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Das Motto der Januarausgabe des Songcircle Zürich lautete «Frauenpower». Dallan, Andrea Wellard und Johanna Amélie & Trinidad Doherty verzauberten das Bagatelle 93.

Johanna Amélie (Foto: Sacha Saxer)

Johanna Amélie (Foto: Sacha Saxer)

Nach dem Wechsel der Geschäftsleitung der Bar Rossi stand der Songcircle Zürich erst Mal ohne Veranstaltungsort da. Glücklicherweise konnte mit dem Bagatelle 93 in sehr kurzer Zeit eine sehr gute neue Location für das monatliche Singer/Songwriter Happening gefunden werden.

In bewährter Manier durften auch im Januar wieder drei Künstler ihre Musik vortragen. Den Beginn machte die Winterthurerin Dayana Stöhr alias Dallan, für einmal spontan als Duo mit Giuliano Sulzberger. Normalerweise gehören neben Giuliano Sulzberger an der Gitarre auch Lars Schmid am Keyboard und Ruedi Tobler am Schlagzeug mit zur Band.
Die Musik war durch die fehlende Unterstützung von Schlagzeug und Keyboard weniger atmosphärisch als auf der EP, doch die Lyrics – das Resultat des Aufarbeiten eines Jahrzehnts – und der melancholische Gesang alleine reichten, um die Besucher zu fesseln. Die Klangfarbe von Dayanas Stimme transportiert die Schwermütigkeit des Fernwehs bei Away wunderbar zum Zuhörer und macht neugierig auf das Debütalbum, dass gerade in Produktion ist. Eine Kostprobe lieferte sie mit Birdsong. Das Stück war noch etwas eckig und kantig; nicht zuletzt, weil es erst gerade das zweite Mal war, dass sie das Stück vorführte.

Zu Andrea Wellard aus Kanada meinte Janosch Tröhler Folgendes:

A Distance Welcome erinnert an Sarah MacLachlan. Doch diese sphärisch-liebliche Melodie, gepaart mit Wellards sehnsüchtiger Stimme ist eine herzzerreissende Kombination. Eine Grossartigkeit!Janosch Tröhler

Wie recht er damit lag, davon konnte man sich am 27. Januar überzeugen. Andrea wohnt mittlerweile im Baselland und spricht Deutsch, auch wenn sie zwischendurch wieder ins Englische zurückfällt. Spätestens beim wuchtigen Piano-Intro zu Relentless war klar, dass man sich ihr Album A Distant Welcome unbedingt besorgen musste. Wem Tilia gefällt, wird an Andrea Wellard nicht vorbeikommen. Ähnlich verträumt, wenn auch mit etwas kräftigerer, weniger sphärischer Stimme.
Die Coverversion von Que Sera, Sera bekam durch die Begleitung mit der Ukulele einen Hawaii-Touch und sorgte dafür, dass das Publikum zumindest zaghaft mitsang. Den letzten Song ihres Sets – Common Ground – begleitete sie wieder am Piano. Ein wunderschönes Lied darüber, was eine Beziehung ausmacht.

Das Duo Johanna Amélie aus Deutschland und Trinidad Doherty aus Chile bildeten den Abschluss des gelungenen Abends. Die quirlige Trinidad forderte nach dem ersten Song das zurückhaltende Publikum auf, doch etwas näher zu kommen: «Ihr dürft gerne weiter nach vorne kommen. Ich spiele einfach nicht weiter, bis nicht nicht einen Schritt nach vorne gemacht habt – oder wenigstens einen Arschhopser.» Letzteres war ein Anspielung darauf, dass es sich die meisten Leute auf dem Fussboden bequem gemacht hatten, was sich zu der ruhigen Musik angeboten hatte.

Die Stimmen der beiden passten gut zusammen, aber nach Andrea und Dayana fehlt das gewisse Etwas, um nochmals die gleiche Begeisterung zu wecken. Das lag aber sicherlich auch daran, dass beiden Stimmen nicht so perfekt aufeinander abgeglichen wurden wie auf ihrer EP Mutual Songs. Doch mit der Zeit verbesserte sich auch die Abmischung – oder man verfiel einfach dem Charme der zwei Damen.

Ein weiterer Songcircle Zürich ging zu Ende und abermals durfte man drei grossartige Künstler kennenlernen. Das Bagatelle 93 hatte sich als Veranstaltungsort bewährt und man darf sich auf viele weitere Abende freuen.

Der nächste Songcircle Zürich findet am 24. Februar statt und bietet folgenden Künstlern eine Bühne:
Manon (CH)
Steiner & Madlaina (CH)
Walter Schneider (D)

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