sie alle in der Tasche. Starke Präsenz auf der Bühne und seine mitreissende Art liessen seine Performance unter die Haut gehen. ZAZ liess die Fans in bester Chanson-Manier feiern. Auch Marillion hatte die Audienz im Nu in seinen Bann gezogen und legte einen souveräne Show hin.

Als überraschend stellte sich auch der Auftritt von James Morrison dar. Der Mann hat einiges mehr zu bieten, als er uns manchmal glauben macht. Auch er strotzte vor Leidenschaft auf der Bühne und liess das Schaffhausener Publikum rocken!

Was soll man zu Status Quo sagen? Jedes Wort erübrigt sich, wenn man die Formation live auf der Bühne sieht. Es ging einfach die Post ab! Alle ihre grossen Hits wie Wanderer oder In The Army Now wurden vom Publikum mit einem echten Fest vor der Bühne quittiert.

Acts die es schwer hatten

Etwas schwer tat sich das Publikum mit Caro Emerald. Die niederländische Pop- und Jazzsängerin trat nach dem schweizerisch-/deutschen Duo BOY auf. In den vorderen Reihen herrschte ausgelassene Stimmung, während ab der Mitte des Platzes die Stimmung verpuffte. Schwieriger hatten es auch Patent Ochsner, die am Abschlussabend nach Bligg auftraten – viele sind nach seinem Auftritt nach Hause gegangen. Allerdings war das kein Problem, denn Büne Huber und Band liessen es krachen und versprühten ihren Esprit über dem Herrenacker. Spätestens nach W.Nuss vo Bümplitz war klar, dass die verbliebenen genug Stimmkraft haben um die Gegangenen zu ersetzten. Die Ansprache von Büne liess einige der Besucher dann doch etwas ratlos zurück. Es gäbe viele Verrückte da draussen, die uns das Leben im Moment schwer machen. In allen Teilen der Welt herrsche Angst und Terror, das sei doch nicht nötig. Jeder Besucher soll die Welt da draussen etwas besser machen. Recht hat er! Vielleicht wäre es besser gewesen, dies am Anfang des Konzertes zu tun, denn zum Abschluss des Festivals?

Einfach sympathisch

Das waren vor allem unsere Schweizer Künstler. 77 Bombay Street, Hecht und Nickless brauchten allesamt nicht lange, um das Publikum zum Klatschen, Tanzen und Singen zu bringen. Hecht waren ganz mutig und liessen vom Publikum einen Graben schaffen, damit sie einmal über den ganzen Platz tanzen konnten, was für echte Auflockerung sorgte.

Die Startrampe

Auf der Startrampe, der Bühne vor dem Eingang zum Festival durften die Bands bis 21:45 Uhr – und somit deutlich länger als letztes Jahr spielen. Wer sich die Zeit nahm hin und wieder an die Startrampe zu schlendern, der hat sicher den einen oder anderen Act erlebt, von dem man gerne mehr hören möchte. Liv Summer zum Beispiel erzeugte ein Birdy-Feeling – mit Gitarre, Mundharmonika und ihrer Stimme liess sie die Zuhörer dahinschmelzen. Liv stand uns danach auch noch im Interview Rede und Antwort:

Echtes Gänsehautfeeling ereilte mich persönlich als Karavann die Bühne betraten. Das Duo bestehend aus dem Dänen Tobias Jensen und dem Schweizer Fabian Imper hat sich Verstärkung geholt. Und die ist nicht mal so unbekannt. Ryan Sanders aus Australien begleitet die beiden bei ihrem aktuellen Projekt. Seine Stimme kennt man vielleicht von Youtube, denn der überaus charismatische junge Mann stand bei «Voice of Australia» bereits auf der Bühne. Ebenso begeisterten die Hendersons mit ihrem powergeladenen Auftritt, der die Besucher johlen liess.

Fazit

Das Stars in Town bleibt eine Perle in der Festivallandschaft Schweiz. Und nicht nur das – die Bestrebungen jedes Jahr noch besser zu werden sind spür- und sichtbar, was dieses Festival zu einem Erlebnis der Extraklasse werden lässt.

Ein grosses Dankeschön geht an das ganze Medienteam, welches auch in dieser Woche wieder so wundervoll präsent war, dass es einem an nichts gemangelt hat. Dies ist einmalig und kann nicht genug erwähnt werden.